Verfasst von André Gabriel am 26.03.06 14:53:39 - 1 Kommentare

Das Gesicht der Wahrheit

Freedomland

Moviereporter-Bewertung:
  • 2.0/6 Sterne.
Leserwertung (5): 2.2 / 6

Land USA

Genre Thriller

Laufzeit: 112

Jahr 2006

Webseite
Trailer

Kinostart: unbekannt
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Inhalt

Großer Cast - Julianne Moore und Samuel L. Jackson in einem Thriller von Regisseur Joe Roth

Brenda Martin (Julianne Moore) erscheint mit aufgeschnittenen Händen in einem Krankenhauses und behauptet, dass sie nur knapp einem Kriminellen entkommen konnte, der ihr Auto gestohlen hat. Was sie zunächst verschweigt: ihr Sohn, der auf dem Rücksitz geschlafen hatte, befand sich noch in dem Wagen.

Der vermisste Junge wird gesucht, doch ohne Erfolg. Mit wachsender Dauer interessieren sich auch die Medien für den Fall. Die Geschichte von der armen Frau, die ihre Tochter verloren hat, lässt sich gut verkaufen. Nur der Cop Lorenzo Council (Samuel L. Jackson) geht im Laufe der Zeit allmählich einer anderen Spur nach: denn er vermuten, dass Brenda die ganze Geschichte nur erfunden hat und nichts als Lügen erzählt.
Außerdem schient die Situation allmählich zu eskalieren, denn Brenda hat den Täter als einen Farbigen beschrieben und nun stürzen sich sowohl die Medien als auch die Polizei auf das Stadtviertel Dempsy im Norden von New Jersey, wo hauptsächlich Afro-Amerikaner leben. Die Bewohner gehen auf die Barrikaden und die Polizei verdächtigt vor allem einen jungen Farbigen, der dem Fahndungsfoto ähnlich sehen soll.

Kritik

Der erste Fehler beginnt schon beim Titel des Films, aber dafür ist mal wieder nur der deutsche Verleiher verantwortlich. Warum muss man denn aus einem Titel wie Freedomland, also einem Eigennamen sozusagen, so etwas dämliches wie Das Gesicht der Wahrheit machen? Das ist nun wirklich überflüssig. Nun, generell ist es überflüssig, einem Film einfach einen anderen Titel zu geben - entweder übersetzen, wenn möglich, oder eben das Original stehen lassen... irgendwie ist man das dem Film doch auch schuldig, denn jede Veränderung ist auch meist eine Verfremdung.

Nach diesem kurzen Exkurs aber nun direkt in die Tiefe des Films. Wobei ich mich eigentlich gar nicht so lang mit Freedomland beschäftigen möchte, denn man verlässt ein Kino schon mit einer ordentlichen Portion Frust, wenn der Film ganz gut beginnt, interessant, durchaus spannend, ansehnlich inszeniert, und dann abflacht, immer langweiliger wird und schließlich mit einem abstrus schlechten Ende "glänzt", das es weh tut.
Der Film beginnt mit guter Musik und der scheinbar orientierungslosen oder zumindest sehr irritierten Brenda, die dann, im Krankenhaus angelangt, zum ersten Mal ihre blutigen Hände präsentiert, indem sie diese achtlos an eine Fensterscheibe presst - nett, denn Spannung wird zu diesem Zeitpunkt durchaus aufgebaut. Was ist der Frau wiederfahren? Ein simpler Spannungsaufbau, der aber immer seine gewünschte Wirkung erzielt. Als sie dann ihre Geschichte erzählt, werden dem Zuschauer zwei dazu passende Szenen präsentiert, die auch in Ordnung gehen; eine davon sorgte sogar für eine recht lang andauernde Gänsehaut und man denkt: hey, der könnte ja ganz gut werden... aber bitte lass die Auflösung gut sein. Denn das ist immer die große Schwierigkeit. Spannung aufbauen ist wesentlich einfacher, als diese Spannungskurve dann auch in ein grandioses Finale münden zu lassen. Weiteres Beispiel: White Noise - zu neunzig Prozent ein guter Film und dann ein miserables Ende. Ganz so ist es bei Freedomland nicht, denn hier hat auch der Hauptteil schon streckenweise einige Längen.

Die Nebenhandlung ist ein interessanter Versuch, der aber definitiv in die Hose gegangen ist. Da wird versucht, das stets gegenwärtige Thema Rassismus einzubauen und was bei rauskommt ist nichts anderes, als oberflächliches Gebrülle und klischeehaftes Handeln auf beiden Seiten. Und was hat Regisseur Roth gesagt: "Wenn etwas schief geht, treten unsere Vorurteile gegenüber anderen schnell an die Oberfläche" - das stimmt, wurde aber in dem Film auch lediglich an der Oberfläche behandelt. Sicher, es war nur ein Nebenthema, doch muss man sagen, dass dieses vermeintliche Nebenthema von Beginn bis Ende eine entscheidene Rolle gespielt hat.

Darstellerisch hat der Film sicher ein großes Plus. Mit dem leitenden Duo Samuel L. Jackson und Julianne Moore hat man sich zwei hochkarätige Namen an Land gezogen, die auch beweisen, dass sie es können. Allen voran ist es Moore, die als Brenda etliche Möglichkeiten bekam, ihr Können unter Beweis zu stellen, ist ihre Rolle in diesem anspruchslosen Thriller doch eine sehr anspruchsvolle. Oft können wir ihr Mimikspiel wunderbar aus der Nahen erleben und man muss sagen genießen, denn sie leistet prächtige Arbeit in einem Film, der letztendlich nur von einem guten Darsteller und einer herausragenden Darstellerin getragen wird (um nur bei den Hauptfiguren zu bleiben).

Noch ein Wort zur Musik: diese ist gut, doch von einem hochkarätigen Namen wie James Newton Howard, der so geniale Soundtracks wie den zum Actionfilm The Rock geliefert hat, erwartet man dann doch noch etwas mehr.

Fazit: vor allem aufgrund eines zeitweise langweiligen Hauptteils und einer richtig schlechten, kaum realistischen "Auflösung" ist Freedomland kein gelungener Mysterie-Thriller, für den man nicht einmal ins Kino gehen muss, es sei denn man möchte nun unbedingt wissen, warum genau das Ende so misslungen ist.


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  1. Gambit521

    Gambit521 / 23.07.2008 03:39:13

    NO COMMENT......


    nicht bewertet


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Das Gesicht der Wahrheit (Freedomland)
Sony Pictures Releasing GmbH

Regisseur

Joe Roth

Schauspieler

Julianne Moore, Samuel L. Jackson, Ron Eldard, William Forsythe, Aunjanue Ellis, Shon Blotzer

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