Verfasst von André Gabriel am 06.01.06 19:27:37 - 1 Kommentare

Boogeyman - Der schwarze Mann

Boogeyman

Moviereporter-Bewertung:
  • 3.0/6 Sterne.
Leserwertung (4): 1.5 / 6

Land USA, Neuseeland, Deutschland

Genre Drama, Horror, Mystery, Thriller

Laufzeit: 89

Jahr 2005

Webseite
Trailer

Kinostart: 17.03.2005
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Inhalt

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Vorgeschichte: in Anbetracht der Tatsache, dass Boogeyman nach einem relativ normalen Horrorfilm mit einer eher flachen Story aussieht, bin ich auch dementsprechend voreingenommen und mit reduzierten, weit reduzierten, Erwartungen in den Film gegangen. Nun, wurden zumindest diese erfüllt? Diese und weitere Fragen sollen im Folgenden auf den Grund gegangen werden… und außerdem: warum um Himmels Willen haben so manche Filmemacher die Ansicht, gegen Ende ihres Films noch einmal richtig in die Trickkiste greifen zu wollen, um sich dann eher zu vergreifen?

Der kleine Tim (Watson - bekannt aus der Fernsehserie „Eine himmlische Familie“, in der er unter anderem neben Jessica Biel, The Texas Chainsaw Massacre, agiert) sieht ängstlich in Richtung seines Wandschrankes, dann in seinem Zimmer umher. Regisseur Kay spielt indessen mit altbekannten Stilmitteln. So lässt er beispielsweise den Schatten eines akribisch verästelten Baumes an der Kinderzimmerwand tanzen oder richtet unseren Blick aus schiefem Winkel auf eine, der vermeintlichen Gestalt des schwarzen Mannes unheimlich ähnlich sehenden, Spielzeugfigur, die an einer Schnur in der Luft baumelt. Nicht sehr originell, denken sie jetzt? Womit sie auch sicher recht haben, doch warum sollte man etwas, das bereits einmal -oder auch mehrfach- angewandt wurde, nicht wieder verwenden, wenn man zumindest eine Prise Eigeninitiative mit einbringt? Ich sage: die Sache funktioniert in der Hinsicht, als dass Kay Atmosphäre schaffen möchte; eine Komponente des Films, die ihn wirklich auszeichnet, doch dazu später noch ein wenig mehr.

Tims Vater betritt die Szene. Er möchte seinem Jungen beweisen, dass nichts in dessen Zimmer ist, was ihm Angst machen sollte. Also schaut er unter das Bett, schaut in eine dunkle Ecke… und schaut in den geheimnisvollen Wandschrank. Was danach geschieht ist nicht nur übertrieben, sondern auch recht schlecht umgesetzt, die Perspektive ist zu nahe und das Verschwinden von Tims Vater, das nun mal einleitenden Charakter haben sollte, ist viel zu hektisch. Aber gut, wir haben uns ja von Beginn an darauf geeignet, dass wir nicht allzu viel erwarten, nicht wahr? Und immerhin hat der Film gerade erst begonnen.

Auf der schwachen Seite von Boogeyman ruht eindeutig die Geschichte. Da kann er einfach nicht mit den großen des Genres mithalten. Ich erinnere -und empfehle auch gleichzeitig- Filme wie The Shining, ein Horrorfilm -oder Psychothriller-, der von einem herausragenden Darsteller und einer zwar simplen, aber eben geradlinigen und konsequent spannenden Story beherrscht wird.
Tja, hier wird dem Zuschauer ein bekanntes Thema vor die Füße geworfen wie rohes Fleisch einem verwöhnten Hund… und jetzt schauen sie mal zu, wie sie mit dem zähen Zeug in Gang kommen.

Zur Erinnerung: als Produzent ist Samuel -Sam- Raimi mit an Bord, was natürlich zu einigen Impulsen führt, die die Erwartung wieder ein Stück weit höher schrauben. Raimi war einer der Hauptverantwortlichen für den Kultschocker schlechthin: die Rede ist von Evil Dead, einer Low-Budget-Produktion, die Horrorgeschichte geschrieben hat. Und an dieser Stelle möchte ich noch einmal die Atmosphäre von Boogeyman erwähnen. Was meine ich mit Atmosphäre? Kamerafahrten, die durch das heruntergekommene Elternhaus von Tim führen, nicht um die Geschichte voranzutreiben, sondern lediglich um etwas Atmosphäre zu schaffen. Wehende Vorhänge, Kameraeinstellungen aus schiefen Winkeln. In dieser Hinsicht hat der Film, oder eher die Umsetzung, meine Erwartungen zumindest teilweise befriedigt.
Was zeichnet ihn noch aus? Tja, ich denke, und immerhin sollte das ein wesentlicher Bestandteil eines Horrorfilms sein, sorgen die nicht wenigen Schockeffekte für zeitweises Hochschrecken, wenn auch mitunter vorhersehbar. Und an eine Szene erinnere ich mich besonders. Ich sage nicht mehr als Schaukelszene. Und so viel: freuen sie sich darauf, denn diese geht wirklich auf einer ganz bestimmten Spannungsebene unter die Haut.

Nun aber zum großen Manko des Films, ich möchte schon von Fehler sprechen: das Finale. Nicht ohne Grund habe ich dem Ende mit einem äußerst kritischen Auge entgegengesehen und wurde in meiner Vermutung auch prompt bestätigt. In aller Haunted Hill-Manier wurde hier reichlich ins Fettnäpfchen getreten. Man wollte wohl ein furioses Finale schaffen, hat aber stattdessen alles vorangegangene mit einem Schlag zerstört, wenn man bedenkt, dass der Film bis zehn Minuten vor Schluss beim besten Willen nicht herausragend, aber meinen Erwartungen entsprechend wenigstens nicht enttäuschend war. Was macht Kay gegen Ende falsch? Nun, zum einen setzt er wesentlich zu viel auf Action, denn auf Horror und zum anderen bekommt der schwarze Mann ein Gesicht, was nicht ungefährlich ist. Und die Animation beim letzten Showdown gehört dann auch zum miesesten, was ein Film in der heutigen Zeit bieten kann und hat mich sogleich an einen der schlechtesten Horrorfilme erinnert: Darkness Falls, ein Vergleich, den Boogeyman über eine Stunde lang definitiv nicht verdient hat.

Kritik

Mein Fazit fällt also dementsprechend ungleichmäßig aus. In einer Zeit, in der wir -was mich persönlich nicht stört- von Horrorstreifen bombardiert werden (The Grudge, The Ring Two, Creep, Amityville Horror, Dark Water, House of Wax, Hide and Seek, Seed of Chucky), würde ich zwar andere Filme vorziehen, Genreliebhabern dennoch empfehlen, sich Boogeyman anzuschauen und entweder zum Finale den Kinosaal zu verlassen oder das abschließende Debakel einfach zu ertragen.

Haben sie Angst vorm schwarzen Mann?

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  1. Jigsaw

    Jigsaw / 05.04.2008 11:17:57

    Gutes Thema schlecht oder besser gesagt mies umgesetzt.Barry Watson der in Tötet Mrs.Tingle noch eine recht ansehnliche Leistung ablegte wirkt in diesem Film eher gelangweilt der erschrocken.Fazit:Muß wirklich net sein!


    1 Sternen


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