Freitag der 13. (2009)
Friday the 13thHandlung
Michael Bays Produktionsfirma Platinum Dunes und Regisseur Marcus Nispel präsentieren eine Neuinterpretation des Horrorfilm-Klassikers.
Auf der Suche nach seiner verschwundenen Schwester durchforstet Clay (Jared Padalecki) die unheimlichen Wälder rings um den legendären Crystal Lake. Verrottende Ferienhütten sind jedoch nicht das Einzige, was ihn hinter den moosbedeckten Bäumen erwartet. Gegen den warnenden Rat von Anwohnern und der Polizei folgt Clay den Spuren seiner Schwester und wird dabei von der College-Studentin Jenna (Danielle Panabaker) unterstützt, die mit ihren Freunden ein Party-Wochenende am See verbringt. Doch auf sie alle wartet eine böse Überraschung - schließlich sind sie in das Reich der furchtbarsten Schreckgestalt der US-Filmgeschichte eingedrungen, in das Reich des berüchtigten Killers, der mit seiner rasiermesserscharfen Machete den Crystal Lake heimsucht... Jason Voorhees (Derek Mears).
Besetzung / Stab
Regie
Kritik
Das Camp Crystal Lake öffnet seine Pforten im Jahr 2009 für einen neuen Freitag, der 13.-Film. Wobei man das gar nicht wirklich sagen kann, denn die Geschehnisse spielen sich nicht unmittelbar im Camp ab wie im Original aus dem Jahr 1980. Aber darauf weist uns ja schon eine Mitteilung vor dem Film hin: der neue Streifen ist keineswegs inhaltsgleich mit dem Original. Das ist richtig und noch richtiger wäre es, wenn man den neuen Film nicht im Ansatz als Remake bezeichnen würde. Eigentlich ist Freitag, der 13. (2009) ein klassisches Sequel, denn zu Beginn wird sogar nochmal Bezug auf das Ende von Teil 1 genommen, um dann von Geschehnissen zu erzählen, die zeitlich gesehen darauf folgen. Im Endeffekt nicht verkehrt, denn so wird die Distanz zum Original nur umso größer und ganz ehrlich: jede noch so kleine Entfernung von ebendiesem ist auch nötig, um den Schund, den Marcus Nispel gedreht hat, nicht im gleichen Atemzug mit dem Klassiker zu nennen.
Ganz im Gegensatz zum Charme des Settings vom ersten Teil setzt man hier auf Moderne. Die alten Hütten wurden durch ein luxuriöses Anwesen am See ersetzt, wo sich die Schar unterbelichteter Opfer versammelt, um Urlaub zu machen. Mal die Seele baumeln lassen, Gras rauchen, ein Bierchen trinken (auch gern mal aus einem vollgeschwitzten Schuh), sexuell mal wieder richtig aktiv sein, den wohl gröbsten Schwachsinn der Filmgeschichte von sich geben, Oben-ohne-Wasserski fahren und was man noch so alles macht, wenn man jung und willig und durstig und etwas hohl ist. Versteht mich nicht falsch, ich möchte in keiner Weise den Moralapostel geben. All diese Aktivitäten sind ja mehr oder minder, ganz allgemein gesehen, spaßig... in einem American Pie-Film zum Beispiel. In einem Slasher reduziert sich das Ganze aber lediglich auf den typischen Eindruck einer besonders unterbemittelten Gruppe potenzieller Mordopfer. Auch im Original hat man Brüste gesehen und es wurde Strip-Monopoly gespielt und Bier getrunken... das erscheint aber alles ehrlicher und nicht so aufgesetzt. Im neuen Film hat man eher das Gefühl, dass die weiblichen Oberkörper nur im Quoten-Brüste-Sinn entblößt werden.
