Brüno

Laufzeit: 83 min

Land: USA

Genre: Comedy




Startdatum: 09.07.2009

Deine Bewertung:


Community Bewertung

In folgenden Listen

Brüno (2009)

Moviereporter Bewertung

4

Handlung

Nach "Ali G" und "Borat" schickt der britische Starkomiker Sacha Baron Cohen nun den nächsten Unruhestifter in den Ring - in Netzhemd und Hotpants.

Brüno - teils Model, teils Celebrity-Reporter und vollständig schwul - macht sich aus Österreich auf, die Vereinigten Staaten und damit auch die Welt zu erobern. Auf seiner internationalen Tour der Provokationen schreckt Brüno vor nichts und niemandem zurück, um sich ins Rampenlicht zu drängeln. Ob mit einem Guerilla-Auftritt im Klettkostüm bei einer Modenschau in Mailand, ob mit kruden Auftritten und Reality-Reportagen oder eben mit seinem schwarzen Adoptivbaby, das man als angesagter Star einfach dabeihaben muss.

Mit hartgesottener Arglosigkeit sucht Brüno ungeniert nach Spaß und sorgt für Aufruhr, wo auch immer er hinkommt. Er lässt Moralapostel auflaufen, entblößt die Absurditäten der Fashionistas, ärgert selbsternannte Sittenwächter bis aufs Blut und tritt ignoranten Dummköpfen mit unanständiger Wucht vors Schienbein - ein schlüpfriger Narr in der Welt des schönen Scheins. Schamlos und unverschämt witzig.

 

Kritik

2006 landete Sacha Baron Cohen mit "Borat" (oder auch: "Borat - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen") einen riesen Erfolg weltweit. Sowohl Kritiker als auch Fans waren begeistert - was sich auch an den Kinokassen positiv wiederspiegelte. Damit brachte Cohen nach "Ali G" seine bereits zweite große Rolle auf die Leinwand und war spätestens jetzt ein gefeierter, anerkannter Superstar. Doch Cohen spielte neben den beiden Rollen in seiner Show stets eine weitere, nämlich den österreichischen schwulen Celebrity Reporter Bruno, der nun als nächstes bei uns in die Kinos kommt. Die Erwartungen an Cohen sind groß, seine abgedrehten PR-Aktionen weltweit in aller Munde (man denke allein an seine Eminem Attacke bei den MTV Movie Awards)...hält der Film, was er verspricht?

Wie nicht anders von Cohen zu erwarten, ist auch "Brüno" ein auf ganzer Linie durchgedrehter Film mit jeder Menge origineller, zum brüllen komischen Ideen. "Brüno" ist, wie zuvor schon "Borat", zwar ein Spielfilm mit "Story", der aber trotzdem aus einer Aneinanderreihung von realen Situationen besteht, in denen mal bekannte Persönlichkeiten oder auch normale Bürger durch den Kakao gezogen werden. Zunächst einmal beginnt der Film mit einem passenden Technobeat von Scooter, der schon das erste Schmunzeln hervorruft. Wie auch in "Borat" gibt es hier ein kleines Intro, in dem sich der Hauptcharakter vorstellt. Man bekommt einen ersten Einblick in die durchgeknallte Welt Brünos und ist somit von der ersten Minute an schon bestens unterhalten und am lachen. Was folgt, ist eine verrückte Idee nach der anderen. Man sieht beispielsweise ein Interview mit Paula Abdul, bei dem die beiden Platz auf mexikanischen Gastarbeitern nehmen, die als Stühle und Tische dienen, und fröhlich über Menschenrechte reden (Ironie schlechthin), sieht Brüno auf seiner Reise durch den nahen Osten, wobei die Menschen dort nicht schlecht staunen beim Anblick seines Auftritts, beobachtet seinen Versuch, ein Sex-Tape mit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ron Paul zu drehen oder sieht seine schauspielerischen Versuche (und Patzer) im Tv-Bereich bei der Serie "Medium". Natürlich gibt es noch zig andere lustige Situationen, Cohen hat sich dabei wieder viel einfallen lassen und enttäuscht nicht, denn eine Szene ist lustiger als die andere. Ganz selten artet das Ganze dann etwas übertrieben aus, was man aber gern aufgrund der vielen gelungenen Szenen verzeiht.

