Verfasst von André Gabriel am 05.08.05 00:00:00 - 0 Kommentare

Millions

Moviereporter-Bewertung:
  • 1.5/6 Sterne.
Leserwertung (2): 2.0 / 6

Land Großbritannien

Genre Familie, Komödie

Laufzeit: 98

Jahr 2004

Webseite
Trailer

Kinostart: 25.08.2005
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Inhalt

Ist es ein Wunder? Die Tasche mit all dem Geld scheint tatsächlich vom Himmel gefallen zu sein. Und wie geht man nun damit um?

Nach dem Tod ihrer Mutter müssen die zwei Brüder Anthony (Lewis McGibbon) und Damian Cunningham (Alex Etel) ganz von vorne beginnen. Anthony ist erst neun Jahre alt, aber denkt für sein Alter schon praktisch und realistisch. Er ist das genaue Gegenteil seines siebenjährigen Bruders Damian, der durch Einbildungskraft und Glauben versucht, seiner verwirrenden Welt einen neuen Sinn zu geben.

Als Damian durch scheinbar wundersame Weise eine Niketasche voller Geld vor die Füße fällt, stehen die beiden vor dem Abenteuer ihres Lebens. All ihre Wünsche scheinen zum Greifen nah und die Brüder gehen ganz unterschiedliche Wege, die sich ihnen durch all das Geld eröffnen. Und dann steht noch das umständliche Umtauschchaos an, dass sich durch den Euro ergibt.

Doch müssen sie schon bald entdecken, dass wahrer Reichtum nichts mit Geld zu tun hat.

Kritik

Da ist ein Film, der Danny Boyle wohl den höchsten Bekanntheitsgrad beschert hat - Trainspotting aus dem Jahr 1996. Was folgte dann? Nun, vier Jahre später lieferte der in Manchester (UK) geborene Boyle den absolut sehenswerten Film zu The Beach, in dem Leonardo DiCaprio die Hauptrolle übernahm. Ein weiteres kleines Highlight (zumindest die erste Stunde des Films) war dann 2002 28 Days, der allerdings zum Ende hin alles bis dato gelungene in einer konsequent grauenvollen Wendung mit in den Abgrund reißt, in den der Film letztlich fällt. Danny Boyle also - 2004 nun mit dem Projekt Millions beschäftigt. 

Der Film beginnt mit der Vorstellung der beiden jungen Protagonisten - die Brüder Anthony und Damian, die ihre Mutter verloren haben und nun mit dem Vater in ein neues Haus umziehen. Und um gleich mit der Verfolgung etlicher Klischees zu beginnen, lässt der Regisseur seine Hauptfiguren ein fröhliches Fahrradwettrennen machen, das damit endet, dass sie nebeneinander auf loser Erde liegen und in den Himmel blicken... wie schön, sollte es sein, ist es aber nicht, denn man kennt es einfach schon. Was dann kommt ist schlichtweg misslungen. In Form von regelrecht miserablen Effekten baut sich nun in Windeseile das neue Haus über ihnen auf, was aber aussieht, als hätte sich eine Schulgruppe mit den Special Effects beschäftigt.

Folgender roter Faden ist dem Film zu entnehmen: Langeweile. Von vorne bis hinten. Ab und zu, aber wirklich nur selten, erlebt der Zuschauer Momente, die sich sehen lassen, aber eben nur Momente, das reicht halt nicht. Einige Lacher, ok, aber auch dieser Aspekt hält sich zunehmend zurück.
Was machen sie mit dem Geld? Und an dieser Stelle zeigt sich in beeindruckender Hartnäckigkeit jenes Verfolgen etlicher Klischees. Während der eine (Anthony) sein Geld lieber in frühpubertäre Bodyguards investiert, macht der andere (Damian) eine imaginäre Reise durch die Bibel. Damian ist wohl der jüngste Experte in Sachen Religion, den man sich vorstellen mag, und kann zu jeder Verkörperung, die ihn im Laufe des Films besucht, erst einmal eine Geschichte erzählen. Aber diese Besuche können nicht wirklich den Zusammenhang zu dem Tod der Mutter herstellen. So war es doch gedacht: Damians Flucht vor der Trauer um die verstorbene Mutter. Aber diese Trauer an sich, die einfach nur logisch ist, die da sein muss, unter allen Umständen, oder sich einfach nur irgendwie zeigen sollte bleibt gänzlich aus. Und das ist der größte Kritikpunkt. Der Tatsache, dass der Film mit dem Umzug in ein neues Haus beginnt, kann man entnehmen, dass es scheinbar nicht allzu lange her ist, dass ihre Mutter gestorben ist. Doch was bekommen wir zu sehen? Zwei scheinbar ausgeglichene Kinder, die den Tod der eigenen Mutter lediglich benutzen, um kostenlos Süßigkeiten zu bekommen oder um problematische Situationen zu umgehen - das grenzt schon an einer Frechheit.

Lediglich die schauspielerische Leistung von Alex Etel, der den jüngeren Bruder verkörpert, ist hervorzuheben und durchweg zu loben. Das kommende männliche Pendant zu Dakota Fanning? Mann kann nie wissen, doch es wäre schön, wenn man den ebenfalls in Manchester geborenen zehnjährigen Nachwuchsdarsteller bald wieder sehen würde. Dann aber hoffentlich in einem besseren Film.

Und gegen Ende will der Film dann auch noch spannend sein und wird zu einem Möchtegern-Kindergarten-"Thriller", der allein schon enttäuschend ist und ein ebenso kitschiges wie hochgestochen schönes Ende einleitet. 

Das Fazit fällt dementsprechend schlecht aus. Eine langweilige Szenenabfolge, grauenhaft schlechte Effekte und ein Inhalt, der mit Kitsch und Klischees (ein weiteres Beispiel: die Figur Dorothy, die die übliche neue Frau im Leben des Vaters einnimmt) gespickt ist, das es weh tut. Also - Prädikat: leider nicht sehr wertvoll. 

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