Verfasst von André Gabriel am 06.03.05 00:00:00 - 5 Kommentare

Saw

Moviereporter-Bewertung:
  • 5.0/6 Sterne.
Leserwertung (17): 5.76 / 6

Land USA, USA

Genre Crime, Horror, Thriller

Laufzeit: 100

Jahr 2004

Webseite
Trailer

Kinostart: 03.02.2005
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Inhalt

Eine bizarre Situation, von der sie sich wünschen werden, sie nie -wirklich nie- selbst zu erleben... nicht einmal in ihren Träumen.

Stellen sie sich vor, sie wachen in einem versifften Waschraum auf. Sie wissen nicht, wie sie an diesen Ort gekommen sind, aber sie wissen mit einer schier niederringenden Gewissheit, dass ihr Leben in Gefahr ist. Eines ihrer Beine ist mit einer dicken Metallkette an ein Abflussrohr gefesselt. Das Rütteln an dieser Kette ist ebenso sinnlos wie die Hoffnung auf baldige Freiheit. Die Wände sind dreckig und ein übler Gestank verpestet die Luft. Erst Dunkelheit, dann blendend helles Licht. Ihnen gegenüber sehen sie einen Menschen, dem es ebenso ergeht. Sie teilen ihr Schicksal. Doch all dies kann nicht von dem ablenken, was sich in der Mitte des Raumes befindet. Sie sehen hin, trauen ihren Augen aber nicht.

Dr. Lawrence Gordon weiß nicht, warum er den Mann umbringen soll, der in derselben Situation ist wie er selbst. Andere Sorgen plagen ihn. Soeben ist er aus einer Ohnmacht erwacht. Dann hat er erfahren, dass jemand seine Frau und seine Tochter gefangen hält, ihr Leben bedroht, wenn er die Aufgabe nicht erfüllt, die ihm gestellt worden ist. An der Wand hängt eine fabrikneue Uhr. Er soll Adam bis sechs Uhr getötet haben.
Adam erwacht in einer Wanne voller Wasser. Er sieht nichts. Plötzlich wird der längliche Raum von breiten, ungemein lichtspendenden Lampen erhellt. In der anderen Ecke des Waschraumes liegt ein Mann. Auch er ist angekettet. Es dauert nur wenige Minuten und sie wissen, worum es geht. Eine verzerrte Stimme auf einem Tonband stellt eine Aufgabe. Dr. Gordon muss Adam töten, wenn er möchte, dass seine Familie überlebt.

In der Mitte des Raumes liegt eine Leiche, um dessen -ich sage mal eingedellten- Schädel sich eine riesige Blutlache ausbreitet. In seiner Hand ist ein Revolver.

Der Zuschauer wird sofort ungeschützt in den Albtraum von Lawrence und Adam geworfen. Der Film startet also praktisch mit dem Erwachen der beiden Protagonisten, die schnell begreifen, dass sie Teil eines makabren Spiels geworden sind.
Saw brilliert weniger durch hochtreibende Schocker, als vielmehr durch ungeheure Spannung. Wenn ich allein an die Szene im Parkhaus denke, wird mir ganz anders. Ich denke, ich werde Parkhäuser in Zukunft meiden. Ja, das werde ich sicher.
Die drei anderen Spiele des Killers erleben wir einem Wirrwarr aus etlichen Cuts und High-Speed-Aufnahmen, was jedoch gut umgesetzt ist und sich im Wesentlichen wie ein Schockeffekt verhält. Es jagt einfach Angst ein, wenn ein fetter, nackter Mann wie besessen durch einen Urwald aus Stacheldraht klettert.
Bildlich erleben wir sicher einen Unterschied zu einer Blockbuster-Produktion, was aber nicht stört. Dafür hat der Film auch dementsprechend wenig gekostet... und umso mehr eingespielt. Die Kosten stiegen auf etwa 1,2 Mio. Dollar, das weltweite Einspielergebnis liegt mit knappen 75 Mio. Dollar allerdings ein wenig darüber. Ein unglaublicher Erfolg. Erst recht, wenn man beachtet, wem die Idee zu Saw, einem Horrorfilm mit Kultstatus, entsprungen ist. Es handelt sich um das Erstlingswerk der beiden Australier James Wan und Leigh Whannell. Während Wan Regie führte, nachdem beide das Drehbuch geschrieben haben, spielte Whannell -wie wir dem Cast entnehmen- eine der Hauptrollen. Mit den ihnen gegebenen Mitteln haben sie die Schlüsselszene gedreht, die später auch auf dem Filmposter erscheinen sollte. Ein Produzent fand ihre Idee, das Script, so reizvoll, dass er Geld, Equipment und Schauspieler bereitstellte und so den Weg für Saw ebnete. Wir danken ihm dafür.

Noch einige Worte zum filmischen Aufbau. Die Geschichte wechselt ständig von der Waschraumszene und den hintergründigen Inhalten hin und her. Allerdings nie in einer so verzerrten Art und Weise, dass wir als Zuschauer durcheinander kommen. Der Film bleibt von seinem Aufbau her im Groben logisch. Übrigens: auch die Nebenhandlung, in der Danny Glover, der uns aus Lethal Weapon bekannt sein dürfte, eine wichtige Rolle spielt, ist interessant aufgezogen und liefert eine mitreissende und die Geschichte vorantreibende Nebenhandlung.

Kritik

Saw ist ein Psycho-Thriller, den jeder Fan des Genres sehen sollte. Saw bietet unbarmherzigen Realismus... alles könnte tatsächlich so geschehen. Und wahrscheinlich ist dieser Effekt auch das Geheimnis des Films. Er greift unsere verborgenen Ängste an, beißt sich an ihnen fest wie ein tollwütiger Hund und lässt auch nach dem Ende des Abspanns nicht gleich wieder los.

Jetzt kommentieren? / 5 Kommentare

  1. mye

    mye / 09.12.2007 14:13:38

    habe den film damals zum ersten mal auf dem fantasy filmfest gesehen und war schon nach dem ersten sehen extrem begeistert/ was mich jetzt im endeffekt so freut und fasziniert: hier hat man tatsächlich mal wieder ideenreichtum und originalität bewiesen


    6 Sternen

  2. Veremar

    Veremar / 09.12.2007 16:08:55

    Die Idee des Fims ist einzigartig und super umgesezt. Ein toller Film der beängstigend und spannend ist!


    6 Sternen

  3. stallone

    stallone / 10.12.2007 20:29:02

    eine geniale idee und sehr beeindruckend umgesetzt! klasse arbeit!!! hut ab


    5 Sternen

  4. Kenny

    Kenny / 17.02.2008 00:04:14

    Krasse Scheisse und gruselig, als der arme Doktor von der Schweinemaske entführt wird.


    6 Sternen

  5. Jigsaw

    Jigsaw / 05.04.2008 11:58:19

    Die Wiederbelebung des Horrors,einfach genial und das Ende der absolute Hammer.Ein Muß!


    6 Sternen


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