Eine der Szenen, in denen Brüno LaToya Jackson verarscht und worin auch ihr Bruder Michael Thema ist, wird übrigens aufgrund des Todes des King of Pops aus dem Film gestrichen, was schade ist, denn die Szene hat mich gut zum Lachen gebracht, trotzdem aber ist der Schritt verständlich, denn die Zeit dazu wäre wohl alles andere als richtig.

Zu "Borat" gibt es übrigens auch einige Parallelen. Während in "Borat" Azamat dem Hauptdarsteller als bester Freund und Helfer zur Seite stand, bekommt Brüno auch einen Partner, der hier auf den Namen Lutz hört. Unvergesslich in "Borat" bleibt natürlich der Kampf gegen seinen schwergewichtigen Freund, den es auch hier (allerdings in anderer Form) mit seinem Kollegen Lutz geben wird. Im Direktvergleich muss man sich aber wohl eingestehen, dass "Borat" insgesamt wohl doch einen Tick lustiger und origineller war als "Brüno". Nicht falsch verstehen, Cohen liefert uns auch diesmal wieder eine rundum gelungene Komödie, die man sich unbedingt ansehen sollte, doch mit "Borat" hat er damals die Meßlatte einfach noch höher gesetzt.

Eine Empfehlung noch vorweg: "Brüno" sollte man nicht unbedingt mit seiner Familie anschauen. Zur Pressevorstellung kam eine Kollegin auf die Idee, ihre junge Tochter mitzubringen, die aufgrund einiger enthaltener pornographischer Szenen und vielen nackten Tatsachen in Tränen ausgebrochen ist...ein Aspekt, den man vorher vielleicht bedenken sollte. Übrigens sei auch dringend(!) empfohlen, sich "Brüno" im Original anzuschauen! Kein Scherz, bei anderen Filme kann man sich darüber streiten, aber sowohl "Borat" als auch "Brüno" sind nur im Original genießbar, da Cohens Darstellung der Charaktere, seine Sprechweise, sein Akzent und seine Witze nur so funktionieren...alles andere wäre eine Schande. Man tut sich also absolut keinen Gefallen mit der katastrophalen deutschen Synchronisation, bei der jeglicher Humor verloren geht.

Damit kommen wir auch direkt zu Cohen, den man hier wieder einmal in Bestleistung sieht. Man muss ihm ein großes Kompliment aussprechen, denn er spielt seine Figuren nicht einfach nur, man hat das Gefühl, er lebt sie. Das macht er so glaubwürdig, dass man ihm wirklich abkauft, dass die Figur real ist. Nicht umsonst wurde er als bester Darsteller des Jahres mit dem Golden Globe für "Borat" ausgezeichnet. Die Charaktere existieren außerdem nicht nur im Film, auch auf allen dazugehörigen PR-Aktionen tritt er in der Öffentlichkeit immer in seiner Rolle auf und spielt sie damit auch abseits der Leinwand glaubhaft.

Fazit: Sacha Baron Cohen schlägt wieder zu! Auch als Brüno lässt er wieder kein Auge trocken und ist einen Kinobesuch allemal wert. Neben "The Hangover" der bislang lustigste Film in diesem Jahr.

Kommentare

Kaspian

geschrieben am 04.12.2009 um 14:19:58

Einfach nur zu Krass...

TDurden

geschrieben am 06.12.2009 um 06:34:22

die probeshow für das testpublikum war das beste an dem ganzen film. ich konnte einfach nicht aufhören zu lachen. der film ist totaler schrott aber sowas von verdammt lustig mit gags am laufenden band das der film schon wieder großartig ist.

tarantino

geschrieben am 06.12.2009 um 18:41:18

Nicht so gut wie Borat, schrecklich diese Eltern, die ihre Kinder für jeden scheiß verkaufen.

Pineapple

geschrieben am 13.12.2009 um 03:44:45

mit zombieland der lustiigeste film 09!

PrinzessinLillifee

geschrieben am 14.12.2009 um 14:51:32

ich fand den erstaunlich schlecht um ehrlich zu sein.
keine ahnung, warum der so gefeiert wird

Schreibe hier deine Meinung