Saw II
Inhalt
Nachdem Saw mit einem sagenhaften Einspielergebnis von rund 100 Millionen Dollar ein Riesen-Erfolg war, nun das erste SequelDer Polizist Eric Mason (Donnie Wahlberg) möchte sich nicht mit den Fakten beschäftigen, die sich auf seinem Schreibtisch stapeln. Doch seine Kollegin schafft es schließlich, ihn umzustimmen - mit der typischen Frage, die man einem Polizisten in Filmen stellt, wenn dieser sich praktisch aus einem bestimmten Grund gegen die Wahrheit stemmt: wann hast du aufgehört, ein Cop zu sein?
Eric hat Probleme mit seinem Sohn Daniel. Eric hat scheinbar Probleme mit seinem gesamten Leben, was sich nun auch negativ auf seine Ermittlungen auszuwirken droht. Dennoch beginnt er mit der Untersuchung der Taten und verdächtigt sofort den Jigsaw-Killer, der vorerst verschwand und eine blutige Spur hinterließ. Und Eric soll Recht behalten, denn Jigsaw ist wieder zurück und hat nun -in einer neuen, bis auf das letzte Detail durchdachten Prüfung- insgesamt acht Menschen, die sich nicht kennen, eingesperrt... um diese einem mörderischen Spiel auszusetzen. Denn wie immer scheint es nur darum zu gehen - um ein Spiel. Um Regeln. Darum, den Verstand und die subjektiven Grenzen jedes einzelnen Opfers auf eine tödliche Probe zu stellen. Nur für Eric gibt es einen erheblichen Unterschied. Er ist direkt involviert. Mit dem Herzen. Denn sein Sohn ist eines der Opfer.
Kritik
Oh yes, there will be blood
Der erste Teil war ein Überraschungshit und da war es nur eine Frage der Zeit, wann das erste Sequel in die Kinos kommt. Nun ging es ja recht schnell und trotz des gegenwärtig eher traurigen Zustands, dass zu jedem Film eine Fortsetzung und von jedem Film ein Remake gedreht wird, gehörte Saw II natürlich dennoch zu einem der Highlights schlechthin.
Und der Film zeigt gleich in der einleitenden Szene, dass es sich nur um den zweiten Teil von Saw handeln kann. Denn schon vom Stil her wird man sofort an den ersten Teil erinnert: schnelle und viele Cuts hintereinander, womit Hektik und vor allem die Panik des Opfers dargestellt werden. In der ersten Szene ist es ein männliches Opfer, das wieder eine dieser Todesmasken trägt. Die Situation ist dem Zuschauer bekannt. Das Opfer ist gefangen. Das Problem: die ablaufende Zeit. Der Hinweis per Video: es gibt einen Schlüssel, um die Maske abzulegen, bevor diese den Kopf regelrecht zermatscht. Die letzte Hürde: der Schlüssel befindet sich (operativ an diese Stelle gebracht) hinter dem Auge des Opfers. Die Hilfe: ein Skalpell. Und nun viel Spaß damit. Ob er sich wirklich das Auge heraus schneidet, wird natürlich nicht verraten.
Das Prinzip ist wieder ähnlich. Es geht darum, die vom Jigsaw-Killer erdachten Prüfungen zu bestehen, das Spiel zu überstehen und vor allem die Regeln einzuhalten. Im zweiten Teil sind es allerdings insgesamt acht Personen, die in ein ganzes Gebäude gesperrt werden, in dem verschiedene Prüfungen auf sie warten. Die Aufgabe: einen Tresor öffnen. Also muss nach Hinweisen für den richtigen Code gesucht werden. Problematisch ist allerdings das Gas, das die Suche in der kurzen Zeit erschwert. Und auch hier wird der Stil, der dem Zuschauer aus Saw bekannt ist, strikt fortgeführt. Neu ist jedoch folgendes: schon nach nur wenigen verstrichenen Filmminuten wird der Jigsaw-Killer von der Polizei ausfindig gemacht. Von nun an wechselt der Filminhalt ständig zwischen den Geschehnissen in dem präparierten Haus und den Versuchen von Eric, dem Killer den Standort des Hauses zu entlocken, der dem Polizisten zu Beginn sagt, dass er ihm lediglich zu hören soll bis die Zeit abgelaufen ist. Nur kann das ein Vater, wenn sein Sohn eines der Opfer ist?
