The City Of The Dead
Inhalt
Christopher Lee im Horrorklassiker The City of the Dead (Horror Hotel)Um mittelalterliche Hexen geht es in The City of the Dead von Amicus Productions, in den 60er und 70er-Jahren größter Konkurrent der britischen Hammer Studios.
Blut brauchen die sinistren Damen für ihr Überleben auch noch im modernen Neuengland des 20. Jahrhunderts. John Llewellyn Moxeys Film setzt meisterlich auf Stimmung und Atmosphäre. Mit viel Licht und Schatten kontrastiert Kameramann Desmond Dickinson seine hypnotischen Bilder und extremen Nahaufnahmen, die gerade in der Eröffnungssequenz bei der Verbrennung der Hexe Elizabeth Selwyn größte Wirkung erzielen. Selwyn, das personifizierte Böse, wird mit Lust von Patricia Jessel gespielt, die auch die Mrs. Newless gibt, Chefin des im Alternativtitel genannten Etablissements. Wenn sie lacht, laufen selbst Geschichtsprofessor Alan Driscoll alias Christopher Lee Angstschauer über den Rücken.
Kritik
Ganz ehrlich, was will man als Horrorfan storytechnisch mehr als Hexenkult, Teufelsanbeter, schwarze Messen, Hexenverbrennung und eine atemberaubende Atmosphäre, die den gesamten Film wie ein dichter Nebel umhüllt?Ich habe nicht umsonst das Stichwort Nebel in die Kritik geworfen, denn der Nebel ist eine Art gekonnt eingesetzter stilistischer roter Faden in The City Of The Dead. Ja, damals war man noch in der Lage, auf subtile aber umso wirkungsvollere Weise Spannung und vor allem Atmosphäre zu erzeugen. Ich muss gestehen, dass ich vor dem Film in Sachen "so alte Horror- Gruselfilme" noch jungfräulich war. Jetzt muss ich mich aber ebenso als Fan von Filmen aus dieser Zeit outen.
Und immer wieder komme ich auf den Aspekt Atmosphäre zurück, die nicht besser hätte sein können. Beinahe den gesamten Film über regiert eine Düsternis, die mich sofort gefangen nehmen konnte. Dazu kommen sinnvoll ausgewählte Sets, die wiederum nicht subtiler hätten sein können, aber gerade deshalb so ungemein passend sind: eine alte verwitterte Kirche, ein Hotel mit überragendem Spukhaus-Flair und daneben ein Friedhof. All das in einem abgelegenen kleinen Ort, an den sich kaum eine Menschenseele verirrt. Hinzu kommt die obligatorische Tankstelle und der ebenso obligatorische alte Mann, der diejenigen, die es dann doch wagen, nach dem Weg nach Whitewood zu fragen, vor dem angesprochenen Ort warnt. Das kennt man auch aus neuen Filmen wie The Hills Have Eyes, 2006. In der Summe ergibt sich dann eine Atmosphäre, die -wie schon gesagt- nicht besser hätte sein können für einen solchen Film.
Wenn ich etwas bemängeln könnte, dann ist es die stets eindeutige Rollenverteilung. Wer in The City Of The Dead die Seiten gut und böse verkörpert, ist zu jeder Minute klar und es gibt auch keine Überraschungen oder Änderungen dahingehend.
Die Zeiten haben sich geändert und mit der Zeit auch die Art der Inszenierung sowie der Dialoge. In diesem Sinne sorgt der Film natürlich bei einem heutigen Publikum immer mal wieder für Lacher, die es so in der damaligen Zeit nicht gegeben hätte. Aber das gehört dann einfach dazu, wenn man filmisch ins Jahr 1960 reist. Was damals möglicherweise für einen Schockmoment sorgte, zieht heute ein Lachen nach sich. Doch was soll's... Der Film ist klasse, auch heute noch!
Fazit: mit Saruman-Darsteller Christopher Lee ist der Film auch noch für heutige Zuschauer mit einem bekannten Namen, wenn auch im Vergleich zum Herr der Ringe-Zauberer mit weniger bekanntem Gesicht besetzt. Mein Rat also: nicht vom Look abschrecken lassen und allzu modern fixiert denken, sondern einfach mal getrost und entspannt den Wurzeln frönen und einen Klassiker anschauen.
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Regisseur
Schauspieler
Christopher Lee, Patricia Jessel, Dennis Lotis, Tom Naylor, Betta St. John, Venetia Stephenson, Ann Beach


