Red Eye
Inhalt
Der Start ist erfolgt, endlich, doch was dann geschieht übertrifft jegliche Form von Flugangst und lässt die Panik der Höhe wie ein liebreizendes Kindermärchen erscheinen.
Lisa Reisert (McAdams) ist auf dem Weg zum Flughafen. Es soll nach Miami gehen, wo das Luxushotel Lex Antlantic steht, in dem sie arbeitet; außerdem wohnt ihr Vater in Miami. Natürlich, zu der eh schon nagenden Flugangst kommen noch Probleme mit dem Flug 1019 an sich, der sich um einige Zeit verspätet... und dann müssen sie die Maschine wechseln.
Während der Wartezeit nach dem Check-In lernen sie sich kennen, rein zufällig wie es scheint: Lisa und Jackson (Murphy) sitzen gemeinsam an der Flughafenbar und unterhalten sich. Die beiden verstehen sich gut, doch als der Flug nun endlich unter lautem Klatschen der wartenden Passagiere aufgerufen wird müssen sie sich zwangsläufig trennen... nun ja, vorerst.
Jackson hatte angenommen -das sagt er zuindest-, dass Lisa in der ersten Klasse sitzen würde, soch dem ist nicht so. Und wie es der Zufall so will sind die beiden letztlich sogar Sitznachbarn auf dem Flug nach Miami. Was Lisa nicht weiß: Jackson, der nach eigenen Angaben früher immer Jack The Ripper (aufgrund seines Nachnamens Rippner) genannt wurde, weiß wesentlich mehr und hat auch so einiges geplant, um Lisa an seiner Seite zu haben... in einer Höhe von 30000 Fuß, in einer Höhe, aus der es kein Entkommen gibt.
Jackson fordert von Lisa einen einzigen Anruf in ihrem Hotel, eine simple Umbuchung. Und übt mit der Bedrohung des Lebens ihres Vaters einen Druck auf sie auf, der ihre Flugangst prombt verschwinden lässt.
Kritik
Bereits mit seinem zweiten Film, in dem Wes Craven Regie führte, schockte er die Gesellschaft - 1972 brach The Last House on the Left jegliche Tabus. Den Weg des Horrors und der Gewalt nahm er auch fortan vor allem mit zwei Filmen bravourös. 1984 brachte er Freddy Krueger auf die große Leinwand und inszenierte mit A Nightmare on Elm Street einen schockierend blutigen Horrorstreifen, der längst Kult in dem Genre ist. 1996 machte er sich dann mit dem Vorreiter etlicher Teenie-Slasher unsterblich - Scream begeisterte die Zuschauer und eröffnete das moderne Zeitalter der Filmkiller.Nun kehrt einer der Meister des Genre Horrors wieder zurück und liefert mit Red Eye einen packenden Psychothriller, dessen Finale stark an Scream erinnert. Nein ehrlich, der wild gewordene Jackson müsste nur noch die Latexmaske mit dem langen, tiefschwarzen Gespenstermund überziehen und der Zuschauer würde meinen, nicht Red Eye sondern Scream 4 zu sehen. Aber das ist wiederum völlig in Ordnung, denn Fans von Craven und Scream haben sich eh gefragt, warum er nach dem dritten Teil aufgehört hat (immerhin gibt es mittlerweile auch sieben Teile von A Nightmare on Elm Street).
Craven macht seine Arbeit in Red Eye sehr gut. Die Schockszenen, wenn auch selten, kommen gut zur Geltung und die Spannung ist durchaus zu loben. Verstehen sie mich nicht falsch, ich meine nicht diese typische Horrorfilmspannung, denn Red Eye ist definitiv kein Horrorfilm, sondern ein Psychothriller, der erst gegen Ende diese an Scream erinnernden Slasherinhalte aufweist: also eine lange, enge Verfolgungsjagd durch ein Haus, verbunden mit der Frage, wo der Killer sich wohl gerade aufhält (vielleicht hinter dem Duschvorhang?). Spannend ist der Film eher unterschwellig. Diese Art von Spannung, die einem sagt, das da etwas ist, vor dem man sich fürchten sollte, ohne aber zu wissen, worum es sich genau handelt. Man weiß, dass dieser sympathische, lustige Typ etwas verbirgt, doch wann platzt die Bombe... und vor allem wie?
Zu den Hauptfiguren: Rachel McAdams (Wedding Crashers) -aka Lisa Reisert- spielt wirklich gut. Man kann den Übergang von der anfänglich freundlichen und sympathischen Lisa zu der zutiefst geschockten, sich um das Leben ihres Vaters sorgenden Tochter nachempfinden, denn jene Wandlung wirkt durchweg realistisch. Möchte man also eine Tendenz wagen, so fällt McAdams sogar eher positiv auf.
Ihr Gegenpart, der zu Beginn charmante Jackson (Cillian Murphy - Batman Begins), der erst später sein wahres Gesicht zeigt, mimt den zunächst lässigen, aber mit der Zeit durchaus psychopathischen "Killer"... und das ebenfalls gut.
Der Handlungsablauf ist simpel: die beiden Hauptfiguren lernen sich scheinbar zufällig kennen, verstehen sich blenden und sind letztlich doch die bittersten Feinde. Aber trotz der simplen Abfolge ist der Spannungbogen sehr zu loben, denn die finale Hausszene ist absolut sehenswert und bietet einige Minuten richtig gute und spannende Unterhaltung (demnach auch ein Lob in Richtung des Drehbuchautors Carl Ellsworth).
So, nun wurde im Grunde genommen schon alles erwähnenswerte gesagt. An dieser Stelle dann noch zwei interessante Hintergrundinformationen zu Red Eye: die Turbulenzen während des Fluges wurden durch Hydraulik erzielt, indem das gesamte Flugzeugset dann von einer Seite zur anderen schaukelte.
Wes Craven und Carl Ellsworth haben jeweils einen Gastauftritt als Passagiere, werden aber im Abspann nicht erwähnt.
Das Fazit fällt somit positiv aus. Red Eye bietet über die gesamte Länge gute Unterhaltung und fesselt den Zuschauer primär mit Hilfe von unterschwelliger Spannung, die sich auflädt, um dann im Finale zu explodieren. Und gegen Ende werden vor allem die Fans von Scream begeistert sein; in dieser Hinsicht also: danke Wes!
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Regisseur
Schauspieler
Angela Paton, Brittany Oaks, Amber Mead, Monica McSwain, Jayma Mays, Kyle Gallner, Tom Elkins, Noelle Drake, Guy Chapman, Jason Bartley, Tina Anderson, Brian Cox, Cillian Murphy, Rachel McAdams
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