Auch wenn es wirklich fies und unmenschlich ist, in welche Situationen Jigsaw seine Opfer bringt, muss man ihm dennoch eines lassen - seine Prüfungen, seine Spiele sind exzellent durchdacht und liefern den Opfern zumindest die Möglichkeit, dem Tod zu entrinnen. Manchmal geht es um den Verstand, selten um Geschick, oft aber darum, sich nicht wieder von seinen Schwächen verleiten zu lassen. Es ist ein Test, wie der erste Teil es schon bewiesen hat, und trifft Menschen, die irgendwie miteinander in Verbindung stehen und sich selbst etwas vorzuwerfen haben. Nun erwartet man selbstverständlich, dass dieses Prinzip auch im Sequel so zu finden ist. Genauso wie man ein bahnbrechendes Ende, ein Finale mit einer ebenso genialen Wendung wie in Saw erwartet. Letzteres tritt natürlich ein, überzeugt aber nur teilweise. Der andere Teil der erwarteten Auflösung ist nicht wirklich gelungen.
Hinzu kommen noch einige inhaltliche Details, die nicht gefallen. Warum dreht der Latino plötzlich durch und möchte alle anderen töten? Das ist nicht realistisch, denn andere Verhaltensweisen seinerseits wären in dieser Situation definitiv logischer gewesen. Warum muss in solchen Filmen immer eines der Opfer austicken? Ebenfalls schlecht: es wurde zu wenig aus dem vorhandenen Potential gemacht. Das Haus hätte immens viele Möglichkeiten für geniale Fallen oder Prüfungen geboten. Diese wurden aber nicht genutzt. Zu wenig Fallen. Zu wenig Spiele. Und warum sterben zwei der Opfer dann einfach so und nicht auch durch eine dieser wunderbar durchdachten Prüfungen, mit denen der Jigsaw-Killer eben jenes Gefühl beim Zuschauer erlangt, das so grausam ist: die Vorstellung, man selbst wäre in einer ähnlichen Situation. Würde man sich das Auge aus der Höhle schneiden, um zu überleben?
Noch ein Unterschied zum ersten Teil. Während Saw eher auf unterschwellige Art und Weise zu erschrecken wusste, indem bestimmte grausame Dinge einfach angekündigt wurden, aber nicht sichtbar waren (das Fuß-Absägen zum Beispiel), und teilweise richtig gut wirkende Spannungsszenen geboten wurden (wie der Fotograf sich beispielsweise mit Hilfe des Blitzlichtes einen Weg durch seine dunkle Wohnung bahnt), liefert Saw II richtige Blut- und Ekelszenen, die natürlich gut aussehen und einen manchmal regelrecht zum Wegschauen animieren, aber die Spannung, die der erste Teil noch zu bieten hatte, fällt leider weg.
Fazit: so bleibt die Fortsetzung also deutlich hinter der Brillanz des ersten Teils. Sicher, Saw II weiß zu unterhalten und wie gesagt, ein Teil des finalen Showdowns ist auch wirklich genial, aber Saw ist dann doch besser. Mal schauen, was den fleißigen Kinogänger im dritten Teil dann für eine neue Geschichte ganz im bekannten Stil erwartet.
Jetzt kommentieren? / 3 Kommentare
Regisseur
Schauspieler
Leigh Whannell, Tobin Bell, Lyriq Bent, Tim Burd, Donnie Wahlberg, Erik Knudsen, Dina Meyer, Beverley Mitchell, Tony Nappo, Franky G, Timothy Burd, Glenn Plummer, Shawnee Smith, Emmanuelle Vaugier, Naom Jenkins, Noam Jenkins, Vincent Rother, Linette Robinson, Gretchen Helbig, Kofi Payton, John Fallon, Ho Chow, Kelly Jones, Michael Stevens
Relevante Nachrichten
-
Jigsaw auch in Saw 4 und 5 dabei
-
Saw III - neues Poster!
-
Saw III kommt passend zu Halloween
-
Teaser-Website zu Saw III online!
-
Box Office - US-Einspielergebnisse des Wochenendes - 04.11. - 06.11.2005
-
Box Office - US-Einspielergebnisse des Wochenendes - 28.10. - 30.10.2005
-
Dimension-Bousman-Deal für zwei Filme
-
Holy S*** - die blutige Seite von Saw 2
-
Saw 2 - sechs Minuten langer Clip
-
Saw - Anfangsszene online!
-
Drei TV-Spots zum Saw-Sequel
-
Saw 2 - Update der Website



mye / 09.12.2007 14:15:20
ordentliche, aber nicht grandiose fortsetzung/ das ende und die auflösung ist allerdings in typischer SAW-manier extrem gelungen, dennoch der schwächste teil der bisherigen drei teile
4 Sternen
Veremar / 13.01.2008 14:05:05
Ganz deiner Meinung, eher schwächer als die anderen Filme, aber das Ende macht vieles wett...
4 Sternen
Jigsaw / 05.04.2008 12:00:45
Die Story wird konsequent weitergeführt wenn auch der Film wesentlich schwächer ist als Teil 1,trozdem gelungen
3 Sternen