Kaltes Land (North Country)

Foto: Warner Bros. Pictures Germany

Laufzeit: 123 min

Land: USA

Genre: Drama



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Startdatum: 09.02.2006

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Kaltes Land (2005)

North Country

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4

Handlung

Class Action - ein Drama über die erste erfolgreiche Klage wegen sexueller Belästigung in den USA

Nach dem Scheitern ihrer Ehe kehrt Josey Aimes (Charlize Theron) in ihre Heimat im Norden Minnesotas zurück. Als allein erziehende Mutter zweier Kinder braucht sie jetzt einen lukrativen Job, und den findet sie beim größten Arbeitgeber der Region: im Eisenbergwerk.
Seit Generationen haben die Bewohner des Ortes in den Gruben ihren Lebensunterhalt verdient. Die harte Arbeit wird gut bezahlt - Freundschaften, die im Steinbruch entstehen, bestimmen auch das Privatleben. Die Arbeit ist das, was die Familien und die Nachbarn zusammenschweißt.
Traditionell ist dieser Beruf Männersache, und Veränderungen schätzt man in dieser Gegend nicht.
Glory (Frances McDormand) zählt zu den wenigen Grubenarbeiterinnen der Stadt - sie schlägt ihrer alten Freundin Josey vor, ebenfalls im Bergbau anzufangen und in den gigantischen Steinbrüchen das Erz aus dem Fels zu sprengen. Josey stellt sich auf die oft gefährliche Knochenarbeit ein, aber wirklich unerträglich sind nur die Belästigungen, denen die Frauen durch ihre männlichen Kollegen ausgesetzt sind.
Die Zeiten sind hart. Den Bergleuten fehlt gerade noch, dass Frauen ihnen die wenigen Jobs streitig machen. In den Augen der Männer haben Frauen hinterm Lenkrad der Trucks und beim Erztransport nichts zu suchen... doch eine dieser Frauen wagt die längst überfällige Gegenwehr. 

 

Kritik

Über die Regisseurin: es passt natürlich, dass auch auf dem Regiestuhl eine Frau sitzt. Und es handelt sich hierbei um die neuseeländische Regisseurin des 2002 erschienenen Whale Rider, der weltweit gute Kritiken einheimste und Niki Caro einiges an Anerkennung im Filmgeschäft lieferte. Zu Whale Rider hat sie auch das Drehbuch geschrieben.
Über die Hauptfigur in North Country sagt die Regisseurin folgendes: "Ihr Anliegen ist ganz einfach das jeder Mutter - sie möchte sich und ihrer Familie ein anständiges Leben ermöglichen". Und genau das ist auch eine der Nebenhandlungen im Film. Die Beziehung zu ihren Kindern, vor allem aber zu ihrem Sohn Sammy. Das Mutter-Tochter-Verhältnis spielt hier weniger eine zentrale Rolle und wird auch in dieser Hinsicht (bis auf die Szene zu Beginn) recht rar behandelt. Ihre Tochter Karen ist aber auch möglicherweise einfach noch zu klein, um die Bandbreite der Geschehnisse, die die Ruhe innerhalb der Familie stören, zu verstehen. Mal abgesehen davon, dass es bei Sammy noch eine andere große Sache gibt, die unausgesprochen zwischen dem Sohn und der Mutter steht: wer ist sein Vater?

Inspired by a true story

Es ist immer irgendwie etwas anderes, ein Drama zu beurteilen, hinter dem eine wahre Geschichte ruht. Innerhalb des Genres Drama würde man nun beginnen, die wirklich starken Filme (allein in diesem Jahr) für einen Vergleich heranzuziehen -beispielsweise Million Dollar Baby. Doch daraus ergibt sich folgendes Problem. Sicher, North Country ist in keiner Spielminute so bewegend, so dramatisch wie Clint Eastwoods oscarprämiertes Meisterwerk, nur die Message des Films ist eben eine andere. Hier geht es um Dinge, die sich tatsächlich ereignet haben, um ein ernstes Thema: um sexuelle Belästigung und die Frage nach der Gegenwehr. Kann man einen solchen Film kritisieren? Die Antwort: ja, natürlich, denn es ist und bleibt ein Film, ein Teil der Kunst, und Kunst ist entweder ge- oder misslungen. Aber es fällt eben schwer, einen solchen Film zu kritisieren. Das ist die Problematik.

