Verfasst von Monika Gensinger am 30.06.08 14:29:00 - 1 Kommentare

Crosby, Stills, Nash & Young - Déjà Vu

CSNY Déjà Vu

Moviereporter-Bewertung:
  • 3.0/6 Sterne.
Leserwertung (8): 4.5 / 6

Land USA

Genre Dokumentation

Laufzeit: 96

Jahr 2008

Webseite
Trailer

Kinostart: 10.07.2008
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  • Crosby, Stills, Nash & Young - Déjà Vu (CSNY Déjà Vu)
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  • Crosby, Stills, Nash & Young - Déjà Vu (CSNY Déjà Vu)

Inhalt

Dokumentarfilm von Regisseur Bernard Shakey (Neil Young).

Seit ihren ersten Auftritten in den späten 60ern gelten Crosby, Stills, Nash & Young als Sprachrohr ihrer Generation. Mit Songs wie „Ohio" und „Find the Cost of Freedom" wurden sie zu Vorbildern der Protestbewegung gegen den Vietnam-Krieg. Bis heute haben sie ihren politischen Biss nie verloren.

Der Dokumentarfilm von Regisseur Bernard Shakey (hinter dem sich kein anderer als Neil Young selbst verbirgt) zeigt Crosby, Stills, Nash & Young auf ihrer „Freedom of Speech"- Tour im Jahr 2006 durch Nordamerika, bei der sie vor allem Songs aus Neil Youngs kontrovers diskutiertem Album „Living With War" spielten. Begleitet wurden sie vom Journalisten und Kriegsberichterstatter Mike Cerre, der von der Band eingeladen wurde seine eigenen Toureindrücke und Interviews mit den Fans in den Film einzubringen.

Kritik

Manchmal, inmitten dieses verwirrenden Polit-Spektakels, inmitten dieser agressiven Anti-Irakkrieg-Agitation hätte man den Protagonisten am liebsten zugerufen: Hey old men, konzentriert Euch mal auf das, was Ihr am besten könnt: Die Musik! Laßt mehr davon hören! Die Musik nämlich ist noch immer attraktiv, schön melodisch, perfekt gespielt, gesungen und performed, und tadelloser Folk-Rock, mit unvergleichlichem Gitarrensound. Aber die zornigen alten Männer Crosby, Stills, Nash und Young haben in ihrem Konzertfilm "Déjà Vu"(der eigentlich keiner ist, sondern mehr eine Polit-Doku à la Michael Moore mit Musik-Einsatz) andere Prioritäten gesetzt: "Dieser Film ist nicht über Songs, nicht über deren Inhalt, sondern es ist ein Film über den Krieg", erklärt Neil Young.

Der Krieg, der permanente Kampf gegen Krieg mit den Mitteln der Musik, das ist das Leben des einstigen Godfather of Grunge. Der Bogen spannt sich von den Vietnamprotesten und Woodstock in den späten 1960er Jahren, wo Young mit seinen Kumpels zum ersten Mal als Gruppe CSNY aufgetreten ist, bis zu der aktuellen Anti-Irakkrieg Bewegung, die, zum Bedauern des 63jährigen Kanadiers nicht die Ausmaße und Bedeutung der Woodstock-Bewegung erreicht hat. Und so mündet alle einschlägige Erfahrung in das Album Living With War -Youngs umstrittenes "Spätwerk", das er auf seiner Agitationsplatform im Web kostenlos zum download eingestellt hat.

Der Film "CSNY Déjà Vu" (Deutschlandpremiere auf der Berlinale) mit Songs aus diesem Album zeigt die Freedom of Speech Tour durch Nordamerika im Jahre 2006, bei der die mittlerweile gesetzten Herren um die 60 noch einmal ihre ganze politische und musikalische Power demonstrieren. Der Film zeigt David Crosby, Graham Nash, Stephen Stills und Neil Young backstage, privat im Tourneebus und bei der Arbeit auf der Bühne, wo sie trotz altersbedingter Schönheitsfehler wie Bauch und Grauhaar jenseits aller Lächerlichkeit agieren - denn die Musik ist zeitlos und noch immer mit das Beste, was die Folk Rock Szene zu bieten hat. Der Film zeigt aber auch und vor allem die vielfältigen Reaktionen auf die stramme Anti-Kriegs-und Anti-Bush-Haltung der Musiker. Und da Vertreter aller Richtungen zu Wort kommen- Friedensaktivisten, Kriegsveteranen, Linke, Rechte, Bush-Anhänger und Bush-Kritiker ist es auch eine interessante politische Befindlichkeitsstudie Amerikas in der ausgehenden Bush-Ära.

Wiederum, wie in den späten 1970er Jahren, fungiert Neil Young bei "Déjà Vu" als Regisseur unter seinem Pseudonym Bernard Shakey. Sein erster Konzertfilm "Rust Never Sleeps" markierte 1979 den Beginn seiner filmischen Arbeit, die später u.a. auch zu einer produktiven Zusammenarbeit mit dem Independent-Filmer Jim Jarmusch führte. Für seine Polit-Doku holte sich Young jedoch einen Profi ins Team, den preisgekrönten Embedded Reporter aus dem Irakkrieg Mike Cerre, der für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Gemeinsam mit seinem Kameramann Mike Elwell fängt Cerre Reaktionen und Statements zum Irakkrieg ein, und in Rückblenden werden Splitter von Cerres Irak-Einsätzen gezeigt. Der Vietnam-Proteste Nostalgie wird ebenfalls mit Rückblenden nachgegeben, aber dies hält sich in Grenzen. Der Zorn der alten Männer ist hochaktuell und zielt genau ins Weiße Haus - was sie zum Song "Impeach the President..." verleitete und ihnen die wüstesten Proteste auch ihrer liberaleren Fans einbrachte.

Kein Zweifel: Diese provokative Musik-Doku ist ein hochemotionaler Stoff, es wird ausgiebig geschimpft, gedroht und geweint. Kalt läßt einen dieser Film bestimmt nicht, ganz gleich, welche politische Richtung man vertritt. Und genau das ist auch die Intention der Politmusiker CSNY. "Die Aufgabe der Kunst ist es, die Leute etwas fühlen zu lassen, egal was", bestätigt David Crosby.

Aber trotz allen legitimen Fühlens /Mitfühlens wäre eben auch mehr Hören/Musikhören genehm gewesen. Nun ja, wer will, kann diesbezüglich noch auf seine Kosten kommen: Neil Young kommt im Juli und August zu Konzerten nach Deutschland.

Jetzt kommentieren? / 1 Kommentare

  1. Gambit521

    Gambit521 / 23.07.2008 03:34:39

    Kenn ich nicht eher für Musikliebhaber


    nicht bewertet


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Crosby, Stills, Nash & Young - Déjà Vu (CSNY Déjà Vu)
ARSENAL Filmverleih GmbH

Regisseur

Neil Young

Schauspieler

Bo Alexander, Steven Colbert, David Crosby, Josh Hisle, Graham Nash, Stephen Stills, Neil Young

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