Der weiße mit dem Schwarzbrot
Inhalt
"Der einzige Film über RAF, aus dem ein Mensch mich anspricht, ein Mensch, der sich selbst nicht versteht, nicht zu ernst nimmt und noch viele andere Utopien hat, einer der sein Leben wie ein offenes Werk spielerisch gestaltet. Das muss man sehen, will man verstehen, wieso es Anarchisten immer gab und geben wird."Volker Schlöndorff
"Der Weiße mit dem Schwarzbrot" – das ist Christof Wackernagel - Schauspieler, Autor und ehemaliges RAF-Mitglied. Der Regisseur Jonas Grosch besucht ihn in seiner selbst gewählten Heimat Mali, Westafrika, und porträtiert einen Mann, der voller Ideale und Pläne steckt.
Zusammen mit dem Musiker Madou Coulibaly und seiner Haushälterin Assa lebt Wackernagel in Bamako, der Hauptstadt Malis. Dort arbeitet er an seinen Projekten und Büchern. Gerade hat er "Dieu est grand - Geschichten aus Westafrika", erschienen im Kalua-Press Verlag, fertiggestellt. Abends geben Madou und Christof zusammen Straßenkonzerte.
Eine von Christof Wackernagels vielen Initiativen ist es, Maliern dabei zu helfen, eine Vollkornbäckerei in Bamako zu betreiben. Mit ansteckender Begeisterung verfolgt er diese Idee, die ihn wieder ein Stück der afrikanischen Realität näher bringt. Sein Vorschlag, allen Offiziellen die Dienstwagen wegzunehmen, um die Taxiwirtschaft anzukurbeln und die Bürokraten zur Volksnähe zu zwingen, ist bisher noch nicht umgesetzt worden.
Mit innerer Kraft und überbordender Emotionalität erzählt Wackernagel von seinem Leben in Mali und früher in Deutschland - wie er zur RAF kam, von seiner Zeit im Gefängnis und von der Begegnung mit dem holländischen Polizisten Hermann van Hoogen, der ihn 1977 festnahm und der überraschend für seine vorzeitige Haftentlassung plädierte. Vor allem aber erzählt Wackernagel die Geschichte eines Mannes, der Humor, Idealismus und Pläne für mehr Leben als eines hat.



Laos / 12.06.2008 23:09:12
Wackernagel tut im Gegensatz zu den anderen RAF Veteranen wenigstens was. Die reden nur noch über sich selber und mit doppelzüngiger Moral (Klar, Viett, Dellwo, Schiller, Rollnick, Boock) Das macht Wackernagel im Gegensatz zu ihnen symphatisch. Er spielt nicht mehr den Besserwissi. Er ist zurück in der Menschheit. Ernst nehmen kann man ihn in seinen infantilen Ideen auch schwer, aber ernster als die sebsternannten, schweigenden Möchtegern Weltverbesserer in ihrer grenzenloser Egozentrik und ihrem leeren, humorlosen Darstellungsdrang.
Gerade in Beziehung zu seinen Opfer ist Wackernagel den anderen RAF Kollegen weit vorraus. ich hoffe, dass er nicht zum Hollywoodschauspieler wird, sondern ein Bindeglied zwischen Mali und Germany bleibt. Das ist mehr wert als Ex Raf Mann.
nicht bewertet