Verfasst von Haiko Kàcserik-Maczek am 21.04.05 00:00:00 - 3 Kommentare

Wenn Träume fliegen lernen

Finding Neverland

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.0/6 Sterne.
Leserwertung (9): 5.33 / 6

Land Großbritannien, USA

Genre Drama

Laufzeit: 106

Jahr 2004

Webseite
Trailer

Kinostart: 10.02.2005
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Inhalt

Jeder kennt die Abenteuer von Peter Pan und Kapitän Hook. Doch wie entstand der Mythos von Peter Pan? 'Wenn Träume fliegen lernen' erzählt die mögliche Entstehungsgeschichte der Romanfigur 'Peter Pan' und stellt dessen Erfinder, den Autor Sir James Matthew Barrie, einmal selbst ins Rampenlicht.

Schon zu Lebzeiten zählt der schottische Autor Sir James Matthew Barrie (Johnny Depp) zu den größten Literaten seiner Zeit. Doch er muss mit ansehen, wie sein jüngstes Theaterstück nach der Uraufführung von der höflichen Gesellschaft Englands zum Ende des 19. Jahrhunderts zerrissen wird.

Sein Produzent Charles Frohman (Dustin Hoffmann) setzt aber weiterhin auf seinen Autor und will sein nächstes Werk wieder produzieren und auf die Bühne bringen, doch Barrie steht am Rande einer Schaffenskrise und ist von den vorgegebenen Themen gelangweilt. Er braucht eine Inspiration. Eines Tages geht er mit seinen Hund Porthos in den Park und trifft die Llewelyn-Davis-Familie. Die bezaubernde Sylvia Lleweyln Davis (Kate Winslet) ist seit kurzem verwitwet und zieht ihre vier Jungen im Moment alleine gross.

Durch die Bekanntschaft der Familie gewinnt er neue Ideen und wird von dem kleinen Peter (Freddie Highmore) immer wieder inspiriert und schreibt sein bedeutendstes Werk "Peter Pan". Nicht nur Sylvias kühle Mutter, Emma du Maurier (Julie Christie), missbilligt die Freundschaft, auch Mary Ansell Barrie (Radha Mitchell) - die Gattin von James Matthew - reagiert tief gekränkt auf die in der prüden englischen Gesellschaft so ungewöhnliche Bekanntschaft. Sie stürzt sich in eine Affäre mit einem befreundeten Schriftsteller und lässt sich scheiden.
James Mathew Barrie zieht es immer wieder zu der Familie. Er besucht die Jungen zu Hause, bringt sie zum Lachen, erfindet neue Tricks schafft für sie Spielwelten voller Burgen und Könige, mit Cowboys und Indianern, Piraten und Ausgestoßenen. Hügel werden zu Galeeren, Stöcke zu mächtigen Schwertern, es wimmelt von Drachen und Feen, und die Llewelyn-Davies-Kinder werden zu den "Verlorenen Jungen von Nimmerland". James Matthew entführt die Kinder in unbekannte Welten und lässt die schlimmen Sorgen der Familie für eine gewisse Zeit verschwinden.

Zwischen den beiden Erwachsenen entwickelt sich eine Liebe, die nie richtig ausgesprochen wird und unerfüllt bleibt. Sylvia erkrankt an Krebs. Dennoch versucht sie ihren Söhnen ein ganz normales Leben zu bieten und ignoriert ihre Krankheit. Barrie versucht Sylvia davon zu überzeugen sich behandeln zu lassen und kämpft darum, sein Werk auf die Bühne bringen zu können, denn ein Stück mit fliegenden Menschen, Feen und einem Hund als Kindermädchen gab es noch nie. Sein Produzent glaubt erst nicht an den Erfolg des Stückes, das alle Theaterkonventionen sprengt, unterstützt letztendlich dennoch seinen Protegé, auf den er große Stücke hält. Die Schauspieler sind verunsichert, fühlen sich im Hunde- oder Krokodilskostüm der Lächerlichkeit preisgegeben. Es kommt zur Aufführung, die, in Gegenwart u. a. des kleinen Peter Llewelyn Davies und anderer Kinder, ein überwältigender Erfolg wird.
Sylvia konnte der Premiere nicht beiwohnen, da sich ihr Zustand verschlechtert hat. Barrie inszeniert eine Privatvorstellungin ihrem Haus. Sylvia erkennt die Bedeutung von Nimmerland und folgt Barrie, erleichtert und bereitwillig, in seine Traumwelt, in der es keinen Schmerz und kein Leid gibt – in ein Land der Fantasie, in dem der Glaube an das Unmögliche alles überwindet.

