Saw V (2008)
Handlung
Der fünfte Teil der Reihe
Ganz traditionell finden sich diesmal fünf Menschen in einer mörderischen Spielsituation wieder. Für sie gibt es nur ein Entkommen, wenn alle nach den Regeln spielen... aber haben wirklich alle die Chance, dem Tod zu entrinnen? Währenddessen ermittelt Agent Strahm (Scott Patterson, auch bekannt als Luke in der durchaus guten Serie Gilmore Girls) auf eigene Faust... und kommt einem Geheimnis auf die Spur, das auch die Vergangenheit mit einschließt.
Besetzung / Stab
Regie
Bilder
Kritik
Viele Künstler haben ihre Trademarks und das Erlangen eines solchen Wiedererkennungswerts ist auch von immenser Bedeutung, wenn man sich abheben möchte. Wenn man nicht im faden Brei vieler anderer schwimmen will. Auch das Saw-Franchise hat seine Trademarks. Aber fangen wir beim ersten Teil an. Damals saß ich mal wieder hochgespannt im Kinosessel und wartete auf den Beginn eines Beitrags zum Fantasy Filmfest. Der Film startete, ich sah zum ersten Mal Saw... und war der Originalität erlegen. Der Film war klasse, ohne Wenn und Aber. Hier hatte sich mal wieder jemand Gedanken gemacht: endlich. Saw war damals genau das Gegenteil vom oben erwähnten Einheitsbrei. Saw kam mit einer frischen Idee daher, die einen nicht nur der Härte wegen im Kinosessel bannte. Ein Mensch aus der Mitte der Gesellschaft knöpft sich nach einem bestimmten Muster seine Opfer nicht direkt, sondern in Form von diabolisch ausgetüftelten Spielchen vor; angereichert ist das Ganze dann auch noch mit einem klasse Überraschungseffekt am Ende. Saw war zudem ein gelungener Horrorfilm mit den üblichen Verdächtigen, die hier gut bedient wurden: Spannung und Schockeffekte. Dazu der psychologische Horror und immer im Vordergrund die Frage: was, wenn ich in einer solchen Situation wäre? Könnte ich diese Qualen erleiden, um das Spiel zu spielen und mein Leben möglicherweise zu retten? In dieser Hinsicht galt Saw auch für eine neue Härte, dem weitere Folter-Film-Versuche wie Hostel folgten. Aber Saw hat auch noch etwas anderes erreicht: es wurde ein neuer Filmkiller geboren. Ein Killer, der ohne Maske auskommt. Ein Killer, der eine gespenstische Puppe auf einem Dreirad als Sprachrohr entfremdet. Ein Killer, der sich aufgrund des bis in die Gegenwart anhaltenden Hypes um das Franchise und trotz der eigenen Passivität in die Reihe der bekannten Filmkiller à la Michael Myers, Jason Vorhees oder Leatherface eingegliedert hat - die Frage bleibt jedoch offen, ob er zurecht in der Champions League der Filmkiller spielt: Jigsaw.
Und Jigsaw is back... is back... is back. Sicher, wir finden die Sequel-Ausuferungen auch in den anderen Filmreihen und ebenso sicher ist es, dass ein Sequel wie Halloween Resurrection mit seinem allzu modernen Big Brother-Prinzip nur noch lächerlich ist, obwohl er als Horrorfilm dennoch gut funktioniert. Gestern erst habe ich wieder einmal den zweiten Teil der Halloween-Reihe gesehen und finde den Film nach wie vor großartig, aber ich bin wohl eben auch der größte Halloweenfan dieses Planeten. Die superlative Darstellung soll hier primär der Tatsache dienen, dass solche Sequels, die im ähnlichen Gewand wie die Vorgänger daher kommen, auch irgendwann nur noch für wirkliche Fans des Franchise gedreht werden sollten. Ich finde, dann geht es auch in Ordnung, denn ich würde mich ja eher beschweren, wenn man nach Halloween 2 Schluss gemacht hätte. Nur wäre es sicherlich naiv zu denken, die Filmemacher beschränken sich hier in ihrer Intention auf den wahren Fan. Vielmehr ist es doch so, dass man sich am Trend orientiert und dahingehend an den Zahlen. Auch Indiana Jones hat inzwischen in vier Teilen gegen Nazis und allerhand anderer böser Machenschaften gekämpft. Und haben wir uns beschwert, als die Nachricht kam, es würde einen vierten Teil geben? Natürlich nicht, ganz im Gegenteil: es herrschte Euphorie im Land der Filmliebhaber (die Ernüchterung und der Ärger kamen erst im Anschluss, aber das ist ein anderes Thema). Wie konsequent muss man also sein? Zum einen empfinde ich das Saw-Franchise als unnötig ausgeschlachtet und der bittere Beigeschmack zerstört auch in gewisser Weise den Glanz des wirklich überragenden ersten Teils. Andererseits bin ich keineswegs konsequent und habe vor ein paar Tagen erst zehn britische Pfund für Saw 5 ausgegeben; was umgerechnet aktuell etwa 15 Euro sind... warum bezahlt man bitte so viel Geld für eine Kinokarte mit Studentenpreis, aber auch das ist ein anderes Thema. Nun habe ich mir den Film also für viel Geld angeschaut und das aus einem einzigen Grund: ich sehe leidenschaftlich gern Horrorfilme, es war auch noch Halloween und ich musste Zeit überbrücken... Fazit: ab ins Kino und einen Film schauen, der schon im Vorfeld beinahe verdammt ist. Dann beginnt der Film traditionell mit einem typischen Jigsaw-Spiel, es fließt eine Menge Kunstblut und man ist wieder drin im bekannten Franchise, frei nach dem Motto: was in der Vergangenheit funktioniert hat, wird bestimmt auch noch ein weiteres Mal funktionieren... und ein weiteres Mal... und ein weiteres Mal.
