Verfasst von Frank Neumann am 22.02.06 18:13:19 - 2 Kommentare

Stay

Land USA

Genre Drama, Thriller

Laufzeit: 99

Jahr 2005

Webseite
Trailer

Kinostart: 23.02.2006
Moviereporter-Bewertung:
  • 2.5/6 Sterne.
Leserwertung (4): 4.25 / 6
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Inhalt

Gute Darsteller und eine faszinierende Kameraführung in einem blutleeren Film

Worum es geht:
Der New Yorker Psychiater und Therapeut Sam Foster (Ewan McCregor) hat einen faszinierenden neuen Fall: Nach einem Unfall auf der Brooklyn Bridge leidet der Kunststudent Henry Lethem (Ryan Gosling) offenbar an Amnesie. Dafür macht der sensible und ehrgeizige junge Mann nun bizarre Vorhersagen, die sich nach und nach aus unerklärlichen Gründen bewahrheiten.
Eines Tages kündigt Henry seinem Therapeuten an, er werde sich in drei Tagen das Leben nehmen: an seinem 21. Geburtstag, am Samstag, exakt um Mitternacht. Sam will Henry unbedingt davon abhalten und beginnt mit Nachforschungen in dessen Umfeld. Unter anderem hört er dabei von dem Künstler Tristan Réveur, der das große Vorbild von Henry ist. Sams Freundin Lila (Naomie Watts), die er einst vor dem Selbstmord bewahrte, kennt dessen Geschichte: Als 18jähriger kündigte er an, er werde sich in drei Jahren an seinem 21. Geburtstag in New York das Leben nehmen. Bevor er die Ankündigung in die Tat umsetzte, verbrannte er all seine Gemälde und hinterließ eine Notiz : "Ein eleganter Selbstmord ist das größte Meisterwerk".
Mehr und mehr vergräbt sich Sam in Henrys verwirrende Lebensgeschichte und verliert dabei fast sein eigenes Leben aus den Augen. So sehr dass sich Lila immer größere Sorgen um ihn macht. Und während die Zeit knapp wird, stößt Sam auf eine schockierende Entdeckung, die nicht nur seinen Patienten Henry, sondern vor allem ihn und Lila betrifft.

Kritik

Hintergrund:
Regisseur Marc Forster, gebürtiger Schweizer, erzielte seinen Durchbruch mit "Monsterball", der für den Oscar nominiert war und seiner Hauptdarstellerin Halle Berry die begehrte Trophäe bescherte. Auch sein zweiter Hollywood Film <a href="http://www.moviereporter.net/kritiken/36/wenn_traeume_fliegen_lernen_finding_neverland.html">Finding Neverland</a> mit Johnny Depp und Kate Winslet in den Hauptrollen über den Erfinder von "Peter Pan" war ein großer kommerzieller und künstlerischer Erfolg. Um so erstaunlicher war die Tatsacher, dass "Stay" bei den amerikanischen Zuschauern vollkommen durchfiel und noch nicht einmal einen Bruchteil seiner Kosten wieder einspielte.

Kritik:
Bei dieser Besetzungsliste und der Wahl des Regisseurs hätte doch eigentlich gar nichts schief gehen können. Dass der Film dennoch eine Enttäuschung ist, liegt zu großen Teilen am unausgegorenem Drehbuch.
Zunächst einmal braucht die Geschichte sehr lange, um in Gang zu kommen. Zwar liefern Ewan McGregor und vor allem Ryan Gosling eine gute Charakterisierung ihrer Figuren ab, aber der Zuschauer erhält trotzdem keinen Zugang zu ihnen. Mit Henry´s Selbstmordandrohung legt Regisseur Forster dann endlich einmal einen Gang zu, nur um dann aber sofort wieder zurückzuschalten.
Es gibt durchaus einzelne Szenen, die alleine stehend wirklich gut sind, wie zum Beispiel wenn Therapeut Sam eine heruntergekommene Straßenbraut (Janeane Garofalo) über seinen Patienten befragt oder wenn Sam´s Freund, der blinde Dr. Leo Patterson eine folgenschwere Begegnung mit Henry hat. Aber zwischen diesen brillianten Sequenzen wird einfach zu oft die Spannungskurve unterbrochen und so vermisst man als Zuschauer den Sog in die Geschichte, den man bei einer Mysterie Story dringend benötigt, um am Ball zu bleiben.
Um so enttäuschender ist dies, wenn man allein schon an der Kamera Arbeit erkennt, was für ein guter Film es hätte werden können. Roberto Schaefer, der Hauskameramann von David Forster, schafft ein stimmiges Bild einer zerrissenen Großstadt. Gekennzeichnet ist seine Arbeit vor allem durch faszinierende Überlappungseffekte der Szenen, die teilweise so noch nie dagewesen waren.
Auch bei den Darstellern gibt es nichts zu meckern. Ähnlich wie bei "Sixth Sense" (diesen Vergleich muß man einfach bringen) hält sich Mc Gregor wie einst Bruce Willis sehr zurück und überlässt seinem Kollegen Ryan Gosling die Show.
Schade nur, dass die Rolle von Naomie Watts uninteressant bleibt, da nützt es auch nichts, wenn sie von einer derart guten Schauspielerin dargestellt wird.
Die größte Enttäuschung des Films ist die Auflösung. Für sich genommen ist das Ende des Films ein cleverer Twist, aber Filmfans werden den Clou schon bei der Hälfte des Films erkennen. Und noch dazu ist die Auflösung aus einem anderen Film abgeguckt. Schade.

Fazit:
Ein unausgegorenes Drehbuch verhindert einen guten Film, bei dem am Ende zu viele Fragen offen bleiben.

Jetzt kommentieren? / 2 Kommentare

  1. DocProc

    DocProc / 18.12.2007 20:42:57

    Mir hat der Film sehr gut gefallen, viel Verwirrung bis zum Schluß, doch es bleiben nicht so viele Fragen offen wie bei manchen Lynch Filmen beispielsweise.


    4 Sternen

  2. Gambit521

    Gambit521 / 18.12.2007 21:44:17

    Ein guter Film ist mal was anderes. Wie schon gesagt der Film ist anfangs etwas "ähhh effect" mann muss aber den Film bis zum Schluss schauen....


    5 Sternen


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Poster: Kinowelt Filmverleih GmbH

Regisseur

Marc Forster

Schauspieler

Ewan McGregor, Ryan Gosling, Naomi Watts, Kate Burton, Elizabeth Reaser, Bob Hoskins, Janeane Garofalo, B.D. Wong

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