Verfasst von André Gabriel am 10.04.06 18:46:57 - 0 Kommentare

Die Bären sind los

Bad News Bears

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.0/6 Sterne.
Leserwertung (0): 0.0 / 6

Land USA

Genre Komödie, Sport

Laufzeit: 113

Jahr 2005

Webseite
Trailer

Kinostart: 20.04.2006
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Inhalt

Baseball hat Regeln. In diesem Team sind Ausnahmen die Regeln.

Play ball! Die Bad News Bears, ein Baseball-Juniorenteam, wollen nur eines: die Meisterschaft gewinnen. Prima Ziel, wären die Kids nicht ein einziger Chaoshaufen. Vielleicht ist der neue Trainer Morris Buttermaker (Billy Bob Thornton) ihre Rettung. Der ehemals professionelle Baseballspieler und leidenschaftliche Trinker macht den Job zwar nur aus Geldnot, aber womöglich ist er der richtige Mann für diesen verlorenen Posten.

Soll es mit dem ersehnten Titelgewinn klappen, müssen die schlappen Bären allerdings ihre größten Rivalen, die Yankees, und deren überheblichen Coach (Greg Kinnear) besiegen. Eins steht fest: Die Bären müssen sich mächtig ins Zeug legen. Und der neue Trainer scheint doch einen besseren Einfluss auf die unbegabten Außenseiter zu haben, als es zuerst scheint.

Kritik

Viele Schauspieler sehen meist auf Filme zurück, die sie in eine bestimmte Schublade manövrieren, da das Genre ihrer Filme oft dasselbe ist. Und wie ist es bei Billy Bob Thornton? Nun, der kann beispielsweise auch auf den Film Monster's Ball blicken, einem Drama, in dem er an der Seite von Oscar- und Himbeergewinnerin Halle Berry einen nationalistisch eingestellten Amerikaner spielt, der eine wesentliche Entwicklung macht. Eine überaus ernst zu nehmenden Rolle und eine Hürde, die ihr gut gemeistert hat. Und dennoch: hört man seinen Namen denkt man doch in erster Linie an Rollen wie die in der wunderbar fiesen Komödie Bad Santa. Hier mimt er einen versoffenen Kaufhaus-Weihnachtsmann, der lediglich darauf aus ist, an Geld zu kommen... die Mittel dahingehend sind egal. Ein richtig mieser Typ eben. Und exakt diesen erleben wir auch zu Beginn in Die Bären sind los. Wieder schlüpft Thornton in die Rolle eines ins Alter gekommenen Säufers. Und wieder sind es Kinder, mit denen er in Kontakt kommt, saßen doch schon viele Jungen und Mädchen in Bad Santa auf seinem Schoß, bevor er diese mit einem für ihn typischen Spruch davon gejagt hat. Und auch das finden wir in seinem aktuellen Film, erneut eine Komödie, wieder: die typischen Thornton-Sprüche. Und so lernen wir beispielsweise, warum eine Affäre mit einer Stewardess ähnlich wie Baseball ist oder warum es sinnvoll ist, seine Eltern anzulügen... und diesbezüglich gibt er auch gleich ein Beispiel und zählt einige (für ihn typische) Lügen auf: ich habe die Stereoanlage nicht kaputt gemacht ... sie hat gesagt, sie wäre achtzehn.

„Einst war Buttermaker ein großer Baseball-Spieler. Heute kann er damit höchstens noch an der Bar angeben, um Gesprächsstoff zu haben" - Billy Bob Thornton

Definitiv gelungen ist es dem Film, das besagte Kinder-Baseballteam so unterschiedlich wie nur möglich zu gestalten und so ergeben sich einzelne Charaktere, die einfach wichtig sind, um dem Ganzen ein wenig Witz und Anreiz zu verleihen. Ob es nun die Prügeltypen oder die vermeintlichen "Looser" sind, hier wird alles bedient und man schreckt nicht einmal vor Scherzen zurück, die sich auf Kinder anderer Herkunft beziehen. Frei nach dem Motto: wenn schon, dann alles und jeden durch den Kakao ziehen und dieses Motto tut dem Film auch recht gut. So kommt man tatsächlich zu einigen anständigen Lachern und es sind vor allem die Sprüche des Hauptdarstellers, die dafür verantwortlich sind.
Und dann macht der Film plötzlich eine Wendung, die zwar absolut klischeehaft und vorhersehbar ist, doch ebenso unumgänglich und nett in Szene gesetzt. Denn natürlich macht der zuvor so negativ besetzte Charakter von Thornton im Laufe des Film eine Entwicklung durch, um das Team letztlich doch noch auf den Pfad des Sieges zu geleiten, zu vermitteln, dass Sport primär Spaß machen soll und sich selbst möglicherweise einen Schritt in die Richtung seiner Stieftochter zu bringen. Und während er noch zu Anfang betrunken auf dem Spielfeld lag und sich von den Kindern Drinks mixen ließ, glänzt der neue Trainer am Ende mit viel Herz und setzt sogar einen an den Rollstuhl gefesselten Jungen im wichtigsten Spiel der Saison ein - es war abzusehen, es ist die typische Handlungsentwicklung in einem solchen Film und dennoch geht das völlig in Ordnung, bedenkt man einfach, dass es sich nunmal um einen Film handelt, der in erster Linie von einem Publikum gesehen wird, für die eine solche Wertevermittlung nicht klischeehaft, sondern in einzelnen Fällen ja vielleicht doch in bestimmter Weise hilfreich und wirksam ist.
Obwohl man eines klar sagen muss: rein verbal ist Die Bären sind los alles andere als kindgerecht, hat man in der deutschen Synchronisation nicht einmal auf das legendäre F-Wort verzichtet; geschweigedenn auf das beliebte S-Wort, das in einigen Dialogen oder Monologen vorkommt. Und sogar einige politische Spitzen leistet sich der Film, als plötzlich in einer reinen Baseballansprache Worte wie in Zeiten des Terrors fallen.

Fazit: der Film kann letzten Endes auch Erwachsenen gefallen und allein die Sprüche von Buttermaker sind es Wert, ins Kino zu gehen. Ansonsten ist Die Bären sind los aber auch ein Film, der prädestiniert erscheint, wenigstens ein DVD-Erfolg zu werden, wenn man sich denn nicht zu einem Kinobesuch hat hinreissen lassen können... sehenswert ist er allemal; auf dem einen oder anderen Weg.


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