Letztlich ist es ja so, dass jeder selbst die Entscheidung trägt, ob man in den Film geht oder nicht. Wenn man sich dann dafür entscheidet, darf man danach auch nicht über das Ausschlachten meckern. Wendet man sich dem Film oder besser dem neuen Sequel hingegen ab, nun dann kann einem der Film auch egal sein, ob nun gedreht oder nicht, warum sich über eine Tatsache ärgern und aufregen, kostet nur unnnötig Nerven. So viel also zum ganz allgemeinen Thema und dem zentralen Gesprächsstoff. Ich habe mich dafür entschieden, Saw 5 im Kino zu sehen, und werde mich demnach auch ganz unvoreingenommen mit dem Film auseinandersetzen... mit dem Film, nicht mit dem Sequel Saw 5.
Damals, lang lang ist es her, war auch der Stil, die Inszenierung von Saw in gewisser Weise neu, kann man sagen. Sicher, schnelle Cuts hat man schon gesehen, aber nicht in dieser Art und Konsequenz. Auch das war ein netter Nebeneffekt und hat sich wunderbar in das positive Gesamtbild eingefügt. Inzwischen regen mich diese Szenen aber nur noch auf, weil es jetzt, im fünften Teil, eben nicht mehr innovativ ist, sondern ausgelutscht. Es ist eine persönliche Meinung, aber hier ziehe ich die Brücke zur Einleitung, in der es um Trademarks ging. Was eigentlich positiv ist, empfinde ich hier als negativ: die Saw-Trademarks wirken überholt und demnach erscheint mir eine solche Szene nur noch lächerlich. Der erste Negativpunkt.
Jigsaw ist tot, das wissen wir ja. Stellt sich nun also die Frage, inwiefern er in die neue Story involviert wurde. Um es vorweg zu nehmen: nicht allzu spektakulär, wenn man mich fragt. Welche Trademarks gibt es noch? Genau, die Auflösung am Ende, das große Finale mit Wendepunkt und Überraschungseffekt. Und schon sind wir am größten Kritikpunkt angelangt: das Finale ist ein Witz. Die gesamte Story ist ein Witz. Natürlich möchte ich nichts verraten und letztlich wird jeder selbst für sich entscheiden, ob man den Versuch von Saw 5, auch längst Vergangenes aufzuklären oder in ein anderes Licht zu rücken, gelungen findet. Ich finde es misslungen und lediglich plump. Das beste am neuen Teil ist dann wohl der Gore-Anteil, anders kann ich es nicht sagen. Generell kann man ja herausstellen, dass die Reihe mit jedem Film blutiger wurde und auch hier wird an einigen Stellen wieder drastisch mit der Kamera drauf gehalten. Ich persönlich brauche das in einem solchen Film auch, aber eine gute Story wäre mir als Grundlage doch erstmal wichtiger gewesen.
Fazit: der erste Teil ist unangefochten, darüber müssen wir nicht reden. Im zweiten Teil konnte man vor allem mit der Auflösung glänzen. Die zwei folgenden Sequels gingen auch noch in Ordnung. Saw 5 ist nun leider der schlechteste Teil der Reihe geworden und kann kaum noch überzeugen. In der Hinsicht ist die sehr negative Bewertung auch erklärbar und ich denke, eingangs deutlich gemacht zu haben, dass die Bewertung nichts mit der Tatsache zu tun hat, dass es nun schon die vierte Fortsetzung ist. Nein, Saw 5 hatte dieselbe Chance wie auch jeder andere Film, eine gute Bewertung zu erhalten. Die Chance wurde nur leider nicht genutzt.

Kommentare
TDurden
geschrieben am 04.12.2009 um 15:06:30
leider blieb es wie bei teil 4. nichts von der genialität von teil 1 zu spüren. die foltermethoden waren gut. für einen frun abend immer sehenswert aber als film nicht ernst zu nehmen.
Batista
geschrieben am 06.12.2009 um 00:40:59
Ja eigentlich mit Teil 6 der schlechteste der Reihe...irgendwann sollte auch mal Schluss sein...
Fairelane
geschrieben am 12.12.2009 um 17:11:10
Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht Hammer. Das Ende ist ganz nett und man weiss, wie man die Community in Teil 6 lockt. Was zum Henker ist in Jil's Kiste????
PrinzessinLillifee
geschrieben am 14.12.2009 um 13:12:14
die sache mit der kiste ist interessant udn ansosnten auch schön verwirrend konstruiert
mcdundy
geschrieben am 16.12.2009 um 12:05:21
der teil 5 gut !!!
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