Die Geisha
Memoirs of a Geisha
Inhalt
Rob Marshalls Verfilmung des Bestseller-Romans von Arthur Golden.
Die Geschichte spielt in einer geheimnisvollen und exotischen Welt, die auch heute nichts von ihrer Faszination verloren hat. Japan vor dem Zweiten Weltkrieg: Die kleine Chiyo muss seine mittellose und schwerkranke Familie verlassen, um als Hausmädchen in einem Geisha-Haus Geld zu verdienen. Dort hat sie sich aber gegen die intrigante Geisha Hatsumomo (Gong Li) durchzusetzen, die ihr das Leben auf jede erdenkliche Art schwer macht und sie davon abzuhalten versucht, als Geisha Erfolg zu haben. Mit Hilfe einer der mächtigsten Geishas Gions, Memeha (Michelle Yeoh), der größten Rivalin von Hatsumomo, schafft es Chiyo schliesslich doch, sich als Geisha Sayuri (Ziyi Zhang) erfolgreich durchzusetzten. Der schönen und gebildeten Sayuri liegen die mächtigsten Männer ihrer Zeit zu Füßen, doch heimlich liebt sie den einen Mann (Ken Watanabe), der für sie unerreichbar ist…
Kritik
1997 veröffentlichte der gefeierte Autor Arthur Golden seinen Roman "Die Geisha", der weltweit die Bestsellerlisten stürmte. Golden lebte selbst für einige Jahre in Japan und lernte dort einen unehelichen Sohn einer Geisha kennen. Von der Begegnung zeigt er sich so fasziniert, dass er sich für mehrere Jahre mit der Geisha-Kultur auseinandersetzte und nach zehn Jahren Arbeit veröffentlichte er seinen Roman.
Für die Verfilmung des Romans wurde Regisseur Rob Marshall für das Projekt gewonnen, der mit seinem letzten Film "Chicago" insgesamt 6 Oscars gewonnen hat. Erst sollte Steven Spielberg in dem Film Regie führen, entschied sich dann aber doch lieber dafür, als Produzent dabei zu sein. Buchverfilmungen sind immer eine heikle Sache, denn um eine Geschichte auf die Leinwand zu bringen, sind immer einige Änderungen nötig, aber Änderungen verärgern immer Fans des Romans. Rob Marshall ist es in gewisser Hinsicht gelungen, in einigen Punkten hat der Regisseur aber versagt.
Was in "Die Geisha" mehr als gelungen ist, ist die optische Aufmachung des Films. Der Film bietet wirklich wunderschöne Sets des alten Japans um 1930, die Stadt Kyoto sieht einfach hinreißend aus und es wurde auf eine detaillierte und korrekte Wiedergabe der Umgebung, der Traditionen, Gebäude und Kostüme geachtet. Man fühlt sich als Zuschauer also tatsächlich nach Japan versetzt. Vor allem die wunderschönen japanischen Gärten rauben einem den Atem.
Auch schauspielerisch ist "Die Geisha" sehr gut. Für die Besetzung hat man einige hochkarätige chinesische Darsteller gewählt, was in Asien aber für einige Aufregung sorgte. Die Chinesen haben den Japanern einige Gräueltaten des 2. Weltkrieges noch nicht verziehen, so dass sie erbost darüber waren, dass ihre besten Darstellerinnen japanische Rollen übernahmen, die zur Zeit des 2. Weltkrieges angesiedelt sind. Auch die Japaner haben sich darüber aufgeregt. Da es sich bei "Die Geisha" um eine amerikanische Produktion handelt hat man sich die Freiheit genommen, die Darsteller so zu besetzen, dass sie von Asiens besten Darstellerinnen gespielt werden, wie Rob Marshall selbst erklärt.
