Old Dogs - Daddy oder Deal  (Old Dogs)

Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Laufzeit: 88 min

Land: USA

Genre: Comedy , Family



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Startdatum: 14.01.2010

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Old Dogs - Daddy oder Deal (2009)

Old Dogs

Moviereporter Bewertung

3

Handlung

Robin Williams' Comeback als Vater wider Willen

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Dan (Robin Williams) und Charlie (John Travolta), beide Mitte 50, die seit Kindertagen die besten Freunde und in der gemeinsamen Marketingagentur auch beruflich ein gutes Team sind. Gerade als ihr größter Deal mit japanischen Geschäftspartnern in die heiße Phase geht, erfährt der zurückhaltende Dan von einer alten Liebe, mit der er eigentlich nur eine Nacht verbracht hat, dass er vor sieben Jahren Zwillinge zeugte. Da diese für zwei Wochen ins Gefängnis muss, erklärt sich Dan kurzerhand bereit, in dieser Zeit auf die Kinder aufzupassen. Natürlich setzt er dabei auf die Unterstützung von Charlie, doch da Kinder für die beiden überzeugten Junggesellen so etwas wie ein rotes Tuch sind, sind Schwierigkeiten bereits vorprogrammiert.

 

Bilder

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Kritik

Das der erste gemeinsame Film von Robin Williams und John Travolta gerade eine familientaugliche Komödie ist, mag überraschen, sind doch beide schauspielerisch am besten, wenn sie ernste und tragische Charaktere verkörpern. Zumal beide noch vor den Dreharbeiten mit Krisen zu kämpfen hatten. Robin Williams nahm lange Zeit nur kleine Nebenrollen an oder betätigte sich als Synchronsprecher, da er einerseits mit Rückfällen in seine Alkoholsucht zu kämpfen hatte und ihm andererseits ein Herzleiden schwer zu schaffen machte. Seine Sucht hat er erfolgreich bekämpft und auch eine Herzoperation lief ohne Komplikationen. John Travolta hatte schon lang keinen großen Hit mehr im Kino und kämpfte mit Familienproblemen die im tragischen Tot seines Sohnes (kurz nach den Dreharbeiten) gipfelten. Beide Darsteller promoten jetzt ihren neuen Film, mit dem sie sich den großen Wurf erhoffen. Gerade für die Travoltas scheint die neue Disney Komödie eine Therapie und Ablenkung gewesen zu sein, spielt doch Travoltas Frau Kelly Preston die Ex-Frau von Dan und Travoltas Tochter eines der Zwillingskinder.

Hinter der Kamera stand der noch relativ junge und unbekannte Walt Becker, der als Komödienregisseur jedoch sehr von Travolta geschätzt wird, drehten die beiden doch schon den Biker Film "Wild Hogs" (dt. Born to be Wild) zusammen. Hier spricht Becker jedoch ein deutlich jüngeres Publikum an und setzt dabei auf sein berühmtes Duo, in Kombination mit abgenutzten Gags rund um die Kleinen und das Alter der beiden Hauptprotagonisten.

Die Old Dogs, das sind Dan und Charlie, für die Frauen und Familie stets nebensächlich waren. Im Lauf der Jahre haben sie ihrer gemeinsamen Marketingagentur zu neuen Höhen verholfen. Ergänzt wird das Team von einem alten Hund der auf Grund seiner schwachen Blase des Öfteren Urinspuren über den Teppich zieht. Beide stehen nun vor ihrem Höhepunkt, einem Millionenabschluss mit einem japanischen Konzern. Eigentlich das, wovon beide schon lange geträumt haben. Und genau zu diesem Zeitpunkt kommen die Zwillinge ins Leben von Dan und unweigerlich auch in das von Charlie. Gerade Dan fühlt sich als Vater überfordert und versucht zumindest eine "To Do" Liste seiner Kinder abzuklappern. Der Startschuss zu einer Reihe von chaotischen Ereignissen. Dabei kriegen vor allem die Erwachsenen ordentlich eins auf die Nuss, um am Ende geläutert zu werden und zu merken, dass die Familie doch wichtiger ist als die Karriere.

Der Humor ist dabei sehr übertrieben, fast schon grotesk und comichaft. Intelligente Einfälle oder überraschende Wendungen darf man hier nicht erwarten, sonst wird man bitter enttäuscht. Die meisten Slapstick Einlagen sind dabei unter der Gürtellinie anzusiedeln und sind in dieser Form schon tausendmal dagewesen. Ein Running Gag, der sich durch den Film zieht: Dan und Charlie werden ständig für die Großeltern der beiden Kinder gehalten. Die Kinder betonen natürlich immer stolz, dass Dan ihr Vater ist. Das Spektrum an Gags reicht von einer schielenden Rita Wilson, die ein Händemodel verkörpert und der von Dan natürlich die Hände eingeklemmt werden. Es werden Golfbälle in den Schritt geschossen, es gibt ein Frisbee-Spiel das in eine Schlägerei ausartet, ein Denkmal geht in Flammen auf, Pillen haben lustige Nebenwirkungen, eine künstliche Hautbräunung geht schief und am Ende geht's noch in den Zoo, wo sich mit Tieren angelegt wird. Am Ende ist dann aber alles gut und alle haben sich lieb. Nichts neues also im Land der Disney Komödien.

