Quarantäne
Quarantine
Inhalt
Das Remake des spanischen Horrorfilms [Rec].Die junge Fernsehreporterin Angela Vidal (Jennifer Carpenter) und ihr Kameramann (Steve Harris) verbringen für eine Reportage die Nachtschicht bei einer Feuerwehreinheit in Los Angeles. Ein Notruf führt die Feuerwehrmänner mit dem TV-Team im Schlepptau zu einem kleinen Apartmenthaus. Dort sind bereits Polizeibeamte eingetroffen, die auf Furcht erregende Schreie aufmerksam wurden, die aus einem der Apartments zu hören sind. Als das Feuerwehrteam in das Apartment eindringt, entdecken sie eine Mieterin, die offenbar von etwas Unbekanntem infiziert wurde. Nachdem einige Anwesende auf grausame Art attackiert werden, versucht die Einsatztruppe zusammen mit den verschreckten Bewohnern des Hauses zu fliehen, muss aber feststellen, dass Spezialeinheiten das Gebäude unter Quarantäne gestellt haben. Telefon-, Internet-, Fernseh- und Mobilfunkverbindungen wurden gekappt, alle Fenster und Türen werden verbarrikadiert. Von offizieller Stelle werden keinerlei Informationen zu den Eingeschlossenen weitergeleitet. Es scheint kein Weg mehr nach draußen zu führen...
Kritik
Gerade noch im Mai dieses Jahres lief der mehrfach ausgezeichnete spanische Horrorfilm "[Rec]" (unsere Kritik dazu hier zu finden) bei uns um Kino. Das Jahr ist noch nicht einmal rum, schon startet Hollywoods Antwort darauf, die den Titel "Quarantine" trägt. Frei nach der Formel: man nehme einen beliebten Film aus dem Ausland, tauscht die Schauspieler mit Hollywood-Darstellern und fertig ist das Remake, das für den Massenmarkt (leider) anscheinend tauglicher ist und mehr einspielt als das Original. Genau wie "[Rec]" wurde übrigens auch "Quarantine" mit der aus Filmen wie "Blair Witch Project" oder "Cloverfield" bekannten Wackelkamera aus der Ich-Perspektive gedreht, diesmal von Regisseur John Erick Dowdle, der zuvor den Horrorfilm "The Poughkeepsie Tapes" drehte,Zuerst stellt sich die Frage, ob ein Remake überhaupt nötig war? "[Rec]" ist ein erstklassiger kleiner Horrorfilm, den man Fans des Genres nur empfehlen kann. Auch wenn keine Amerikaner durchs Bild laufen, er funktionierte wunderbar und es gibt keinen Grund, wieso er nicht auch international gut ankommen sollte. Ein Remake macht dann Sinn, wenn ein Film schon einige Jahrzehnte in die Jahre gekommen ist, wenn man Dinge des Originals verbessern oder ändern will oder wenn der Film durch kulturelle Unterschiede möglicherweise einige Barrieren für den westlichen Markt aufstellt. All das war aber nicht der Fall in "[Rec]".
Sogesehen handelt es sich um eine 1:1 Kopie, wie man anhand des Trailers schon vermutet hat. Einige kleine (unwichtige) Details wurden nur geändert, hinzu kamen 2-3 neue Szenen, wie beispielsweise einen infizierten aggressiven Hund hinzuzufügen. Bis auf diese kleinem Details handelt es sich aber um eine fast identische Kopie, die man sich, sollte man das Original schon gesehen haben, also auch ruhig sparen kann. So gut man auch kopiert hat, die beklemmende, beängstigende Atmosphäre des Originals wird dabei nicht ganz erreicht.
Als Hauptdarstellerin konnte man für die Reporterin Jennifer Carpenter verpflichten, die man zuvor in der Hauptrolle von "Der Exorzismus von Emily Rose" sehen konnte. Sie macht ihre Sache sehr gut, kommt in entscheidenden Szenen sehr sympathisch rüber, in anderen, in denen es ernst wird wiederum, nimmt man ihr die Angst und Verzweiflung wunderbar ab. Ansonsten sieht man einige mehr oder weniger bekannte Gesichter unter den Protagonisten wie Columbus Short ("Stomp the Yard") als Polizisten oder Jay Hernandez ("Hostel") als Feuerwehrmann, die keine nennenswerte Leistung abliefern, sondern einfach nur ihren Job tun.