Wie bereits erwähnt: der Film beginnt mit einem Rückblick. Dann kommt eine erste Gruppe junger Menschen auf die Bühne, die sich zum Zelten und zum finanziell vielversprechenden Grasabbau (denn es heißt, dass in den Wäldern jede Menge Cannabis wild wächst) in die Nähe des legendären Camps begibt, um dann der Reihe nach von Sack-über-dem-Kopf-Jason abgeschlachtet zu werden... übrigens so ganz ohne Stil und Spannung. Im Trailer gibt es ja diese Szene, in der Jason auf ein weibliches Opfer zurennt, die Machete mordlustig gehoben. Ich hatte mich gerade auf die Szene gefreut, da im Trailer ja ausgeblendet wird, als es ernst wird. Jetzt weiß ich auch wieso: mehr kommt da gar nicht. Und irgendwie steht diese Erkenntnise wunderbar für den gesamten Film: letztlich hatte ich mich ja doch auf den Streifen gefreut, da ich die Texas Chainsaw Massacre (2003)-Version von Marcus Nispel immerhin sehr gut finde. Hier war allerdings schnell klar, dass auch im Verlauf der Spieldauer nichts mehr kommen wird, was den Film noch retten kann. Im Gegenteil, eigentlich wurde es nur stetig schlimmer.
Der wohl größte Kritikpunkt ist das Ensemble blöd-labernder Männer und Frauen. Wie schon erwähnt, die Dialoge oder Äußerungen sind schon unfassbar mies. In der Regel soll das ja lustig sein, aber dieser Versuch geht zu 90% schief. Einige Male schmunzelt man, doch wohl eher aus Höflichkeit oder Scham, später lächelt man nur noch mitleidig. Allein die Szene, in der Lawrence sich mit einer Packung Taschentücher über ein Pornoheftchen her machen möchte, ist im Grunde genommen durchaus amüsant, aber dann doch wieder im falschen Film gelandet.
Und jetzt wird es wirklich mies: das Letzte, was ein solcher Film wenigstens noch erzeugen muss beim genreliebenden Zuschauer, ist doch der Wille, diese Ohne-Hirn-Teenies abmurksen zu sehen, seien wir doch mal ehrlich. Der Film war ja eh meilenweit vom Charme und der Atmosphäre und der Originalität des ersten Films entfernt, also geht es nur noch um Schadensbegrenzung, um Kosmetik... um blutige Kosmetik. Sicher, der Film ist blutig, bestimmt nicht der blustigste Film des Jahres wie uns der Kinomitarbeiter weis machen wollte, aber eben blutig... punkt. Hatte ich also Lust, zumindest noch dem restlichen Sterben interessiert beizuwohnen? Nein! Nicht einmal das. Ich lüge nicht, wenn ich hiermit verrate, dass sich Überlegungen der Sorte Kino verlassen? im Dunstkreis meiner von der Schwäche des Films benebelten Gedanken tummelten. Die Macher haben es tatsächlich geschafft, mit aller Macheten-Kraft ein Loch zu buddeln, um mit ihrer Freitag, der 13.-Neuauflage noch ein wenig tiefer zu sinken als die sonst so tief landenden Durchschnittshorrorfilme.
Fazit: irgendwie erscheint der Film hinsichtlich des Settings wie eine Kopie von Texas Chainsaw Massacre und Jason wie der ebenso deformierte Bruder von Leatherface. Nein ehrlich, man hat die ganze Zeit über das Gefühl, als würde jeden Moment ein Mitglied der Hewitt-Familie um die Ecke kommen... Voorhees versus Hewitt? Hatte ich da etwas nicht mitbekommen? Im ernst: nehmt ordentlich Abstand von dem Film, denn allein der psychisch deformierte Gesichtsausdruck von Jasons Original-Mutter oder das kurze Auftauchen des jungen Original-Jason ist angsteinflössender als der komplette neue Freitag, der 13.-Film, der diesen Titel definitiv nicht verdient hat.

Kommentare
TDurden
geschrieben am 04.12.2009 um 13:18:51
jason in action war ordentlich. dennoch versagt der film fast überall.
Bumblebert
geschrieben am 05.12.2009 um 15:09:13
Jason hat seinen Job gut gemacht. Die dämlichen Teenies haben keine Sekunde Leben mehr verdient gehabt... Ganz schwach!
Batista
geschrieben am 06.12.2009 um 00:52:03
Ich fand ihn funny...waren ein paar lustige Kills bei...aber kommt natürlich nicht an die Kultfilme der 80er Jahre ran.
ADAMGOLDNIK
geschrieben am 06.12.2009 um 21:55:10
Ich finde diesen Film gut
Pineapple
geschrieben am 13.12.2009 um 12:39:16
ich fand den film eigentlich recht ok! zwar nix im vergleich zum original aber für ein remake ganz ok!
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