Verfasst von Sebastian Stumbek am 28.11.08 16:16:00 - 6 Kommentare

Kurzer Prozess - Righteous Kill

Righteous Kill

Moviereporter-Bewertung:
  • 2.0/6 Sterne.
Leserwertung (27): 2.18 / 6

Land USA

Genre Crime, Thriller

Laufzeit: 101

Jahr 2008

Webseite
Trailer

Kinostart: 01.01.2009
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  • Kurzer Prozess (Righteous Kill)
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Inhalt

Robert De Niro und Al Pacino gemeinsam vor der Kamera.

Ein Serienkiller macht New York City unsicher. Da es sich bei seinen Opfern aber ausschließlich um Verbrecher handelt, die bislang ungestraft davonkommen konnten, hegen die beiden ermittelnden Polizisten Turk (Robert De Niro) und Rooster (Al Pacino) sogar gewisse Sympathien für den Täter. Als die Spur sich verdichtet und in die eigenen Reihen zu führen scheint, müssen sich die langjährigen Partner fragen, ob es sich beim Richter und Henker in Personalunion nicht um einen ihrer Kollegen handeln könnte.

Kritik

Dass Robert De Niro und Al Pacino beide großartige Schauspieler sind, bzw. Schauspiellegenden, wird sicher niemand abstreiten. Trotzdem kann man nicht leugnen, dass ihre besten Zeiten seit langem schon vorbei sind. In den letzten 10 Jahren erschien von beiden so gut wie kein guter Film mehr. De Niro lieferte uns Filme wie "Godsend", "Showtime" oder "Hide and Seek", von Pacino kamen Filme wie "88 Minutes", "Das schnelle Geld" oder "Gigli". Zwischendurch, ganz selten, kam von beiden dann doch mal ein ordentlicher Auftritt, sei es De Niros urkomischer Auftritt in "Der Sternenwanderer" oder Pacinos erstklassige darstellerische Leistung in "Der Kaufmann von Venedig", aber die Zeiten von "Casino", "Der Pate", "Goodfellas", "Scarface", "Carlito's Way" oder "Im Auftrag des Teufels" (sowie vieler weiterer Klassiker der beiden) sind schon lange vorbei.

Nun aber ist es endlich soweit, denn die beiden drehten einen gemeinsamen Film, und die Hoffnung und Erwartung ist zunächst groß. Doch nach und nach erreichten uns im Vorfeld Nachrichten, die die Erwartungen senkten. Die Wahl des Regisseurs fiel auf Jon Avnet, der vor kurzem schon in seinem Thriller "88 Minutes" mit Al Pacino gezeigt hat, wie langweilig ein Thriller aussehen kann. Wer aus dem Produzententeam kam also auf die bescheuerte Idee, einen Regisseur wie Avnet für solch ein Projekt zu engagieren? Die Chance, De Niro und Pacino gemeinsam vor die Kamera zu kriegen, ergibt sich wahrscheinlich nie wieder, und man wählt einen mittelmäßigen Regisseur wie Avnet. Weiter gings mit den Casting Entscheidungen: Wenn man einen Film mit De Niro und Pacino dreht, wozu bringt man dann noch 50 Cent rein? Der Mann macht sicherlich sehr gute Musik, aber er kann nicht schauspielern und wäre sicher nicht nötig gewesen, um die Aufmerksamkeit der Menschen auf den Film zu lenken. Es zeigt einfach nur, wie gut das Filmteam im Fällen von Entscheidungen ist...

Nun aber zum Ergebnis des Films: Er ist schlecht! Schlecht in so vielen Hinsichten. Los geht's mit den beiden Hauptdarstellern Robert De Niro und Al Pacino. Dass die beiden schauspielern können steht außer Frage. Aber in "Righteous Kill" (bei uns: "Kurzer Prozess") kommt es einem vor, als wenn die beiden gar keine Lust dazu hätten. Es ist zwar schön, die beiden zusammen zu sehen, man sieht sie sogar in 99% der Szenen stets zusammen, aber ihre Dialoge, ihr Schauspiel, nichts davon begeistert und kann eine Bindung zum Zuschauer aufbauen, damit sich Sympathien entwickeln zu den Charakteren und man dadurch angesprochen wird. Natürlich ist das Drehbuch mit schuld (dazu gleich mehr), aber die beiden könnten einfach so viel mehr. Ganz treffend hat Regisseur Francis Ford Coppola ("Der Pate") einmal seinen aktuellen Eindruck zu De Niro und Pacino beschrieben, was den Nagel auf den Kopf trifft: "Ich fühle bei ihnen nicht mehr die Leidenschaft, eine großartige Rolle spielen zu wollen, denn wenn sie wollten, würden sie es tun! Sie sind immerhin in der Position es tun zu können [...] Ich merke nicht, dass sie von sich sagen 'Ich mache jetzt etwas richtig anspruchsvolles'. Jemand wie Javier Bardem ist begierig darauf, etwas gutes zu machen:' Lass mich das tun' oder 'Ich steck mir was in den Mund, ändere mein Äußeres'." Und so schleppen sich die beiden, sichtlich müde und alt, durch die Szenen und geben beide knapp 100 Minuten lang einen stereotypischen De Niro bzw. Pacino.