Kritik

"Wenn Träume fliegen lernen" erzählt die Geschichte des Autors J. M. Barrie, der 1904 bei seiner ersten Aufführung von "Peter Pan" auf einer Londoner Bühne dem Publikum den Atem raubte.

Der Erscheinungstermin für diesen Film war ursprünglich für den Herbst 2003 geplant, doch Columbia Pictures besass zu diesem Zeitpunkt die Rechte an J. M. Barries Geschichte und brachte 2003 "Peter Pan" in die Kinos. Columbia Pictures hatte Miramax nicht die Erlaubnis gegeben, bestimmte Szenen vom Buch zeitgleich veröffentlichen zu dürfen. Die Folge dieses Streits: Miramax verschob die Veröffentlichung von "Finding Neverland" auf das nächste Kinojahr 2004 und "Peter Pan" spielt bei 125 Millionen Dollar Produktions- und Makertingkosten weltweit nur knapp 122 Millionen Dollar wieder ein. Johnny Depp drehte "Fluch der Karibik" und liess in einem Interview verlauten, dass er niemals die Überdrehtheit der Figur des Captain Jack Sparrow hinbekommen hätte, wenn er nicht zuvor de fantasiereiche Charaktere des J. M. Barrie gespielt hätte. Das Ergebnis: Johnny Depp wurde zweimal hintereinander für den Oscar in der Kategorie "Best Performance by an Actor in a Leading Role" nominiert, 2004 und 2005. Beide Male ging Johnny Depp leer aus, 2004 gewann Sean Penn für "Mystic River" und 2005 Jamie Foxx für "Ray".

"Wenn träume fliegen lernen" ist ein wunderschöner Film, der die Zuschauer ob Gross oder Klein verzaubert, obwohl die echte Geschichte des J. M. Barrie und das Verhältnis zur Lleweyln-Davis-Familie aus dramaturgischen Zwecken manipuliert und verändert wurde. Man bekommt eine Traumwelt zusehen und in einem werden Fragen über seine eigene Fantasie und ihr Verhältnis zur Realität hervorgerufen.

Der in Ulm geborene Regisseur Marc Forster studierte -"Film" an der New York Universität und machte mit "Monster's Ball" (2001) erstmals auf sich aufmerksam. "Wenn Träume fliegen lernen" ist seine erste grosse Studio-Produktion von 25 Millionen Dollar (ohne Marketingkosten). Weltweit spielte sein Film über 105 Millionen Dollar ein und wurde bei der diesjährigen Oscarverleihung sechs Mal nominiert, eine der begehrten Trophäen ging an Jan A.P. Kaczmarek ("Aimée & Jaguar", 1999) beste Filmmusik. Star des Films ist natürlich Johnny Depp, der sein Können wieder einmal unterstreicht und die Übergänge zwischen Realität und Fantasiewelt fliessend meistert. Kate Winslet und Dustin Hoffman (verkörperte 1991 Capt. James S. Hooks in Steven Spielbers "Hook") sind Nebendarsteller, deren Charaktere AUF J.M. Barries Charakter zugeschrieben sind, so dass sie wenig Freiraum für schauspielerische Leistungen bieten, was nicht bedeutet, dass die beiden nicht brillieren.

"Ich habe lange gebraucht, bis ich mir den Film angeschaut habe, da ich andere Kinofilme für wichtiger hielt. Welch ein Fehler! Wenn Träume fliegen lernen" ist ein Film, der in Zeiten von Computeranimationen und Actionspektakeln zum Träumen und Erschaffen eigener Fantasiewelten anregt. Ein "Two-Thumbs-Up-Movie" und ein Muss, nicht nur für Johnny Depp-Hasser, die nach Jack Sparrow oder Constable Ichabod Crane immer noch nicht von Johnnys Qualitäten überzeugt wurden. An alle Johnny-Gleichgesinnten: "Charlie and the Chocolate Factory" von Tim Burton startet am 21. July und an "Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest" soll schon gedreht werden.

Jetzt kommentieren? / 3 Kommentare

  1. mye

    mye / 13.12.2007 20:26:36

    ein wunderbarer film: und ein erneuter beweis, dass depp einer der besten darsteller überhaupt ist - diese vielfalt ist genial, mal ist er sparrow, mal ein charakter wie in diesem film: einfühlsam, verträumt, verspielt... toller film


    6 Sternen

  2. Veremar

    Veremar / 01.01.2008 21:18:42

    Toller Film mit einem überragenden Johnny Depp. Ich habe einfach keine Kritikpunkte!


    5 Sternen

  3. Kaspian

    Kaspian / 02.01.2008 19:26:12

    Ich finde sogar das ist Depps bester Film....


    6 Sternen


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