Serenity - Flucht in neue Welten
Serenity
Inhalt
Der mit einem Oscar und einem Emmy nominierte Joss Whedon, verantwortlich für TV-Serien wie "Buffy - Im Bann der Dämonen" und "Angel - Jäger der Finsternis", macht als Regisseur mit "Serenity" sein Spielfilmdebüt.500 Jahre später...
Kapitän Malcolm Reynolds (Nathan Fillion) ist ein abgehalfterter Kriegsveteran. Er reist mit dem Raumschiff 'Serenity' durchs Universum und schlägt sich mit Gaunereien und Frachtaufträgen durch. Seine Crew besteht aus Aufsässigen, jedoch Loyalen Menschen. Eines Tages nimmt Malcolm einen jungen Doktor names Simon Tam (Sean Maher) und dessen labile und telepathisch veranlagte Schwester River (Summer Glau) mit an Bord. Da wird der Jäger zum Gejagten. Denn das Pärchen flüchtet vor der unbarmherzigen Koalition des Universums, die vor nichts zurückschreckt, um das Mädchen zurückzubekommen. Gejagt von schier übermächtigen Feinden, wird der Crew fatalerweise klar, dass die größte Gefahr an Bord der 'Serenity' selbst lauert ...
Kritik
Basierend auf der TV Serie Firefly von Joss Whedon, die bei uns leider (noch) nicht gezeigt wurde, entstand dieser Science Fiction Film. Obwohl die Serie von Fox nach nur 11 von 14 Episoden aufgrund mangelnder Einschaltquoten wieder abgesetzt wurde, entschloss man sich, die Crew der Serenity auf ein Leinwandabenteuer los zu lassen. Diesmal allerdings unter der Leitung von Universal Pictures, die das Potential des Stoffes erkannt haben.Der Film bietet alles, was gute Unterhaltung ausmacht: Coole Sprüche, Gefechte, Verfolgungsjagden, Schießereien, fesselnde Kämpfe, eine gute Story sowie geniale Special Effects und Kulissen.
Eine Schwäche des Films ist der fehlende Hintergrund der Charaktere. Bei manchen Szenen merkt man, dass diese eine Geschichte haben, da der Film wie bereits erwähnt auf einer Serie basiert. Der Captain der Serenity beispielsweise kämpfte in einem Krieg gegen die Erdenstreitkräfte, ähnlich dem amerikanischen Bürgerkrieg, Nord- gegen Südstaaten. Dieser und auch andere Hintergründe werden nur kurz angeschnitten. Insgesamt gesehen wird auf die Charaktere und deren Background wenig eingegangen, aber man sieht und merkt, dass die Crew sich schon länger kennt und aufeinander eingespielt ist.
Eine weitere kleine Schwäche ist, dass es ab der Mitte des Films, als es ernster wird und die Sprüche nicht mehr so locker von den Lippen gehen, teilweise etwas langatmig wird. Doch im nächsten Moment wird es wieder spannend und sehenswert. Solche Momente wechseln sich bei Serenity oft ab. Minutenlange Szenen schierer langeweile, gefolgt von absolut sehenswerten Sequenzen. Unterm Strich muss man, denke ich, die Serie nicht kennen, um gefallen an der Story zu finden. Das sage ich als jemand, der die Serie (noch) nicht kennt.
Die Schauspieler leisten gute Arbeit, obwohl hier die Seriendarsteller ihre bekannten Rollen spielen, also keine Hollywoodgrößen sind. Fans der Serie wird dieser Umstand sicherlich freuen. Mancheiner wird das aber wiederum als Mangel werten, da die Leistung der Schauspieler eben nicht zu den allerbesten zählt.
Die zu Eingangs erwähnten Effekte und Kulissen sind einfach genial! Hier wurde keineswegs gespart. Nur die Panels der Schiffscomputer erinnern schwer an die heutige Zeit (sehen verdächtig nach normalen Computertastaturen aus). Da die Handlung aber in 500 Jahren stattfindet, kann man sich denken, dass es weniger eine Frage der Optik und des Stils als eine Budgetfrage war, wenn man die bestimmt recht teuren Effekte bedenkt. Ich möchte hier auch keinen Vergleich zu einer bekannten deutschen Science-Fiction-Serie mit Dietmar Schönherr ziehen, bei der die Konsole mit einem waschechten Bügeleisen bestückt war. Damals war es ebenfalls eine Budgetfrage, dennoch hatte es doch irgendwie Chrame. Heute wirkt sowas einfach nichtmehr zeitgemäß. Dies soll aber mein einziger Kritikpunkt bei den Effekten und Kulissen sein.
Absolut gelungen finde ich den Realismus, den ich in dieser Form seit Paul Verhoevens Total Recall nichtmehr bei einem Film dieses Genres gesehen habe. Es gibt keine Alienrassen, kein Beamen (wie bei Star Trek) und keine Laserwaffen. Die Protagonisten benutzen Projektilwaffen, wie Pistolen und Maschinengewehre. Des weiteren hat die Menschheit bei der Erforschung des Weltalls festgestellt, dass wir die einzigste Spezies im bekannten Weltraum sind. Weiterhin ist zu erwähnen, dass alle Beschriftungen auf englisch und chinesisch gehalten sind. Auch die Darsteller fangen manchmal an, chinesische Flüche oder Phrasen zu sagen. Dies kommt daher, dass der Erfinder der Serie der Ansicht ist, dass in Zukunft die Chinesen und die westliche Welt eine Einheit bilden. Da heute schon Englisch als Standardisierte Sprache gilt, war es seiner Ansicht nach nur die logische Konsequenz, dass in Zukunft Chinesisch die Zweitsprache der Erde sein wird (Laut dem Making of auf der DVD).
Fazit:
Alles in allem kann man den Film Science Fiction-Fans wärmstens empfehlen, sofern sie sich überreden lassen, die unter Umständen fehlenden Hintergründe der Chraraktere zu ignorieren. Dafür entschädigen die Spezialeffekte, die Kulissen, die Action und eine packende Story.
Fans der Serie werden sowieso mit der Zunge schnalzen und sich über den Film freuen.
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Regisseur
Schauspieler
Nathan Fillion, Gina Torres, Alan Tudyk, Morena Baccarin, Adam Baldwin, Jewel Staite, Sean Maher, Summer Glau, Ron Glass, Chiwetel Ejiofor, David Krumholtz, Michael Hitchcock, Sarah Paulson, Yan Feldman, Raphael Feldman


