The Midnight Meat Train (2008)
Handlung
Der auf eine Kurzgeschichte von Blutmeister Clive Barker basierende Horror von Ryuhei Kitamura, Regisseur von Splatterfilmen wie Versus.
Fotograf Leon Kauffman steht kurz vor dem künstlerischen Durchbruch. Die berühmte Galeristin Susan Hoff (Brooke Shields) hat seine Arbeiten begutachtet und wünscht eine Serie von Großstadtsujets. Morbide sollen die Motive sein, die hässlichste, abartigste Seite des urbanen Dschungels zeigen. Also beginnt Leon auf der Suche nach dem perfekten Bild und zum Entsetzen seiner besorgten Freundin des Nachts die Unterwelt zu durchstreifen. Bald stechen ihm zwei furchtbare Zusammenhänge ins Auge: Menschen, die er fotografiert hat, werden anderntags als vermisst oder tot gemeldet und er trifft auf den möglichen Mörder! Da ist sich Leon todsicher: Es muss der korrekt gekleidete Hüne mit der verdächtigen Ledertasche sein, dem er im Morgengrauen in der Subway begegnet und den er fortan verfolgt.
Besetzung / Stab
Regie
Kritik
In Asien und unter Splatter-Fans ist der japanische Regisseur Ryuhei Kitamura spätestens seit seinem Zombie-Splatter-Kultfilm "Versus" ein gefeierter Mann. Mit "The Midnight Meat Train" liefert uns Kitamura wieder einen harten Horrorfilm, diesmal aber als US-Film. Trotzdem ging das Konzept nicht ganz auf, in den USA wurde der Film in nur 100 Kinos veröffentlicht, die zudem auch nur Second Run Kinos waren. Das sind Kinos, in denen Filme normalerweise nach mehreren Wochen erst, wenn sie nicht mehr profitabel sind, veröffentlicht werden. Die Konsequenz war, dass der Film an seinem Startwochenende lächerliche 35.000 Dollar einspielte und Momentan nach 2 Wochen bei 80.000 Dollar liegt. Bedeutet das automatisch, dass der Film schlecht ist? Natürlich nicht, aber vom Verleiher wurde er wahrscheinlich als nicht massentauglich eingestuft.
Die Story von "The Midnight Meat Train" basiert auf eine Kurzgeschichte von Horroraltmeister Clive Barker, die von Jeff Buhler ("Insanitarium") adaptiert und von Kitamura schließlich verfilmt wurde. Sie dreht sich um den Fotografen Leon, der sich auf die Fährte eines Mannes (eiskalt gespielt von Vinnie Jones) macht, den er als Mörder mehrerer Menschen verdächtigt, die regelmäßig in der U-Bahn verschwinden. Dabei kommt der Film zunächst als eine Art Slasher mit düsterer, trüber Stimmung rüber. Der Zuschauer sieht gleich in der ersten Szene, wie ein Passagier in der U-bahn förmlich abgeschlachtet wird. Davon gibt es innerhalb des Filmes mehrerer Szenen, die teilweise recht hart gedreht sind, so dass Splatter-Fans sicherlich ihren Spaß haben werden wenn sie Köpfe rollen oder Augen aus den Augenhöhlen fliegen sehen. Diese wechseln sich immer mit Szenen der eigentlichen Haupthandlung ab, in der man den Protagonisten Leon sieht, wie er sich auf die Fährte macht, bis sich irgendwann beides kreuzt. Dabei strahlt der Film stets durch blaue Farbfilter und dunklen Umgebungen eine beklemmende Atmosphäre aus, die ganz gut passt. Leider ist zu bemängeln, dass der Film, trotz einer kurzen Spieldauer von 85 Minuten sich viel zu lang anfühlt. Grund dafür ist, dass es einfach zu viele Längen gibt, die Story viel zu langsam vorankommt und meistens einfach pure Langeweile herrscht. Selbst die Mordszenen, die zwischendurch gezeigt werden, können nicht wirklich begeistern. Klar sind sie blutig und hart gedreht, aber Blut ist nicht gleich Qualität. Denn jede der Szenen folgt dem gleichen Muster: Ein Gast befindet sich in einem leeren Wagen allein mit dem Mörder und man weiß sofort, dass er gleich sterben wird, das Ganze geschieht nämlich ohne Spannung und wird einfach schnell durchgeführt. Schlimmer wird es aber, sobald "The Midnight Meat Train" zu seiner Wendung kommt, wodurch der Film dann auch noch völlig lächerlich und unlogisch wird, worauf im nächsten Absatz näher eingegangen wird. Wer sich die Spannung nicht verderben möchte, sollte also auf jeden Fall den folgenden Absatz überspringen, denn darin wird nun jede Überraschung verraten!
SPOILER: Gegen Ende wird klar, dass der Mörder alle Menschen aus einem "guten" Grund umbringt. Es geht nämlich darum, jede Nacht für Frischfleisch zu sorgen, das irgendwelchen Kreaturen als Futter geliefert wird, die seit 100 Jahren in einem verlassenen U-bahn-Schacht leben, nur damit die Menschheit von ihnen getrennt bleibt. Natürlich ist es darum einfacher, sich die Mühe zu machen, seit 100 Jahren jeden Tag Menschen zu töten und ihnen zum Fraß vorzuwerfen, statt die paar Kreaturen einfach mal abzuballern. Auch kauft man der Story natürlich sofort ab, dass das ganze Blutbad, dass dabei verursacht wird, innerhalb weniger Stunden bis der Zug morgens wieder einfährt, beseitigt ist, inklusive aller Schäden am Zug, die dabei verursacht wurden. Auch merkwürdig, dass im vordersten Wagen 10 Leichen hängen, obwohl der Mörder jede Nacht bei seiner einzigen Mordtour immer nur 1-2 Menschen tötet, wo kommen die restlichen dort Hängenden her? Vom Vortag? Klar, dann fährt der Zug also den ganzen Tag mit einem dutzend Leichen durch die Stadt und keiner beschwert sich. Man verzeiht einem Horrorfilm gern mal Logikfehler, aber bei "The Midnight Meat Train" wäre es einfach schon zu viel des Guten. SPOILER ENDE
Fazit: "The Midnight Meat Train" ist leider ein unspannender, langatmiger Horror-Thriller, der gegen Ende dann auch noch völlig lächerlich und unlogisch wird.

Kommentare
Dabbld
geschrieben am 16.12.2009 um 16:06:39
Einige recht heftige Szenen gibt es hier. Allerdings auch teilweise ziemlich heftiger CGI Einsatz, der zwar grundsätzlich gut gemacht ist, aber in diesem Fall mit althergebrachten Effekten nicht mithalten kann.
Auch für mein Empfinden wies THE MIDNIGHT MEAT TRAIN kleine Längen auf, wenn es auch nie wirklich langweilig wurde. Über das dämliche Ende kann ich dann aber auch nicht hinwegsehen. Mal wieder schade um's Potential!
Krutznigel
geschrieben am 31.12.2009 um 15:40:40
ich fand ihn eigentlich super! Vorallem das ende war ja das geile!
Soulburn
geschrieben am 31.12.2009 um 16:23:15
Ich fand ihn auch sehr hart und spannend. Zwar nicht immer nachvollziehbar von der Handlung her, dafür optisch und von der Stimmung her sehr gelungen. Und das Ende ist eben typisch Clive Barker, das war zu erwarten ;-) Mir hat's gefallen.
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