Inside Deep Throat
Inhalt
1972 veränderte der Kult Pornofilm "Deep Throat" die (US)Welt und ist bis heute einer der erfolgreichsten Independent-Filme aller Zeiten
1972. Auf dem Höhepunkt der sexuellen Revolution kommt in den USA mit dem spektakulären Pornofilm "Deep Throat" einer der größten Kassenerfolge aller Zeiten in die Kinos. Ein Film, der weit mehr auslöste als schlüpfrige Neugier und der bewirkte, dass der Kauf einer Kinokarte für eine ganze Generation zu einem politischen und gesellschaftlichen Statement wurde. Mitten hinein in die sexuelle Befreiungs- und Bürgerrechtsbewegung platzte der Film wie ein Bombe und löste eine bis dahin ungesehene politische und gesellschaftliche Lawine aus, die die Nation teilte und deren kulturelle Auswirkungen bis heute spürbar sind. Mit einem Produktionsbudget von nur 25.000 Dollar spielte der Film weltweit 600 Millionen Dollar ein und ist damit mit Abstand der erfolgreichste Independent-Film, der jemals gedreht wurde.
Kritik
Was soll man schon über eine Dokumentation von einem Pornofilm aus dem Jahre 1972 berichten?
Nun ja, heute mehr als 30 Jahre später, beleuchtet "Inside Deep Throat" die anhaltenden gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen dieses Meilensteins der 'Popp'kultur. Der Film wirft gleichzeitig einen schonungslosen Blick auf den halbseidenen Glitter der Pornowelt sowie auch auf die zerstörerischen Auswirkungen von "Deep Throat" und die schmerzlichen menschlichen Konsequenzen und Schicksale. Neben den ehemaligen Hauptdarstellern Linda Lovelace und Harry Reems kommen zahlreiche Größen und Meinungsmacher wie der Star-Anwalt und O.J. Simpson-Verteidiger Alan Dershowitz, Norman Mailer, Gore Vidal, Erica Jong sowie Plaboy-Legende Hugh Hefner zu Wort.
Diese Doku entfacht die brisante kulturelle Auseinandersetzung in den USA um künstlerische Freiheit und konservative moralische Werte aufs Neue und zeigt, wie wenig sich in Sachen politischer Zensur seit Nixon verändert hat. Doch man muss sich schon fragen, interessiert dies ein Kinopublikum und warum hat sich Oscarpresiträger Brian Grazer (gewann 2002 einen Oscar für "A beautiful Mind") für dieses Projekt hergegeben?
Einzig und allein war der Fakt, dass der Film bei einem Budget von 25.000 $ und nur sechs Drehtagen sage und schreibe 600 Mio. $ weltweit wieder einspielt, für mich als Cineast interessant. Ironisch wie bezeichnet für diese Doku, sahen die Filmemacher von damals von diesem Geld keinen Penny.
Obendrein wurde diese Dokumentation auf der Berlinale und dem Sundance Festival enthusiastisch gefeiert. Ich meine, bei aller Liebe, es ist und bleibt immer noch nur eine Dokumentation über einen schlechten Pornostreifen! In Zeiten von gelungenen Dokumentationen wie "Supersize Me" oder den politischen "Bowling for Columbine" (der bei einem Budget von 4 Mio. $ weltweit 58 Mio. $ wiedereinspielte) oder "Fahrenheit 9/11" (ca. 21 Mio. $ Produktionskosten; 222,45 Mio. $ Einspielergebnis weltweit) haben Dokumentationen über Pornos für mich keine Chance.
Eine Doku, die niemand braucht! Man sollte lieber das Geld sparen und sich richtige Dokus aus der Videothek ausborgen, Michael Moore winkt schon!


