O Brother, Where Art Thou?
Inhalt
Sie haben zwar einen Plan, aber keine Ahnung. Ein urkomisches Roadmovie im Mississippi der Depressionszeit - eine wahre OdysseeMitten in der Depressionszeit, mitten in Mississippi, mitten in einem Maisfeld: Drei Sträflinge fliehen aneinandergekettet von einer Gefängnisfarm. Angeführt werden die Drei von dem äußerst redegewandten und auf Haarpflege versessenen Everett Ulysses McGill (George Clooney). Seine beiden Kumpanen Pete (John Turturro) und Delmar (Tim Blake Nelson) sind zwei Hinterwäldler, wie sie im Buche stehen. Es gelang Everett die beiden zur Flucht zu überreden, indem er ihnen einen sagenhaften Goldschatz versprach. Doch bevor sie ans Ziel ihrer Träume gelangen können, müssen sie allerhand Abenteuer überstehen und begegnen einigen skurillen Zeitgenossen, angefangen mit einem blinden alten Mann, der ihnen mitten im Nirgendwo auf einer Draisine entgegenkommt und Prophezeiungen macht – für die drei Chaoten beginnt eine wahre Odyssee, immer verfolgt von den Häschern der Staatspolizei.
Sie treffen während ihres Trips auf den farbigen Jungen Tommy Johnson (Chris Thomas King), den sie an einer Kreuzung mitten im Nirgendwo auflesen. Sie landen mit ihm gemeinsam als "Soggy Bottom Boys" nebenbei den Hit des Jahres – ohne es zu wissen. Kurz darauf trennen sich ihre Wege vorerst wieder. Dafür gehen die Drei eher unfreiwillig mit dem berüchtigten Bankräuber George "Babyface" Nelson (Michael Badalucco) auf Beutezug. Auch diese Bekanntschaft ist nur von kurzer Dauer. Als Everett, Pete und Delmar an einem Fluss, auf drei wunderhübsche Sirenen treffen, von deren Gesang ihre Sinne vollkommen verwirrt werden, ist Pete am nächsten Morgen verschwunden – in seiner Kleidung sitzt nur noch ein Frosch. Also setzen Everett und Delmar ihre Reise alleine weiter fort – gemeinsam mit dem Frosch. Sie geraten an den Bibelverkäufer Big Dan Teague (John Goodman), der die Beiden verprügelt und ausraubt und zu allem Überfluss auch noch den Frosch zerquetscht.
Pete ist jedoch keinesfalls Tod, sondern er wurde von den Sirenen für ein Kopfgeld der Staatsgewalt ausgeliefert. Als Everett und Delmar das feststellen, befreien sie ihn aus seiner misslichen Lage. Kurz darauf treffen sie auch Tommy wieder, der gerade vom Ku-Klux-Klan gelyncht werden soll – auch er wird kurzerhand befreit. Dann stellt sich jedoch heraus, dass es gar keinen Goldschatz gibt, sondern dass Everett nur geflohen ist, um die erneute Hochzeit seiner Frau Penny (Holly Hunter) zu verhindern. Damit nicht genug geraten die drei auch noch mitten in den Wahlkampf zwischen Gouverneur Pappy O'Daniel (Charles Durning) und seinen Herausforderer Homer Stokes (Wayne Duvall). Außerdem ist ihnen immer noch die Staatsgewalt auf den Fersen. Und am Ende wird eine Kuh auf einem Dach stehen...
Kritik
Was soll ich zu diesem Film sagen? Ein komödiantisches Meisterwerk der Regieikonen Joel und Ethan Coen, die auch wie immer das Drehbuch selbst dazu geschrieben haben. Dieses basiert auf einem literarischen Klassiker, nämlich der antiken epischen Erzählung "Die Odyssee" vom griechischen Dichter Homer. Die Coen Brüder haben seine Erzählung ins Amerika während der großen Depression transferiert und daraus ein unvergessliches kultverdächtiges und absolut komisches Roadmovie gemacht – einfach eine geniale Idee. Die Beiden schafften ihren internationalen Durchbruch 1996 mit "Fargo", ein Film der mittlerweile schon Kultstatus erreicht hat."O Brother, Where Art Thou?" – schon allein der Titel klingt vollkommen verrückt. Der Film lebt von seiner Komik, den Darstellern, der perfekt in Szene gesetzten staubigen Südstaatenatmosphäre und der traditionellen amerikanischen Musik, die den gesamten Film durchzieht – unvergesslich der Song der "Soggy Bottom Boys – Man Of Constant Sorrow" – ein wahrer Ohrwurm, auch wenn er nicht gerade in die heutige Zeit passt.