Die Geisha Sayuri wird von der 26-jährigen Schauspielerin Ziyi Zhang gespielt, die bereits mit Filmen wie "Tiger and Dragon", "Hero" oder "House of Flying Daggers" international große Erfolge feierte. In "Die Geisha" zeigt die junge Chinesin mal wieder ihr ganzes schauspielerisches Talent, sie wirkt überaus überzeugend als Sayuri und scheint ideal besetzt. Eine Golden-Globe-Nominierung als beste Darstellerin hat sie für "Die Geisha" bereits erhalten. Michelle Yeoh ("Tiger and Dragon", "Tomorrow Never Dies") besetzt die Rolle der sympathischen und erfolgreichen Geisha Mameha, die Sayuri als Schülerin aufnimmt. Auch sie spielt ihre Rolle sehr gut und überzeugend, genau wie die Bösartige Geisha Hatsumomo die von Gong Li ("The Emperor and the Assassin", "2046") verkörpert wird. Ken Watanabe ("The Last Samurai") spielt den Direktor, der Sayuris Leben eine entscheidende Wende gibt und den sie fortan begehrt. Insgesamt also 4 hochkarätige asiatische Darsteller, die allesamt sehr gute Arbeit leisten.
Die Musik stammt von John Williams ("Star Wars: Die Rache der Sith") und erinnert ein wenig an "The Last Samurai". Sie ist sehr gut gelungen, passt gut in den Film hinein und erhielt auch eine Golden-Globe-Nominierung.
Bis hierhin klingt alles sehr positiv. Wieso ist "Die Geisha" dann aber doch nicht so gut wie erwartet? In einem Punkt versagt der Film leider: Der Film wirkt nämlich sehr emotionslos. Sayuris schmerzvolle Trennung von ihrer Schwester Satsu, ihre Hoffnungslosigkeit, als ihr Leben danach aussieht, für immer als Dienerin zu arbeiten, die Unterdrückung durch Hatsumomo, die Freundschaft zu Nobu oder die Leidenschaft zum Direktor: All das kommt im Film leider nicht ganz rüber. Leser des Buches wird dies schnell auffallen, da sie durch das Buch genau das Gegenteil gewohnt waren, nämlich reichlich Emotionen. Im Film wirken die Charaktere aber leider etwas steril, man mag sich nicht so richtig in sie hineinfühlen, traurige Situationen wirken aufgesetzt und rühren den Zuschauer leider nicht wirklich. Schuld daran sind nicht die Darsteller, sondern das Drehbuch. Das ist leider der größte Schwachpunkt am Film.
Lesern des Buches wird außerdem auffallen, dass einige Dinge nicht im Film vorkommen oder teils umgeändert wurden. Allerdings beträgt die Spielzeit bereits 140 Minuten, so dass es einfach kaum möglich gewesen war, gewisse Dinge in den Film zu bringen – was trotzdem recht schade ist. Die Änderungen zum Buch sind in jedem Fall auffallend, aber größtenteils nicht sonderlich störend – bis auf wenige Ausnahmen wie Hatsumomos Brandstiftung.
Fazit: "Die Geisha" ist ein optisch wunderschöner Film mit hervorragenden Schauspielern, dem es leider aber an Emotionen fehlt. 140 Minuten lang schaut sich der Zuschauer schöne Bilder an, mitfühlen tut er leider aber nicht wie erhofft. Zu empfehlen ist der Film trotzdem, da er keineswegs schlecht ist, aber leider ist er nicht so gut geworden, wie man sich es anfangs vorgestellt hatte. Die Meinungen zum Film werden sich sicherlich teilen.
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Regisseur
Schauspieler
Gong Li, Zhang Ziyi, Ken Watanabe, Michelle Yeoh, Koji Yakusho, Youki Kudoh, Cary Hiroyuki-Tagawa, Tsai Chin, Ted Levine
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Xylon / 08.03.2008 00:23:28
Ein Film der mich wirklich beeindruckt hat. Das Leben von einer Geisha. Sehr interessant!!
5 Sternen
Veremar / 08.03.2008 13:37:44
Ein echt guter Film, wird wie die meisten aber dem Buch nicht gerecht. Trotzdem sehr empfehlenswert!
4 Sternen