North Country ist durchweg realistisch dargestellt, das steht fest und ist auch in Anbetracht des Hintergrundes positiv zu bewerten. Selbstverständlich handelt es sich hier nicht um Popcorn-Kino, das von der ersten Minute an unterhält, wie zum Beispiel King Kong. Und auch wenn sich der Cast durchaus sehen lässt, es ist natürlich kein typischer Hollywoodfilm. Keine besonderen filmischen Momentleckerbissen, die einem die Gänsehaut nur so über den Körper fahren oder die Tränen jede zweite Szene in die Augen schießen lassen. Von der ersten Minute an ist North Country ein ehrlicher Film, der berichtet, statt überragend unterhält.

Es gibt einen Moment im Film, da droht er in die ungewollten Abgründe der Langeweile zu stürzen. Gut, dass dann der Fokus auf den Prozess gerichtet wird, der dem Zuschauer schon die gesamte Zeit über immer wieder in einzelnen kurzen Szenen präsentiert wurde. Kurz vor dem Absturz bekommt der Film so nämlich die bekannte Kurve und wird zum Ende hin nochmal richtig interessant... aber auch vorhersehbar. Was am Ende passieren wird ist logisch, nachvollziehbar, vorhersehbar und wirkt dennoch. Endlich ein Moment, der einem nicht nur von der Thematik her zeigt, dass es sich um ein Drama handelt, sondern auch von der Emotionalität, die es gilt, an den Zuschauer zu übermitteln. Der Film hat einige von diesen Momenten, oft sehr kurz oder gar nur angeschnitten, aber leider zu wenig, um die Krone eines wirklich guten, eines wirksamen Dramas aufgesetzt zu bekommen.

Darstellerisch stand von Anfang an fest, dass es nur grandios werden konnte. Beginnen wir mit dem solidesten Fall: Charlize Theron. Sie kann scheinbar jede Rolle einfach gut und manchmal eben grandios spielen. Gleich die erste Szene erinnert an jenen Film, der ihr den begehrten Oscar für die beste weibliche Hauptrolle eingebracht hat - Monster, denn wieder (diesmal aber nicht so gravierend) hat man die Schauspielerin so verändert, dass sie im allerersten Moment kaum zu erkennen ist. Eine junge Mutter, die vom Schicksal des Lebens oft nicht gut behandelt wurde. Diese Rolle nimmt man ihr sofort ab und diese Rolle spielt sie auch den ganzen Film über richtig gut. Man kann sich auf einige Nominierungen vorbereiten.
Während Charlize Theron also so richtig gut war (wie erwartet natürlich), war Frances McDormand als Glory grandios. Von der starken, der glücklichen Ehefrau, Freundin und Arbeitskollegin hin zu einem traurigen Krankheitsfall, angehenden Alkoholikerin und Heldin, McDormand begeistert in North Country von der ersten Szene an, in der sie zu sehen ist. Übrigens: Frances McDormand wird neben Theron auch in dem Actionfilm Aeon Flux zu sehen sein.
Der Rest in Kürze: auffallend gut waren Woody Harrelson (Natural Born Killers) und Sean Bean (The Island, Flightplan) als Hoffnung, dass es auch noch "gute" Männer gibt.

Fazit: North Country ist definitiv sehenswert und kann die Message auch letztlich ordentlich übermitteln. Gut erscheint mir die Vermittlung der augenscheinlichen Ausweg- und Chancenlosigkeit der Frauen. Schauspielerisch absolut top, doch das war zu erwarten, auch wenn mich (ich muss es noch einmal sagen) vor allem Frances McDormand sehr überzeugt hat. Es liegt bei jedem selbst, welch eine Art von Drama man nun bevorzugt, das fiktive Drama oder das, welches auf wahren Begebenheiten beruht - nun, wie bereits gesagt, grandiose Machwerke wie Million Dollar Baby und Finding Neverland sind in Sachen Dramatik, Traurigkeit und Überwältigung kaum zu überbieten, denke ich, North Country dagegen setzt mehr Wert auf den puren Realismus, als auf filmische Momente, die Atmosphäre schaffen oder unter die Haut gehen. So habe ich persönlich nach dem Schauen eines solchen Dramas eher das Gefühl, gerade eine Art Dokumentation in filmischer Form und mit einem wunderbaren Darstellerensemble gesehen zu haben.    

Kommentare

ADAMGOLDNIK

geschrieben am 19.12.2009 um 22:10:07

Der Film war genial. große klasse.
Hat mir gefallen die Schauspielerische Leistung
vom Charlize Theron.

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