Verfasst von Daniel Hanneke am 24.03.05 00:00:00 - 0 Kommentare

Lilja 4-ever

Moviereporter-Bewertung:
  • 5.0/6 Sterne.
Leserwertung (1): 4.0 / 6

Land Schweden

Genre Drama

Laufzeit: 104

Jahr 2002

Webseite
Trailer

Kinostart: 04.12.2003
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Inhalt

Das absolut erschütternde Schicksal eines jungen Mädchens, noch erschütternder ist, dass solch verabscheuungswürdige Dinge tagtäglich geschehen.

Ein völlig verängstigtes Mädchen rennt durch trostlose Strassen, an einer Autobahnbrücke angekommen, klettert sie auf das Geländer und will springen...
Drei Monate vorher irgendwo in der ehemaligen Sowjetunion: Die sechzehnjährige Lilja träumt von einem besseren Leben in Amerika, doch ihre Mutter erklärt ihr, dass sie mit ihrem neuen Freund erstmal alleine ausreisen werde. Das Sozialamt lässt Lilja im Stich und dann erfährt sie, dass ihre Mutter auf die Vormundschaft für sie verzichtet. Der Beginn einer nie enden wollenden Talfahrt über Gewalt, Prostitution und Menschenhandel nimmt ihren tragischen Lauf.

Kritik

"Lilja 4-ever" berührt den Zuschauer von der ersten Minute an dort wo es seelisch schmerzhaft ist. Der Film ist aber auch eine bittere Anklage an die Gleichgültigkeit der kapitalistischen Gesellschaft, deren Schattenseiten nicht nur kaum weniger elendig aussehen als im Osten, sondern die Menschenhandel akzeptiert - an die liberale Visapolitik in Deutschland will ich lieber gar nicht denken. Getragen wird die Handlung von jederzeit passender Musik von Vivaldi, t.a.T.u oder (ja!) Rammstein. Es ist immer wieder erstaunlich zu beobachten, welche Wirkung ein Stück von Rammstein als Soundtrack hat, anders ist es wohl kaum zu erklären, dass diese Band immer wieder Verwendung findet. Sei es nun in europäischen oder in amerikanischen Filmen.
Oksana Akinshina gelingt es als Laiendarstellerin (!), die überaus vielschichtige Hauptfigur mit ihren Träumen, ihrer ganzen Verzweiflung und Hilflosigkeit nuanciert darzustellen. Bemerkenswert ist auch, dass Regisseur und Hauptdarstellerin via Dolmetscher kommunizierten, sie sprach nur russisch. Mit seinem poetisierten Schluss schaffte Moodysson es sogar, Liljas Geschichte wie ein Märchen wirken zu lassen. Und die sind oft grausam, aber wahr. Nein, diesen Film braucht man wirklich nicht mehr als einmal zu sehen, er hat nämlich die Kraft sich für immer einzubrennen.

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