Das Drehbuch des Films ist leider auch alles andere als gut geworden. Zudem hat Jon Avnet als Regisseur, wie schon befürchtet, auch ziemlich versagt, dieses gut zu verfilmen. Die Erzählweise des Films ist nämlich ziemlich ungeschickt. Der Film beginnt damit, dass der Zuschauer ein Videotape sieht, auf dem De Niro einige Verbrechen gesteht und im Folgenden füllt der Film die Lücken und erzählt, wie es dazu kam. Nach nur wenigen Minuten kann man schon erraten, wie der Film ausgehen wird, und leider hat man damit dann sogar Recht. Russell Gewirtz, Drehbuchautor von "Inside Man" (wo er im Gegensatz zu "Righteous Kill" gute Arbeit geleistet hat), beschreibt es so: "Erst habe ich mir die unerwartete Wendung ausgedacht. Wenn ich ein Drehbuch wie dieses schreibe, suche ich nach dem einen Moment - meist gegen Ende des Films - nach dem sich Leute fragen: ‚Was habe ich da gerade gesehen? Ich muss das gleich noch einmal anschauen.‘ Dieses Gefühl hatte ich, bei Die üblichen Verdächtigen (The Usual Suspects, 1995) und es hat mich inspiriert. Ab dem Punkt habe ich gedacht: Ich wünschte, ich könnte das auch.".
Kann er aber leider nicht, denn die Wendung ist alles andere als überraschend und nach den ersten Filmminuten bereits klar. Macht denn der Film vor der Wendung wenigstens Spaß? Nein, ganz und gar nicht. Spannung mag leider nicht aufkommen, eine Bindung zu den Charakteren entsteht leider nie (wie bereits beschrieben) und der Film schleppt sich teilweise recht langatmig von Szene zu Szene. Der restliche Cast, bestehend aus Donnie Wahlberg, John Leguizamo und Carla Gugino, vermag dem auch nicht weiterzuhelfen. 50 Cent ist glücklicherweise nicht allzu häufig im Film vertreten, aufgrund seiner schlechten Schauspielleistungen und den großen Namen des Casts, vor allem der beiden Hauptdarsteller, hätte man ihn sich aber auch sparen können.

Fazit: Der Film hätte auch genau so gut als Tv-Produktion oder Direct-to-Dvd durchgehen können. Ohne die beiden großen Stars bleibt vom Film sowieso nicht viel übrig, denn man bekommt einen nur mäßig spannenden Film mit einer Wendung präsentiert, die man schon von Anfang an erahnen kann. Wäre es nicht das große Zusammentreffen von Pacino und De Niro, würde sich auch kein Mensch darum scheren, so aber ist es wirklich schade und traurig zugleich, das Licht zweier großer Stars erlischen zu sehen.

 


Jetzt kommentieren? / 6 Kommentare

  1. RocketGirl22

    RocketGirl22 / 28.11.2008 17:56:53

    Ach das nenn ich mal eine schlecht Kritik...
    Ich hoffe das sie nicht genau zutrifft!!!!!:(


    2 Sternen

  2. Dabbld

    Dabbld / 29.11.2008 14:00:22

    Da muss ich leider zustimmen. Ein Film der mindestens genauso langweilig wie belanglos ist.


    2 Sternen

  3. mye

    mye / 29.11.2008 20:53:42

    ich kann es erst glauben, wenn ich es sehe...


    nicht bewertet

  4. ADAMGOLDNIK

    ADAMGOLDNIK / 30.11.2008 11:09:25

    Bald wird es so weit. bis 1 Januar 2009 kann ich noch warten. da schaue ich diesen Film an.
    Den Trailer hab ich schon besichtigt. und hab keine Anwende dagegen gefunden.
    http://www.filmstarts.de/kritike...


    nicht bewertet

  5. Fairelane

    Fairelane / 01.12.2008 13:18:14

    Konnte den Film bereits sehen, ein Vorteil, wenn man ab und an ins weitere Ausland reist. Leider ist der Film tatsächlich nichts für die Ewigkeit, ja nicht mal für den Moment. Eine gute Besetzung reicht leider absolut nicht aus. Schade, de Niro wie auch Paccino schaden sich mit solchen Leistunge u/o Regisseuren.


    1 Sternen

  6. crtim

    crtim / 06.01.2009 17:02:25

    Hm...ich fand den Film jetzt eigentlich gut. Klar hätte man einiges besser machen können aber der Streifen hat mich durchaus unterhalten. Vor allem die Szene mit dem letzten tollen Gedicht war doch genial.


    4 Sternen


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