Vicky Cristina Barcelona

Concorde Filmverleih GmbH

Laufzeit: 96 min

Land: Spain, USA

Genre: Drama, Romance



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Startdatum: 04.12.2008

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Vicky Cristina Barcelona (2008)

Moviereporter Bewertung

5

Handlung

Woody Allen führt uns diesmal ins warme Spanien und widmet seinen Film den verschiedenen Facetten der Liebe.

Zwei junge Amerikanerinnen Vicky (Rebecca Hall) und Christina (Scarlett Johansson) verbringen gemeinsam den Sommer in Barcelona. Die eine ist verlobt, hat sehr eigenartige Ideen, wie sich ihr Leben entwickeln soll, die andere ist ungebunden. Auf der Suche nach Abenteuern und dem gewissen Etwas, von dem sie keine Vorstellung hat, was es sein wird, möchte sie sich vom turbulenten Leben in der spanischen Mittelmeerstadt inspirieren lassen. Kaum angekommen lernen sie den verführerischen Künstler Juan Antonio (Javier Bardem) kennen, der gerade von seiner großen Liebe Maria Elena (Penelope Cruz) verlassen wurde...

 

Kritik

Woody Allen ist einer der Regisseure, der immer wieder Kritiker begeistert und eine große Fancommunity besitzt. Trotzdem floppen seine Filme (leider) immer wieder an den Kinokassen und spielen kaum was ein, trotz Lobhymnen und großen Staraufgebots. Gleiches gilt auch für Allens neuen Film "Vicky Cristina Barcelona", der auf den Filmfestspielen in Cannes groß gefeiert wurde und 15 Minuten Standing Ovations nach der Gala-Vorführung erhielt, trotzdem aber nur knapp 22 Millionen Dollar in den USA einspielte. Nach seiner "London-Trilogie", bestehend aus "Match Point", "Scoop" und "Cassandras Traum", geht es nun aus dem kalten verregneten Englang mit "Vicky Cristina Barcelona" ins warme schöne Spanien, genauer gesagt nach Barcelona und nach Oviedo. Dazu Allen: "Ich wollte dieser Stadt Reverenz erweisen, denn ich liebe sie sehr, wie ich überhaupt Spanien liebe. Barcelona ist erfüllt von visueller Schönheit und besitzt einen überaus romantischen Charakter. Eine Geschichte wie diese konnte nur hier oder in Paris passieren." Die Geschichte dreht sich diesmal allein um die Liebe, und zwar in allen möglichen Formen und Beziehungen zueinander."

Der Film mag zwar keine komplexe Story haben und man kann sich die Entwicklung dieser auch teilweise denken, doch begeistert sie trotzdem durch ihre Leichtigkeit und Natürlichkeit, trotz Bedienung einiger Klischees hier und da. Jeder der Charaktere verkörpert einen anderen Typ Menschen, dessen Einstellung zur Liebe anders aussieht als beim Anderen. Durch das Zusammenwürfeln all dieser Charaktere macht es einfach Spaß zuzusehen, was sich beim Zusammentreffen entwickelt. Im Zentrum stehen die beiden Amerikanerinnen Vicky (Rebecca Hall) und Cristina (Scarlett Johansson), die ihren Urlaub in Spanien bei Vickys Tante verbringen wollen. Vicky ist die Bodenständige, die sich ihre Männer nur sorgfältig aussucht mit Hinblick auf Sicherheit und Zukunft, und deren Verlobter bereits in New York auf sie wartet. "Vicky muss vorausplanen", so Hall. "Sie wird heiraten, ihren Magister machen, aus der Stadt ziehen und Kinder bekommen. Nach ihrer Einschätzung fügt sich alles wie erwartet zusammen." Ihre Freundin Cristina dagegen ist eher der wilde, leidenschaftliche Mensch, für den Liebe nur dann romantisch ist, wenn sie sich in das nächste Abenteuer stürzt ohne sich längerfristig zu binden und einfach in den Tag hinein lebt. "Sie ist eine Art wandernde verlorene Seele", so Johansson. "Sie ist ziellos und weiß nicht, was sie will. Sie lebt ihre Jugend ohne jeden Sinn für Verantwortung aus und lässt sich treiben, wohin immer der Weg sie führt."

"Eine Person mit eher konventionellen Mittelschicht-Sensibilitäten wie Vicky wird ein Leben führen, das die meisten Leute als glücklicher empfinden. Es ist strukturierter, stabiler und funktioniert besser. Vielleicht kann sie damit nicht alle Ziele erreichen, die darüber hinaus gehen, aber sie wird mit ihrem Mann, einem normalen, netten Menschen, ein gutes Leben haben, und alles ist in Ordnung. Eine Person wie Cristina dagegen hat keine so großen Chancen, Zufriedenheit zu finden, denn sie ist immer auf der Suche und sie weiß nur, was sie nicht will. Andererseits ist die Speisekarte ihres Lebens vielfältiger, und vielleicht hat sie eines Tages Glück und das Richtige fällt ihr in den Schoß," so Allen. Die beiden vom Typ her verschiedenen Freundinnen treffen nun im Urlaub auf den spanischen Künstler Juan Antonio (Javier Bardem), der die beiden ohne lange Rede zu sich nach Oviedo einlädt, um ein entspannendes Wochenende mit gutem Essen, Wein und Sex zu verbringen. "Er ist keine ambivalente Person", erklärt Bardem. "Deshalb ist er so direkt. Er muss die Wahrheit sagen, und das führt zu Momenten, die für die anderen Beteiligten amüsant, aber auch schwierig sind." Allen erklärt: "Er denkt ohne Arglist. Er ist ein sehr anständiger Kerl, und für ihn ist Sex nur ein Teil des Lebens. Ein schöner Teil des Lebens."