Die Komik im Film ist einfach genial, ich hab zeitweise vor lachen in der Ecke gelegen. Ernsthaft, der Film bietet grandiose Komik, angefangen von Situationskomik, lustigen Sprüchen und eine urkomische Mimik der drei Hauptdarsteller George Clooney, Tim Blake Nelson und John Turturro, besonders wenn ich an den selten dämlichen Gesichtsausdruck von Tim Blake Nelson denke kommen mir schon wieder die Tränen vor lachen.
Zudem rechnen die Coen Brüder auf ihre ganz spezielle eigene Art und Weise mit dem Rassenhass und dem Ku-Klux-Klan ab, für die beiden ist einfach kein Thema tabu und alles wird gnadenlos durch den Kakao gezogen.
Die Besetzung des Films weist einige von Hollywoods Top Stars auf und ist einfach perfekt ausgewählt, ich könnte mir keine bessere Besetzung für die Rolle des Delmar als Tim Blake Nelson vorstellen, mit seiner einzigartigen Mimik. Angeführt wird das illustere Ensemble von Top-Star George Clooney, zu dem ich an dieser Stelle ja wohl nicht viel mehr sagen muss. Aber auch andere Stars wie John Goodman und Holly Hunter haben wenn auch kurze aber tragende Rollen im Film inne. Zudem ist auch Altstar Charles Durning mit von der Partie.
Kurz noch einige Worte zur Musik: Es handelt sich nicht um einen typischen Kinosoundtrack aus Instrumentalmusik, vielmehr werden viele traditionelle amerikanische Lieder im Film verwendet, eine Musik die eigentlich überhaupt nicht in die heutige Zeit passt, allerdings perfekt auf den Film abgestimmt ist. Ich muss sagen, dass sie mir persönlich sogar gut gefallen hat, obwohl ich ansonsten nun absolut gar nicht auf diese Art Musik stehe.
Fazit: "O Brother, Where Art Thou" ist einfach ein Film, der von Anfang bis Ende Spaß macht. Wer in Zeiten von oftmals hirnlosen Teenie-Komödien einmal eine abwechslungsreiche Komödie, die zudem auch noch eine gute Story bieten kann, sehen will, dem sei dieser Film wärmstens ans Herz gelegt. Auf jeden Fall ein (geheim)Tipp für einen gelungenen DVD Abend. Apropos DVD, an dieser Stelle mein einziger kleiner Kritikpunkt, der aber nichts mit dem Film an sich zu tun hat, denn die DVD bietet leider kein einziges Special Feature. Ansonsten sehr zu empfehlen und absolut kultverdächtig.
Viel Spaß beim Film!
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Regisseur
Schauspieler
George Clooney, John Turturro, John Goodman, Holly Hunter, Chris Thomas King, Charles Durning, Del Pentecost, Michael Badalucco, J.R. Horne, Brian Reddy, Wayne Duvall, Ed Gale, Ray McKinnon, Tim Blake Nelson



Veremar / 09.12.2007 16:00:26
Sehr unterhaltsame Komödie mit guten Schauspielern und tolle Story!
5 Sternen
stallone / 21.12.2007 18:22:04
da gabs szenen, wo ich mich richtig weggepackt hab!
4 Sternen
Kenny / 16.02.2008 23:44:55
Einer meiner Lieblingsstreifen von den Coenbrüdern und eine interessante Interpretation von Homers Odyssee. Serh zu empfehlen ist auch die Musik, die zum Teil der Handlung wird.
6 Sternen
Kenny / 16.02.2008 23:44:58
Einer meiner Lieblingsstreifen von den Coenbrüdern und eine interessante Interpretation von Homers Odyssee. Serh zu empfehlen ist auch die Musik, die zum Teil der Handlung wird.
6 Sternen
Zoidberg / 23.04.2008 22:57:49
Tolle Besetzung, lustiger Streifen. Sollte man gesehen haben.
5 Sternen