Verfasst von André Gabriel am 04.02.07 00:58:15 - 1 Kommentare

Ed Gein

In the Light of the Moon

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.0/6 Sterne.
Leserwertung (2): 4.0 / 6

Land USA

Genre Biografie, Thriller

Laufzeit: 89

Jahr 2000

Webseite
Trailer

Kinostart: 04.05.2001
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Inhalt

The Wisconsin Serial Killer.

Nach dem Tod seiner Mutter gerät das Leben von Ed Gein außer Kontrolle. Er selbst sagt, dass alles nur noch wie ein Traum wirkt, nicht real. Nachts hebt er Gräber auf dem ortansässigen Friedhof aus und versucht, die Toten wieder zum Leben zu erwecken. Ed Gein kann es nicht ertragen, dass seine Mutter nicht mehr bei ihm ist. Er selbst sagt, dass er verinsamen würde, wenn er weiterhin in dem großen Anwesen, auf der Farm lebt... allein, ohne seine Mutter. Doch der Versuch, die heruntergekommene Farm großzügig gegen ein wesentlich kleineres Haus schlichtweg zu tauschen, misslingt doch. Ed Gein lebt weiterhin dort, wo er seine gesamte Kindheit, sein bisheriges Leben verbracht hat.

Der Tod seines Vaters war weniger problematisch, im Gegenteil. Am Grab des Vaters fragt er seine weinende Mutter, warum diese denn Tränen für den verstorbenen Mann und Vater verschwendet: "Er hat uns nie geliebt".

Ed Gein wirkt nicht selten verstört, sagt Dinge, die anderen Menschen merkwürdig erscheinen: "Habt ihr euch schon mal gewünscht, das Geschlecht zu tauschen?". Und doch ahnt kaum jemand, wozu der eher schüchterne Mann tatsächlich in der Lage ist. An der Tür seines Schlafzimmers hängen drei Schrumpfköpfe, er liest Bücher über sogenannte Kopfjäger und an der Wand hängen sauber abgetrennte Gesichter scheinbar fremder Menschen.

Der Tod der religiös dominanten Mutter, die alles andere als fürsorglich war, leitet den von Trauer erfüllten Ed Gein auf einen Pfad des Todes, von dem er glaubt, dass seine Mutter persönlich diesen Pfad gelegt hat, dass seine Mutter ihm Aufträge erteilt, die er in Gottes Sinn erfüllen soll - die Bestrafung der Menschen, die in den Augen der Mutter sündigen.

Kritik

Der Originaltitel lautete Under the Moonlight.

Wie kann oder sollte man einen Film drehen, der auf eine wahre Begebenheit beruht, der das Portrait eines der bekanntesten Serienkiller darstellt? Wie kann man filmisch mit solchen Geschehnissen umgehen? Ist es sinnvoll, das Projekt dokumentarisch aufzuziehen, um dem Ganzen einen eher wissenschaftlichen Touch zu verleihen... oder doch rein künstlerisch mit all den Stilmitteln, die der Inhalt solcher (fiktiver) Filme normalerweise verlangt? Wie ist es mit den Angehörigen der tatsächlichen Opfer?

Dokumentarisch wirkt der Film Ed Gein nur zu Beginn und am Ende. An diesen Stellen werden Interviews gezeigt, Meinungsäußerungen bezüglich des Menschen Ed Gein. Der Rest ist zwar aufgezogen wie ein ganz normaler Film und doch fehlen die typischen Stilmittel wie Schockeffekte oder übertriebene Gewaltdarstellungen. Trotz des FSK 18 wird uns nicht gezeigt, wie das Gesicht der Opfer abgezogen wird, sondern nur das Endprodukt, sprich die Hautmaske auf dem Gesicht des Täters. So wirkt der Film seriöser, könnte man sagen, und geht eher in Richtung eines biographischen Beitrags zu realen Begebenheiten eines realen Menschen. Dennoch ist der Film spannend, doch das lässt sich bei einem solchen Inhalt auch nicht verhindern.

