Der fremde Sohn
Changeling
Inhalt
Clint Eastwoods neues Werk wurde schon in Cannes gefeiert und gehört sicherlich zu den Oscarfavoriten. Eine fesselnde Geschichte mit Angelina Jolie als mutiger Frau und Mutter, die um ihren entführten Sohn und um die Wahrheit kämpftLos Angeles, 1928. An einem Samstagmorgen verabschiedet sich Christine Collins (Angelina Jolie) von ihrem Sohn Walter (Gattlin Griffith) und geht zur Arbeit. Als sie wieder nach Hause kommt, ist er verschwunden. Entführt! Die Suche der Polizei bleibt ergebnislos und ihre Gebete bleiben unbeantwortet, bis man ihr nach fünf verzweifelten Monaten mitteilt, man habe ihren Sohn gefunden. Anstelle ihn aber bei seiner Rückkehr in die Arme zu schließen, bezweifelt Christine, dass er wirklich Walter ist - auch wenn er selbst es behauptet und alle anderen davon überzeugt sind.
Mit ihrer Forderung, die Suche nach Walter nicht aufzugeben, gerät sie in die gefährlichen Mühlen einer korrupten und frauenfeindlichen Welt. Von der Polizei als unfähige Hysterikerin mit Wahnvorstellungen abgestempelt und von der Bevölkerung skeptisch beäugt, bekommt sie nur von dem engagierten Pfarrer Briegleb (John Malkovich) echte Unterstützung.
Kritik
Mit seinen 78 Jahren ist Clint Eastwood immer noch topfit und vor allem äußerst aktiv und kreativ. Während sich andere schon längst zur Ruhe gesetzt hätten und stolz wären, ein solches Alter zu erreichen, kommt Clint Eastwood nie zur Ruhe und dreht einen gelungenen Film nach den anderen. Seine letzten Filme, seien es nun "Million Dollar Baby", "Letters from Iwo Jima" oder "Mystic River" begeisterten das Publikum jedes Mal so sehr, dass er bei den letzten Oscarverleihungen immer ein Wörtchen mitzureden hatte. Dementsprechend groß sind die Erwartungen an seinen neuen Film "Der fremde Sohn" ("Changeling"), der bei uns Anfang 2009 neben seinem zweiten anstehenden Film "Gran Torino" starten wird."Mrs. Collins told her story clearly, stating that from the first she was convinced the boy was not her missing son...
She was subjected to an exhaustive examination by President Schweitzer, who wound up asking her what happened shortly before she was taken to the County Hospital. ‘I was requested to appear before Captain Jones,' she said.
In the presence of several others, he said: ‘What are you trying to do, make a lot of fools out of us all? Are you trying to shirk your duty as a mother and
have the State provide for your son? You are just a fool.'"
Das Leben schreibt manchmal die besten Geschichten und so beruht "Der fremde Sohn" auf wahren Begebenheiten. J. Michael Straczynski ("Babylon 5", "Ninja Assassin") schrieb das Drehbuch, das auf den berüchtigten Wineville-Chicken-Morden der 20er Jahre beruht und an sich schon ziemlich unglaublich klingt. Christine Collins, gespielt von Angelina Jolie, vermisst ihren Sohn, der nach einiger Zeit von der Polizei gefunden wird. Die Sache ist nur, dass es gar nicht ihr Sohn ist - behauptet zumindest die Mutter. Wahnvorstellungen? Eine Verschwörung? Was steckt dahinter? Der Film erstreckt sich über großzügige 140 Minuten, die aber glücklicherweise nie langweilig werden und den Zuschauer immer gespannt bei der Stange halten. Man möchte unbedingt wissen, welche Wahrheit sich hinter dem unglaublichen Szenario verbirgt und wie das Ganze ausgeht.