Während Vicky Antonio sofort eine Abfuhr verpasst, ist Cristina aber von ihm angezogen. Antonio wiederum, der ein wenig Liebe für alle hübschen Frauen übrig hat, leidet noch an der Trennung mit seiner ganz großen Liebe, der temperamentvollen Maria Elena (Penélope Cruz), die er zwar vergöttert, allerdings mit ihr auch nicht zusammen leben kann, da sie sich immer wieder zerstreiten. Den Grund dafür kennen weder er noch Maria Elena. Beide können nicht miteinander, aber auch nicht ohne den jeweils anderen.

Während des Films machen alle Charaktere eine große Entwicklung durch und der Zuschauer beobachtet gespannt, wie welcher Typ handelt und was bei der Kollision mit den anderen Typen geschieht. Dabei kann man sich sowohl spritziger, lustiger Dialoge erfreuen wie auch humorvoll in Szene gesetzten Situationen. Zwischendurch wird die Geschichte durch eine Erzähler-Stimme weitergeführt (Christopher Evan Welch), der auf humorvolle Art sowohl die Gedankengänge der Charaktere als auch bestimmte, nicht geteigt Geschehnisse zwischen der Handlung erklärt. Woody Allen entschied sich dazu, da er so uninteressante Szenen einsparen konnte um den Zuschauer nicht unnötig zu langweilen und um das Geschehen schneller voranzutreiben.

Bei einem Film, der sich einzig und allein auf seine Darsteller und deren Treiben konzentriert, ist es enorm wichtig, die Rollen mit passenden guten Schauspieler zu besetzen. Und hier liegt neben der netten Handlung, dem interessanten Thema und der humorvollen Inszenierung des Ganzen die größte Stärke des Films. Alle Schauspieler machen ihre Sache einfach verdammt gut. Scarlett Johansson spielt mittlerweile nach "Match Point" und "Scoop" in Allens dritten Film mit, der auch sicherlich nicht die letzte gemeinsame Zusammenarbeit darstellen wird: "Ab und zu finde ich in meinem Berufsleben eine Schauspielerin, die mich dazu inspiriert, Rollen für sie zu schaffen", so der Filmemacher. "Scarlett ist sehr smart, sexy und begabt und besitzt eine große schauspielerische Bandbreite. Außerdem hat sie einen blitzschnellen Sinn für Humor und Wortwitz, was mich immer beeindruckt." So gut Johansson in "Vicky Cristina Barcelona" auch sein mag, ihre Kollegen überbieten das sogar noch. Die bislang eher unbekannte Rebecca Hall ("The Prestige") macht während des Films einen großen emotionalen Wandel durch, den Hall wunderbar rüberbringt. Javier Bardem, der zuletzt den Oscar für seine Rolle als eiskalter Killer in "No Country for Old Men" gewann, darf mal wieder zeigen, wie wandlungsfähig er ist und dass er in jeder Rolle glänzen kann. Am meisten begeistern dürfte aber sicherlich Penélope Cruz, die zuletzt schon in Pedro Almodóvars "Volver" gezeigt hat, was für eine großartige Schauspielerin sie ist. Zu unrecht hatte sie den Oscar im letzten Jahr als beste Darstellerin nicht gewonnen, sondern gegen Helen Mirren verloren. Allen hatte zuvor noch nie einen Film mit Penélope Cruz gesehen, war aber seit "Volver", dem einzigen den er kürzlich sah, sofort von ihr angetan: "Sie war erstaunlich", meint der Regisseur. "Natürlich konnte ich es nicht erwarten, sie für meinen Film anzuheuern. Und dann rief ihr Agent an und sagte, sie wüsste, dass ich einen Film in Spanien mache. Als nächstes rief sie mich selbst an und meinte, dass sie von meinem Projekt gehört hätte und unbedingt mitmachen wollte. Etwas Schöneres hätte sie mir nicht sagen können. Maria Elena ist eine Naturgewalt, und das trifft auch auf Penélope zu. Sie ist schön und sexy in einer Weise, die sich mit keiner anderen Frau auf der Welt vergleichen lässt - mit anderen Worten: eine ganz besondere Art von Schönheit. Abgesehen davon ist sie eine großartige Schauspielerin, was sie auch vor der Kamera rüberbringt. Natürlich ist so etwas überwältigend."

Penélope Cruz tritt selbst zwar erst im letzten Drittel des Films auf, ist aber trotzdem thematisch immer präsent. Nicht nur, dass Cruz mit ihrer Rolle richtig Fahrt in den Film bringt und für die größten Lacher sorgt, sie stellt auch diesmal wieder unter Beweis, dass sie schauspielerisch verdammt gut ist. In einer Nebenrolle ist übrigens auch Patricia Clarkson zu sehen, die genau wie der restliche Cast eine gute Leistung bringt und deren Rolle interessanterweise aufzeigt, wie das Leben von Vicky aussehen könnte, wenn sie denn den Weg einschlägt, den sie gewählt hat.

Fazit: "Vicky Cristina Barcelona" ist ein leichter, sinnlicher Film mit einer gut gelungenen Portion Charme und Humor, der die verschiedenen Aspekte der Liebe, ihre Vielfältigkeit und die Sichtweise zur Liebe verschiedener Menschen mit individuellen Einstellungen zeigt. Ein Gute-Laune Film mit großartigen Darstellern, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Kommentare

ADAMGOLDNIK

geschrieben am 06.12.2009 um 17:56:54

"Vicky Cristina Barcelona" hat mir im diesen Film sehr gut gefallen.
Eine schöne Schauspielerische Leistung.

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