Wirklich interessant (und gut umgesetzt) aber ist der Mensch Ed Gein oder das, was in ihm vorgeht, der Prozess nach dem Tod seiner Mutter. Und natürlich die Frage: wie kann ein Mensch so blind sein? Seine Mutter war dominant, hat ihn mit dem Gürtel geschlagen, wenn er nach ihrem Bewusstsein sündig gehandelt hat. Sie hat ihn dafür verantwortlich gemacht, wenn der Vater sie geschlagen hat und ihren Sohn als Schwächling bezeichnet. Doch all das hat das Kind Ed Gein scheinbar weiter in die pseudo-schützenden Arme seiner Mutter getrieben. Es scheint, als hätte der Hass gegenüber den Vater die Liebe zur Mutter gesteigert und diese Frau als den Menschen herauskristallisiert, der ihm als einzige Person in seinem Leben wirklich nahe steht. Und nun stirbt dieser Mensch, den Ed Gein selbst als eine Heilige bezeichnet.

Immer wieder werden dem Zuschauer Kindheits-Szenen gezeigt, das typische Mittel eben, um Gründe für Taten zu liefern, die mit dem rationalen Verständnis nicht zu vereinbaren sind.

Und am Ende? Da sitzt Ed Gein in einer geschlossenen Anstalt und sagt, dass er sich bis heute nicht erinnern kann, die Morde begangen zu haben. Und obwohl man diesen Menschen für seine widerwärtigen Taten verachtet, glaubt man ihm.


Edward Theodore Gein, genannt Ed Gein, (* 27. August 1906 in La Crosse, Wisconsin; † 26. Juli 1984 in Waupun, Wisconsin) war ein Serienmörder, der mindestens zwei Frauen ermordete, Gräber schändete und sich aus Leichenteilen Kleidungsstücke, vier Sitzbezüge für Korbsessel und neun Gesichtsmasken aus getrockneter Haut fertigte. Dieses krankhafte Verhalten hatte bei Gein begonnen, als seine Mutter verstorben war, an der der Junggeselle emotionell sehr gehangen hatte. Als Polizisten am 17. November 1957 sein Farmhaus in Wisconsin überprüften, fanden sie neben der ausgeweideten Leiche der Ladenbesitzerin Benice Warden auch Teile verschiedener anderer Leichen (mindestens 15), darunter eine Sammlung Nasen, weiblicher Geschlechtsorgane und Gesichtsmasken. In einer Pfanne auf dem Herd fand man ein Herz – anderen Berichten zufolge in einer Papiertüte neben dem Herd. Ob Gein tatsächlich auch ein Kannibale war, blieb jedoch unklar. Ed Gein wurde verhaftet und gestand später zwei Morde. Da er aber als nicht schuldfähig angesehen wurde, überwies man ihn in das Central State Hospital in Waupun, Wisconsin. Im November 1968 wurde er dann doch noch für schuldfähig erklärt, vor Gericht gestellt und verurteilt. Das Gericht wies ihn abermals in das Central State Hospital ein, in dem er bis zu seinem Tod (er starb an Krebs) am 26. Juli 1984 lebte - Wikipedia.

Die Taten von Ed Gein waren Vorbild für über 15 Filme, darunter Alfred Hitchcocks Psycho (1960), Texas Chainsaw Massacre (1974) und dessen Remake, Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre (2003). 2001 entstand unter der Regie von Chuck Parello erstmals eine Verfilmung der Geschichte des realen Ed Gein. Ed Gein regte auch den Thriller-Autor Thomas Harris an; beispielsweise basiert der Mörder Buffalo Bill in Das Schweigen der Lämmer (1991 von Jonathan Demme verfilmt) auf Ed Gein - Wikipedia.

 


Jetzt kommentieren? / 1 Kommentare

  1. Jigsaw

    Jigsaw / 06.04.2008 11:15:06

    Sehr lanatmiger aber doch realistisch gemachter Film über Gein der die Vorlage für Filme wie Phsycho oder Texas Chainsaw Massacre war.Nur was für Fans von Serienkillerfilmen.


    2 Sternen


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