Clint Eastwood, der in "Der fremde Sohn" nicht selbst vor der Kamera steht, sondern "nur" hinter der Kamera aktiv ist, dafür dann aber in fast allen Bereichen (Regie, Produktion, Musik), hat wie immer einen optisch hervorragenden Film geschaffen. Das Los Angeles der 20er Jahre sieht mit seinen Gebäuden, Fahrzeugen und Kostümen großartig aus, regietechnisch ist der Film auch einwandfrei. Auch ist "Der fremde Sohn", typisch Eastwood, sehr gefühlvoll und ruhig gedreht, was dem Gesamteindruck sehr zugute kommt. Unterstützt werden die emotionalen, gefühlvollen Stellen, von denen es reichlich gibt, auch stets von der sehr guten, von Eastwood selbst komponierten Musik, die immer wieder an den richtigen Stellen zum Einsatz kommt.
Auch schauspielerisch ist "Der fremde Sohn" erste Klasse. Allen voran muss man natürlich Angelina Jolie loben, die mal wieder eine sehr anspruchsvolle Rolle spielen darf, in der sie richtig aufgeht. Dass sie, wenn sie denn will, gut schauspielern kann, wissen wir nach Filmen wie "A Mighty Heart" oder "Durchgeknallt", hier führt sie das hohe Niveau konsequent fort. Zurecht wurde sie nun auch bereits für den Golden Globe nominiert, eine Oscarnominierung währe auch alles andere als unwahrscheinlich. Auch John Malkovich darf als Pastor, der der örtlichen korrupten Polizei den Krieg erklärt hat, sich wieder von seiner besten Seite zeigen. Daneben gibt es noch einen kleineren Auftritt von Amy Ryan ("Gone Baby Gone"), die hier auch wieder wirklich klasse ist. Der restliche Nebencast überzeugt insgesamt auch voll und ganz.
Fazit: Wirklich was kritisieren kann man an "Der fremde Sohn" nicht. Technisch und schauspielerisch ist der Film einwandfrei, die Story ist auch interessant und spannend aufgebaut. Trotzdem fehlt dem Film irgendwo noch das gewisse Etwas, um ihn in noch höhere Ebenen zu katapultieren und mit Meisterwerken wie "Million Dollar Baby" zu messen. Denn an sich bietet der Film nicht unbedingt viel Neues. Klingt schlimmer als es ist, dies sollte nur als kleiner Makel aufgeführt werden, wodurch "Der fremde Sohn" zwar nicht Eastwoods bester Film ist, trotzdem aber sehr gutes, spannendes Gefühlskino, das uneingeschränkt empfohlen werden kann.
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Regisseur
Schauspieler
Angelina Jolie, Gattlin Griffith, Michelle Martin, Jan Devereaux, Michael Kelly, Erica Grant, Antonia Bennett, Kerri Randles, Frank Wood, Morgan Eastwood, Madison Hodges, John Malkovich, Colm Feore, Devon Conti, J.P. Bumstead, Jeffrey Donovan, Debra Christofferson, Russell Edge, Stephen W. Alvarez, Peter Gerety, Pete Rockwell, John Harrington Bland, Pamela Dunlap, Roger Hewlett, Jim Cantafio, Maria J. Rockwell, Wendy Worthington, Riki Lindhome, Dawn Flood, Dale Dickey, Jason Butler Harner, Eddie Alderson, Sterling Wolfe, Michael McCafferty, Amy Ryan, David Goldman, Denis O'Hare, Anthony De Marco, Joshua Logan Moore, Joe Kaprielian, Ric Sarabia, Muriel Minot, Kevin Glikmann, Drew Richards, Hope Shapiro, Caleb Campbell, Jeff Cockey, Zach Mills, Kelly Lynn Warren, Colby French, Scott Leva, Richard King, Clint Ward, Geoffrey Pierson, Reed Birney, Michael Dempsey, Peter Breitmayer, Phil Van Tee, Jim Nieb, Lily Knight, Jeffrey Hutchinson, Brian Prescott, Ryan Cutrona, Mary Stein, Gregg Binkley, William Charlton, Cooper Thornton, Asher Axe, Devon Gearhart, Dalton Stumbo, Austin Mensch, Richard Hansen, Jen Lilley, Marissa Welsh, Araksi Willebrand



Dabbld / 17.12.2008 21:46:51
Stimme mit dem Review in den meisten Punkten überein. Sehr guter Film mal wieder von Eastwood (trotz Jolie die ich eigentlich nicht leiden kann), aber GRAN TORINO hat mir noch eine Ecke besser gefallen.
5 Sternen