Fazit: "Quarantine" zu bewerten ist nun alles andere als einfach. Das Original "[Rec]" ist ein sehr guter Horrorfilm, der kein Remake (und vor allem nicht so schnell) gebraucht hätte. Soll man das nun bestrafen? Soll man "Quarantine" dafür bestrafen, dass es sich, bis auf kleine Detailänderungen, auch noch um eine 1:1 Kopie handelt? Für sich genommen ist "Quarantine" ein sehr guter Horrorfilm, gäbe es das Original nicht, gäbe es nichts zu meckern und der Film hätte von uns eine gute Wertung erhalten. Aber wo steckt die Eigenleistung? Wo steckt die Existenzberechtigung? Wer das Original gesehen hat kann sich das Remake getrost sparen. Wer beides noch nicht gesehen hat sollte sich das atmosphärisch bessere Original "[Rec]" einfach aus der Videothek holen und kann sich so einen Gang ins Kino sparen. Wer nun überhaupt nicht auf amerikanische Schauspieler verzichten kann, was aber blödsinnig ist, soll sich eben "Quarantine" anschauen, der wie bereits erwähnt für sich genommen ein super Horrorfilm ist, was aber auch einzig und allein daran liegt, dass er einen erstklassigen Horrorfilm kopiert - und dafür gibt es dann auch einen Abzug in der Wertung gegenüber dem Original.
Jetzt kommentieren? / 8 Kommentare
Regisseur
Schauspieler
Jennifer Carpenter, Columbus Short, Jay Hernandez, Steve Harris, Johnathon Schaech, Andrew Fiscella, Rade Serbedzija, Greg Germann, Bernard White, Dania Ramirez, Elaine Kagan, Marin Hinkle, Joey King, Jermaine Jackson, Sharon Ferguson, Denis O'Hare, Stacy Chbosky, Jeannie Epper, Barry Sigismondi, Rosine 'Ace' Hatem, Christian Svensson, Scott Donovan, Michael Potter, Jane Park Smith, Craig Susser, Bert Jernigan, Doug Jones, John Meier, Shawn Driscoll, Bryan Ross, Robert Hall, Benjamin Stockham, Michael Hyland, Ben Messmer



matze / 18.10.2008 14:51:34
"Wo steckt die Existenzberechtigung?" :) sehr gut
nicht bewertet
mye / 19.10.2008 13:57:36
man muss natürlich einen stern abziehen, weil die komplette idee geklaut iat, aber nach dem abzug verdient es das remake, auch normal bewertet und betrachtet zu werden und dann muss ich ganz klar sagen (ich habe sowohl original als auch remake gesehen), dass ich das remake besser finde... beim original schlichen sich für mich längen ein, das remake hingegen verzichtet auf längen und liefert dagegen zwei bis drei neue szenen, die ziemlich gut sind
4 Sternen
siBBe / 19.10.2008 14:01:23
Dabei muss man aber sagen, dass der gute Mye mit "neuen" Szenen Szenen meint, wo man 2 Sekunden ein zerfetztes zersplitterndes Bein bei einem humpelnden Infizierten sieht ;) - Das macht den Film weder besser noch origineller in meinen Augen und wie in der Kritik beschrieben leidet die Atmosphäre etwas, die im Original einfach besser ist.
nicht bewertet
mye / 19.10.2008 14:09:24
genau diese szene war eine der besten, egal ob jetzt paar sekunden oder wie lange auch immer, es sah einfach richtig gut aus, als plötzlich dieser typ (spoiler-gefahr) auf seinem halb zerfetzten bein angelaufen kommt, aus dem ein knochen ragt, ganz ehrlich: das war einfach eine sehr gute horror-szene und damit allemal eine gelungene ergänzung, dazu kommt eine weitere sehr atmosphärische und gruselige szene in einer wohnung, ich will nicht noch mehr verraten und eine fahrstuhl-hunde-action-szene (hehe), alles szene, die den film wunderbar ergänzt haben
4 Sternen
borat1970 / 02.11.2008 18:49:01
Das Original Top,das Remake leider Flop!
2 Sternen
mye / 11.11.2008 16:35:43
aber warum, borat1970? aus prinzip, weil es generell lächerlich ist, ein remake zu drehen? ok, dann gebe ich dir recht, aber wenn man beide filme jetzt für sich betrachtet, kann man kaum sagen: remake = flop, da es ja fast eine 1:1-kopie war :D
4 Sternen
Oldboy / 27.11.2008 14:28:19
Kommt nicht ganz ans Original hin (Rec),aber trotzdem sehenswert und spannend.
1 Sternen
Veremar / 16.12.2008 09:29:48
Das Original bleibt das Original und meiner Meinung nach besser, aber ich finde es ist ein recht gelungenes Remake!
4 Sternen