Martyrs
Inhalt
Pascal Laugiers Extremschocker sprengt Grenzen, probiert aus, wie weit man gehen kann, ohne sich davon beeinflussen zu lassen, wie weit man gehen sollte. Er steht natürlich ganz in der Tradition der neuen harten Welle im französischen Genrekino, geht jedoch über seine Vorgänger HIGH TENSION oder INSIDE noch hinaus.Frankreich, Anfang der 70er-Jahre, ein verlassenes Industriegelände. Keine Menschenseele ist zu sehen, als sich die zehnjährige Julie schreiend und blutend durch die staubigen Straßen schleppt, dem Wahnsinn nahe, auf der Flucht vor unbekannten Peinigern. Als sie endlich aufgefunden wird, weist ihr geschundener Körper die Merkmale monatelanger Entbehrungen auf, aber keinerlei Anzeichen sexueller Gewalt. Das Mädchen wird in ein Krankenhaus eingewiesen. Täter und Motiv bleiben im Dunkeln. 15 Jahre später klingelt es an der Tür einer vierköpfigen Familie. Als der Herr des Hauses öffnet, sieht er sich Julie gegenüber - und dem todbringenden Lauf eines Jagdgewehrs ...
Kritik
Dass die Franzosen harte Filme drehen, wissen wir spätestens seit "High Tension". Seitdem gab es jede Menge weiterer harter Kost aus Frankreich mit Filmen wie "Frontier(s)" oder "Inside", die mit expliziter Gewaltdarstellung stark an den Nerven zerrten. Mit "Martyrs" steht nun der nächste Kandidat an, der seine Genrekollegen in Sachen Härte nochmals toppen soll. So war "Martyrs" auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes der meistdiskutierte und provokanteste Film, obwohl dieser nicht einmal zum Wettbewerb gehörte. Auch zum "Fantasy Filmfest" in Berlin wurde "Martyrs" als der Härteste Film des Festivals, wenn nicht sogar des Jahres, angekündigt. Wieviel ist nun an dem Ganzen dran? Das erfahrt ihr nun im Folgenden.Die Story von "Martyrs" zu beschreiben ist gar nicht so einfach. Zwar steht oben eine kleine Zusammenfassung, doch das sind gerade einmal die ersten 5 Minuten des Films. Danach schlägt "Martyrs" in regelmäßigen Abständen immer wieder Haken, so dass man nie wirklich weiß, in welche Richtung sich der Film als nächstes bewegt. Das gilt zum einen für die Story, zum anderen aber auch für die Art des Films. All das ist Fluch und Segen zugleich: Die erste Hälfte des Films weiß wirklich zu begeistern. Zu sehen bekommt man einen Horror-Revenge-Slasher-Torture-Streifen, der recht schnell zur Sache kommt und mit vielen netten Wendungen den Zuschauer bei der Stange hält. Der Gewaltgrad ist, wie schon im Vorfeld angekündigt, wirklich verdammt hart und verstörrend ausgefallen, sowohl thematisch als auch an den gezeigten Bildern. Zuschauer mit schwachen Nerven sollten sich also lieber zweimal überlegen, ob sie sich den Film anschauen. Näher auf die Story soll hier lieber nicht eingegangen werden, denn das würde einige der (bösen) Überraschungen vorweg nehmen.
Nun aber zum wirklich traurigen: War die erste Hälfte des Films noch gut gelungen und packte den Zuschauer, schafft die zweite Hälfte das leider nicht mehr. Nach einer bestimmten Wendung innerhalb der Story geht der Film dann nämlich in eine andere Richtung, verliert dadurch an Speed, Glaubwürdigkeit und büßt seinen Unterhaltungswert ein und wird dann nur noch langatmig bis alles letztendlich sogar in absoluter Lächerlichkeit ausartet. Soll nicht heißen, dass er seine Härte einbüßt, die Macher haben sich aber leider dafür entschieden, ihre Story in einer bekloppten Weise weiterzuerzählen, wo man sich ernsthaft fragt, ob das wirklich nötig war. Denn das zerstört den zuvor guten Eindruck gewaltig, vor allem wenn man die "Auflösung" am Ende sieht.
Fazit: Wäre "Martyrs" nach der Hälfte nicht eine bekloppte Wendung eingegangen, hätte daraus ein guter Film werden können, denn die erste Hälfte war durchaus spannend und unterhaltend. Leider entwickelt sich der Film dann in die falsche Richtung und macht mit seinem Finale letzendlich alles kaputt. "Martyrs" nun eine passende Wertung zu geben ist leichter gesagt als getan, daher erhält er mit 3 Sternen eine Durchschnittswertung, da er zur Hälfte hin gut, und danach schlecht war. Sollte man ihn sich nun anschauen? Als Genrefan sollte man zumindest, trotz seiner Schwächen, einen Blick riskieren, denn es handelt sich hierbei nicht um einen Standardfilm.
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Regisseur
Schauspieler
Morjana Alaoui, Mylène Jampanoï, Catherine Bégin, Robert Toupin, Patricia Tulasne, Juliette Gosselin, Xavier Dolan-Tadros, Isabelle Chasse, Emilie Miskdjian, Mike Chute, Gaëlle Cohen, Anie Pascale, Jessie Pham, Erika Scott



OldSnake / 21.08.2008 11:02:34
Ich werde mir sicher mal dann die DVD besorgen. Die neuen, harten, französischen Filme haben schon was.
nicht bewertet
Dabbld / 22.08.2008 15:02:47
Auf einigen Horrorseiten wurde der Film bereits ziemlich abgefeiert. Ist auch weit oben auf meiner Liste. Freue mich schon gewaltig drauf.
nicht bewertet
mye / 25.08.2008 19:31:51
ich werde ihn mir auch anschauen, ganz sicher
nicht bewertet
matze / 25.08.2008 19:56:46
Schade das der Film nur Durchschnitt sein soll. Aber wenn ich kann sehe ich ihn mir auch an. Denn SiBBe+Snake haben recht - die letzten französischen Horrorfilme waren alle recht cool.
nicht bewertet
mye / 25.08.2008 20:03:22
zu den französischen filmen: inside zum beispiel ist schon ziemlich cool, auf dem fantasy filmfest habe ich ja lady blood gesehen, der war hingegen weniger gut, also meine meinung zu französischen horrorfilmen ist daher aktuell gespalten
nicht bewertet
siBBe / 25.08.2008 20:34:23
@Matze: Die Wertung ist zwar Durchschnitt, der Film ist es aber kein Durchschnittsfilm. Lies dir mal durch was ich in der Kritik geschrieben habe. Der Film hat wirklich gute Momente, aber auch wirklich schlechte. Fans des Genres und allen die die französischen Gore-Movies mochten würde ich trotzem nicht von dem Film abraten, sondern zumindest einen Blick zu riskieren, da der Film zumindest kein 0815-Film von der Stange ist. Aber eine höhere Wertung wäre unfair gewesen durch die vielen negativen Dinge, die es in Martyrs gibt
3 Sternen
borat1970 / 04.09.2008 01:29:16
Eine Granate ! Brutal,pervers,krank und vor allem sehr kontrovers! Geheimtip!!!
6 Sternen
Oldboy / 18.11.2008 07:08:00
Merci,France.
5 Sternen