Zugegeben, so mancher Lacher ist in der Tat dabei. Und das ist vor allem John Travolta und Robin Williams zu verdanken die wirklich gut miteinander harmonieren. In Erinnerung geblieben ist vor allem die Szene, in der Dan und Charlie einen falschen Tablettencocktail einwerfen (natürlich haben die Kinder die Pillen vertauscht) und dies üble Nebenwirkungen hat. Charlie bekommt Fressattacken und ein breites Dauergrinsen ins Gesicht (das übrigens ganz schlecht computeranimiert ist). Dan dagegen verliert im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen und hat ein paar überaus lustige und an "Fear and Loathing" erinnernde Szenen.

Am Ende müssen sie noch vor einem Gorilla und Pinguinen fliehen, vor allem Charlie bekommt hier einiges ab. Ich sag nur "Kill the Penguins... kill the penguins".

Wie schon erwähnt harmonieren Travolta und Williams als alte Freunde überraschend gut und haben sichtlich Freude daran ihre komischen Seiten zu zeigen. Jedoch waren sie auch beide schon viel besser und überzeugender. Viel wird ihnen nämlich nicht abverlangt. Seth Green, Justin Long, Matt Dillon und Rita Wilson sind nur in Nebenrollen zu sehen, ihr Potential wird zu keiner Weise ausgeschöpft. Lediglich Seth Green darf am Ende mit einem Gorilla kuscheln und ihn in den Schlaf singen - sehr witzig.

Genau wie die Gags sind die Dialoge größtenteils ziemlich albern und sinken teilweise auf Sitcom Niveau. Da fehlt manchmal nur noch das Gelächter im Hintergrund. Beispiel: Der strenge Chief des Jugendcamps (Dillon) fühlt sich von den älteren Herren, die er für ein Schwulenpaar hält, provoziert und fordert sie zum Frisbee-Match auf: "You girls ready to play a little Ultimate Frisbee?" Williams: "I think so, Mr. Testosterone."

Auf optischer Ebene weiß vor allem der Vorspann zu gefallen, der in einer Art Fotoalbum kurz die Vergangenheit von Dan und Charlie zusammenfasst und zeigt, was für unterschiedlichen Menschen sie sind. Ansonsten gibt es nichts, was irgendwie auffallen würde, in der Inszenierung bewegt sich der Film zuweilen auf TV Niveau. Dem schließt sich der Soundtrack an, der immerhin geschickt ein paar paar alte Pop Hits einstreut.

Im Mittelpunkt stehen die Männer, die über sich hinauswachsen, mehrere Peinlichkeiten zu überstehen haben und eine Entwicklung durchmachen müssen. Die neue Wertschätzung der Familie zusammen mit einem Disney typischen Happy End.  Am Ende fliegt Dan mit einem Raketenanzug als Superheld auf den Kindergeburtstag seiner Kinder, die im Glauben sind der Beruf wäre ihm wichtiger gewesen. Das ist dann doch etwas zuviel des Guten. Achja, selbstverständlich geht ihm in der Luft der Treibstoff aus und der kracht zu Boden, damit die Kinder auch was zu lachen haben.

Übrigens werden fast alle guten Witze im Trailer angeschnitten oder sogar gezeigt. Man muss den Film nicht unbedingt im Kino sehen, wer allerdings mit dem Gedanken spielt, kann sich hier ein gutes Bild davon machen was auf ihn zukommt.

Fazit: Der Film bietet sehr seichte Unterhaltung und richtet sich vor allem an Kinder, die ihren Spaß haben wenn die Alten auch mal zu Schaden kommen. Wer ohne Ansprüche und Erwartungen in den Film geht, kann auch durchaus seine Freude an der Gag-Parade haben. Für eine richtig gute Komödie sind die Witze aber zu einfallslos und abgenutzt. Was man dem Film zugute halten muss ist die Tatsache, dass er zumindest gute Laune macht. Danach setzt allerdings auch schon wieder der Vergessensprozess ein.

Kommentare

siBBe

geschrieben am 17.12.2009 um 13:57:15

Kann mich der Kritik eigentlich größtenteils nur anschließen. Mir waren die meisten Jokes leider zu einfach, wenig originell und was ich weniger mag ist slapstick humor und davon gab es hier auch reichlich. Ab und zu kann man schon mal lachen, aber im großen und ganzen hält es sich doch eher in grenzen. Travolta und Williams haben beide weitaus bessere Filme

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