Verfasst von Haiko Kàcserik-Maczek am 24.03.05 00:00:00 - 1 Kommentare

Ray

Moviereporter-Bewertung:
  • 6.0/6 Sterne.
Leserwertung (6): 4.66 / 6

Land USA

Genre Biografie, Drama, Musik

Laufzeit: 152

Jahr 2004

Webseite
Trailer

Kinostart: 29.10.2004
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Inhalt

Die aussergewöhnliche Lebensgeschichte von Ray Charles

Ray Charles Robinson wurde am 23. September 1930 in Albany, Georgia, geboren und wuchs in Greenville, Florida, auf. Sein Vater kümmerte sich weder um ihn, seine Mutter Aretha oder Rays jüngeren Bruder George. Als er fünf Jahre alt war, musste er hilflos mit ansehen, wie George in einem Waschzuber ertrank. Zu dieser Zeit machte sich bei Ray Charles eine Augenkrankheit bemerkbar, und es stellte sich heraus, dass er unter einem grünen Star litt, der innerhalb von zwei Jahren zu seiner Erblindung führte.

Um ihn trotz seiner Blindheit möglichst selbstständig zu machen, ermutigte die Mutter ihn, allein durch die Kleinstadt zu gehen und sogar sein Fahrrad zu benutzen: "Lass dich niemals zum Krüppel machen!", schärfte sie ihm ein. Im Alter von sieben Jahren schickte sie ihren Sohn in eine staatliche Blindenschule nach St. Augustine – dreihundert Kilometer von ihr entfernt. In der Schule erhielt Ray Charles auch Klavierunterricht und die Gelegenheit, das Spiel auf der Klarinette und dem Altsaxophon zu erlernen.

Nach dem Tod seiner Mutter im Mai 1945 verließ Ray Charles die Schule und zog zu Bekannten nach Jacksonville, Florida. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, meldete er sich bei der Musiker-Gewerkschaft und machte bei Jam-Sessions mit. Blues, Boogie Woogie und Swing spielte und sang er. Seine Vorbilder waren Nat "King" Cole und Charles Brown. Nach einem Jahr in Jacksonville zog er nach Orlando um. Gelegentlich ließ man ihn in einer Big Band mitspielen, aber als er sich während eines Gastkonzerts der Lucky-Millinder-Band in Orlando vorstellte, wurde er abgewiesen.

Verzweifelt zog er nach Tampa und von dort nach Seattle. Endlich verfügte er über ein eigenes Trio, das "McSon Trio", und nahm sogar eine erste Schallplatte auf: "Baby, Let Me Hold Your Hand". Von da an ließ er seinen Nachnamen fort und nannte sich nur noch Ray Charles. Seine Gage ließ sich der Blinde, der seine Augen hinter einer Sonnenbrille verbarg, angeblich stets in Ein-Dollar-Noten auszahlen, um nicht betrogen zu werden.

Luise, einer seiner Geliebten, kam kurz nach der Trennung von ihm mit einem Kind nieder. Er begann zu trinken und wurde schließlich so abhängig vom Heroin, dass er zwei Injektionen am Tag benötigte.

In Los Angeles, wohin Ray Charles 1950 gezogen war, löste sich sein Trio auf. Er selbst wurde von der Bluesband von Lowell Fulson als Gaststar eingeladen, aber nach zwei Jahren wechselte er von Los Angeles nach New York. Inzwischen suchte und fand der blinde schwarze Sänger, der sich selbst am Klavier begleitete, seinen eigenen Stil zwischen Swing, Soul, Gospel und Rhythm 'n' Blues. Um Geld zu verdienen, musizierte er mit allen möglichen Bands – bis er sich 1954 eine eigene Combo zusammenstellen konnte.

Obwohl er neun Monate im Jahr auf Tournee war und fortwährend Liebesaffären hatte, heiratete er ein zweites Mal. Außer den drei Söhnen, die ihm seine zweite Ehefrau gebar, zeugte er wohl noch ein Dutzend illegitimer Kinder und wurde von mehreren Frauen erfolgreich auf Vaterschaft verklagt.

Bei einer Session im Jahr 1959 kreierte Ray Charles den Hit "What'd I Say". Schließlich nahm er sogar Alben auf und verdiente – nicht zuletzt aufgrund seiner rücksichtlosen Vertragsverhandlungen – so gut, dass er sich ein eigenes Haus bauen, ein Studio einrichten und ein Privatflugzeug leisten konnte.

Dann trat er ein Jahr lang nicht auf, weil er sich einer Entziehungskur unterziehen musste. Andernfalls hätte ihm das Gericht bei seiner Verurteilung wegen Drogenbesitzes zu fünf Jahren Gefängnis keine Bewährungsmöglichkeit eingeräumt.

Nach der erfolgreichen Entziehungskur wurde Ray Charles als Soul-Legende in der ganzen Welt gefeiert.

Kritik

Am 10. Juni 2004 erlag Ray Charles in Beverly Hills einem Leberleiden.

Der Film befasst sich weitgehend mit dem Aufstieg der Soul-Legende Ray Charles. Mit Rückblicken in seine Kindheit bekommt der Zuschauer einen umfassenden Einblick in das Leben des Musikers. Nicht nur seine Erfolge werden in den Vordergrund gestellt, der Regisseur Taylor Hackford ("The Devil's Advocate") durchleuchtet auch seine Drogenexzesse und sein umfangreiches Liebesleben. Die Filmcrew schafft es die Legende in einem neutralen Licht zu stellen, so dass dem Zuschauer keine Meinung über den Klavierspieler aufgezwungen wird, man kann sich stets sein eigenes Bild machen. Ray Charles wird dargestellt vom überragenden Jamie Foxx ("Mimai Vice"), der zu Recht einen Oscar in der Kategorie "Best Performance by an Actor in a Leading Role" bei der diesjährigen Oscarverleihung erhielt. Insider sagen, dass Jamie bei den Dreharbeiten sogar Kontaktlinsen trug, so dass er wirklich blind war. Seine schauspielerischen Leistungen sind so bewegend, emotional, sensationell, dass viele Familienangehörige sagten, dass sie sich den Film nicht anschauen konnten, da die Ähnlichkeit mit dem verstorbenen Ray Charles zu verblüffend gewesen wäre. Der Film bietet keine unnötigen Effekte, die Szenerien spielen stets glaubhaft in den 50er und 60er Jahren. Über das Leben von Ray Charles hinaus bietet "Ray" einen Einblick in die amerikanische Geschichte, so wie sie ein blinder Afroamerikaner sie erlebt haben muss.

Die bewegenden Bilder, die fantastische schauspielerische Leistung von Jamie Foxx und nicht zuletzt die hervorragende Musik lassen "Ray" zu einem echten grossen Kinoerlebnis werden!

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  1. Veremar

    Veremar / 09.12.2007 16:05:32

    Interessanter Film mit Jamie Foxx überragend in seiner Rolle als Ray Charles.


    5 Sternen


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