Die Päpstin (Pope Joan)

Laufzeit: 148 min

Land: Germany, UK, Italy, Spain

Genre: Drama, History, Romance




Startdatum: 22.10.2009

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Die Päpstin (2009)

Pope Joan

Moviereporter Bewertung

3

Handlung

Adaption des gleichnamigen Millionenbestseller von US-Autorin Donna W. Cross

Europa im neunten Jahrhundert. In Ingelheim am Rhein wächst Johanna (Johanna Wokalek), die Tochter des fanatischen Dorfpriesters auf. Gegen den Willen des Vaters lernt sie heimlich Lesen und Schreiben. Doch Johannas außergewöhnliches Talent bleibt nicht unentdeckt. Als einziges Mädchen darf sie die Domschule in Dorstadt besuchen und wird in die Obhut des Ritters Gerold (David Wenham) gegeben, in den sie sich unsterblich verliebt. Nach einem blutigen Überfall der Normannen, trifft Johanna eine folgenreiche Entscheidung. Als Mann verkleidet, tritt sie ins Kloster Fulda ein. Dort erlernt sie die Kunst des Heilens und wird zum Priester geweiht. Später in Rom erwirbt sie den Ruf eines Wunderheilers und wird aufgrund ihrer Fähigkeiten zum Leibarzt von Papst Sergius (John Goodman) ernannt. Kurz darauf wird der Papst vergiftet aufgefunden. Der Drahtzieher des Komplotts, Bischof Anastasius (Anatole Taubman), macht sich Hoffnungen auf den heiligen Stuhl, doch überraschend wird Johanna zum Papst gewählt. Aber die unentdeckte "Päpstin" besitzt eine gefährliche Schwachstelle: Sie ist von Gerold, ihrem heimlichen Geliebten, schwanger...

 

Kritik

Die Vorlage zu "Die Päpstin", welche von Donna Woolfolk Cross verfasst wurde, gehört schon heute zu einem absoluten Weltbestseller und wird von Sönke Wortmann als solides Historienepos auf die Leinwand gebracht. Wortmann gehört wohl zu den bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Regisseuren und begibt sich mit seinem neusten Werk in ein anderes Genre, womit er zuvor noch keine Erfahrungen gemacht hat. Abwechslungen sind zwar berechtigt, jedoch muss das Endprodukt dann auch der grandiosen Buchvorlage gerecht werden. Ob er eine würdige Verfilmung gedreht hat, wird sich noch im Laufe der Kritik herausstellen.

Doch zuerst eine Einführung in die Geschichte. Im Jahr 814 nach Christi wurde Johanna (Johanna Wokalek) zur Welt gebracht. Frauen hatten zu der Zeit wenig Rechte und wurden zum arbeiten und Kinder kriegen bestimmt. Die kleine Johanna hat sich allerdings gegen diese unterworfenen Bestimmungen gewehrt und stellt sich gegen die Regeln ihres Vaters und der Kirche. Sie merkt das ihr Lebensweg ein anderer werden sollte und kurze Zeit später besucht sie die Domschule in Dorstadt. Dort begegnet sie Graf Gerold (David Wenham), einem Edelmann am Hofe des Bischofs. Doch aus der anfänglichen Freundschaft wird schnell Liebe. Als er in den Krieg zieht und sie zurück lässt, erinnert sie sich wieder an ihre wahre Bestimmung. Jedoch ist ihr Ziel als Frau in ein Kloster zu kommen unmöglich. Prompt schneidet sie sich die Haare ab und ändert ihren Namen in Bruder Johannes. Nun tritt sie ins Benediktkloster Fulda und lebt dort als heilkundiger und Arzt. Ihre wahre Identität droht allerdings aufgedeckt zu werden und sie flieht nach Rom, wo sie Gerold wieder trifft. Sie steigt in der kirchlichen Hierarchie immer höher und rutscht immer tiefer in die Gefahr erkannt zu werden. Als dann auch noch Papst Sergius (John Goodman) stirbt, wird Johanna zu seinem Nachfolger gewählt, doch ihre Feinde warten nur auf eine Gelegenheit, sie von ihrem Thron zu stürzen...

Mit der tollen Buchvorlage hätte der Film fantastisch werden können, jedoch hat Wortmann nicht das gemacht, was man daraus hätte machen können. Die Schauspieler wurden bis auf ein paar kleine Ausnahmen gut ausgewählt. Man merkt den Film allerdings die 148 min. Spieldauer doch sehr an und das Ganze wurde an einigen Stellen zu sehr in die Länge gezogen, wo schnell mal zwischendurch Langeweile aufkam. Keine Frage, die Sets waren klasse und mit dem Drehorten in der Eifel oder im marokkanischen Quarzazate zeigte Wortmann den Zuschauern tolle Bilder. Auch die Kostüme wurden sehr konvenabel ausgewählt und gut in Szene gesetzt, gerade das Gewand von dem Papst und später der Päpstin.

Johanna Wokalek ("Barfuss"), die in die Rolle der Päpstin schlüpft, passt optisch zwar gut dort rein, jedoch verkörpert sie diese ohne ledigliche Mimik und Körpersprache. Ein Minimum an Gesichtsausdruck präsentiert sie ihrem Publikum und selbst ihre eigene Synchronstimme wirkt sehr eintönig und einschläfernd. Leider überbringt sie den Zuschauer keinerlei Emotionen und es fällt einem teilweise schwer, sie als Heldin in diesem Historienepos zu akzeptieren. Natürlich ist sie eine gute deutsche Schauspielerin und hat auch in „Die Päpstin" ihr Können präsentiert, konnte aber dennoch nicht überzeugen. David Wenham, den wohl alle als Faramir aus "Herr der Ringe - Die zwei Türme" kennen, schlüpft hier auch wieder in die Rüstung und überzeugt als Edelmann, Krieger und Liebhaber von Johanna. Er ist zwar im ersten drittel gar nicht zu sehen, danach zeigt er sich allerdings von seiner Schokoladenseite und ist immer präsent. Der letzte bekannte Schauspieler ist kein anderer als der sympathische Schauspieler John Goodman ("The Big Lebowski"). Er mimt den Papst Sergius und überzeugt mit seinem Humor auf ganzer Länge. Auch ihn bekommt man erst spät zu Gesicht, jedoch lockert er den ziemlich ernsten Film enorm auf und ist für den ein oder anderen kleinen Lacher verantwortlich.

Auch der dramatische und hervorhebende makellose Score weiß zu überzeugen. Die 10-monatige Arbeit von Komponist Marcel Barsotti ("Das Wunder von Bern") und seinen 160 Mitwirkenden hat sich gelohnt. Vor allem das Orchester und der Chor der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz ging unter die Haut.

Fazit: Sönke Wortmanns Buchverfilmung konnte leider nicht auf ganzer Länge glänzen. Die Schauspieler konnten bis auf kleine Ausnahmen überzeugen und wurden gut ausgewählt. Der Film, der auf einer wahren Begebenheit beruht, ist trotz der teilweise guten Kritikpunkte, nur mit Vorsicht zu genießen. Eines sei jedoch gesagt, eine TV-Produktion hätte völlig gelangt!

Kommentare

PrinzessinLillifee

geschrieben am 14.12.2009 um 12:03:07

genialer film, historisch gesehen durchaus fundiert, wo es sein sollte und phantasievoll, wo die eigentliche story behandelt wird.
wunderbare thematik und einfach nur geniale schauspielleistung von johanna wokalek!

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