Sex and the City
Sex and the City - The Movie
Inhalt
Nach sechs überaus erfolgreichen Staffeln der legendären Serie im Fernsehen geht nun die Geschichte von Carrie (Sarah Jessica Parker), Samantha (Kim Catrall), Charlotte (Kristin Davis) und Miranda (Cynthia Nixon) im Kino weiter. Vier Jahre sind mittlerweile vergangen seit Carrie und John James Preston alias Mr. Big (Chris North) endlich in Paris zueinander gefunden haben. Als John ihr einen Heiratsantrag macht wähnt sie sich am Ziel ihrer Träume, doch das Leben geht manchmal andere Wege. Samatha ist aus dem Big Apple nach Los Angeles gezogen und managt die Karriere ihres Freundes Smith (Jason Lewis), in der Rolle der Hausfrau fühlt sie sichallerdings alles andere als wohl. Als dann auch noch die Versuchung in Gestalt ihres sexy Nachbarn auftaucht wird ihre Beziehung auf eine harte Probe gestellt. Auch Miranda ist in ihrer Ehe mit Steve (David Eigenberg) auf einem absoluten Tiefpunkt angelangt, der noch dadurch verschlimmert wird dass Steve ihr beichtet einen Seitensprung begangen zu haben. Charlotte und ihrem Mann Harry (Evan Handler) jedoch lacht das Glück, denn sie erwarten endlich NachwuchsZu erst einmal muß ich mich als langjährigen Fan der Serie outen, der dem Kinofilm aufgeregt entgegengefiebert hat. Dazu gehörte natürlich auch eine gehörige Portion Skepsis, denn eigentlich waren alle Geschichten in der letzten Folge aufgelöst und jede der Frauen hatte ihren perfekten Mann gefunden. Würde eine Fortsetzung als Kinofilm funktionieren? Das war die große Frage, die wie ein Damoklesschwert über der Kinoversion hing. Und so war ich gespannt wie selten, als ich dann in der anberaumten Pressevorführung saß und der Saal sich verdunkelte. Schon während des Vorspanns wird gleichzeitig an alte Zeiten erinnert, als auch einen neuen Weg eingeschlagen. Dies geschieht durch die Verwendung des Titelthemas der Serie innerhalb eines groovigen Songs von Fergie, sozusagen als Nostalgie in einer Neuinterpretation. Um auch allen Nichtfans der Serie, sollte es denn welche geben, die Möglichkeit zu geben mitzukommen, erzählt uns Hauptfigur Carrie in Kurzform was ihr und ihren drei Freundinnen innerhalb der sechs Fernsehstaffeln passiert ist.
Nun, drei Jahre später, wird die Geschichte immer noch von den zwei "L´s" getragen: Label und Liebe. Das Wort Label wird besonders zu Anfang sehr groß geschrieben, denn vor allem in der ersten halben Stunde des Films werden wir mit so viel Product Placement bombardiert, dass man sich fühlt, als würde man einem Vogue Fotoshootings beiwohnen. Am deutlichsten wird dies in einer Szene in der ein tatsächliches Vogue-Fotoshooting stattfindet, in der Carrie zahlreiche Hochzeitskleider der größten Designer unserer Zeit zur Schau trägt. Sarah Jessica Parker als Carrie trägt in fast jeder Szene des Films ein anderes Outfit und Patricia Field, die sich schon für die Kleider der Serie verantwortlich zeichnete, hat sichtlich eine große Freude am Ausstaffieren der Damen. Hin und her variierend zwischen atemberaubend und, naja, sagen wir mal gewöhnungsbedürftig, präsentiert sie die vier Ladies in sündhaft teuren Labels. Der Sieg des Kapitalismus wird genauso groß im Film präsentiert als er es in der Serie ohnehin schon immer wurde.
Das Leben von Carrie Bradshaw, so lernen wir, gleicht einem absoluten Traum. Sie ist verlobt mit einem Investment Billionär, der ihr eine begehbare Garderobe bauen lässt und sie mit mehr Monolos beschenken kann, als sie sich jemals erträumt hat - aber die Konsumentenprinzessin erwartet ein schwerer Schlag. Und mit diesem großen Crash erfährt die Geschichte, die bis dahin etwas zu geradlinig erzählt wurde, dann auch den dringend benötigten ironischen Twist. Mit Geld kann man sich nun mal nicht alles kaufen, und was nützt einem das ganze Geld, wenn die Liebe dabei verloren geht. Im gleichen Zug, in dem Carries Leben aus den Rudern gerät, werden dann auch endlich die Leben ihrer Freundinnen näher beleuchtet und mehr gleichwertig behandelt als es im ersten Akt des Films der Fall war. Und siehe da, auch ihre perfekten Leben sind weitaus weniger perfekt als bisher angenommen. Miranda´s Ehemann Steve beichtet ihr einen Seitensprung, den sie ihm vielleicht niemals vergeben kann und Samantha hat sich selbst in der Beziehung zu Smith verloren. Nur für Charlotte haben sich, jetzt da sie auch noch schwanger ist, all ihre Wünsche erfüllt. Wenn da nicht ihre Angst wäre, das alles wieder zu verlieren.
Die Stärke der Serie waren die gepfefferten Dialoge, die pikanten Sexszenen und vier wundervolle Hauptdarstellerinnen, die zwar im Grunde Stereotypen darstellten, aber es dennoch schafften, ihre Figuren mit jeder Menge Leben, Lust und Leidenschaft zu füllen. Im Film bekommt jede der Frauen ihre eigene Storyline und obwohl Sarah Jessica Parker als Carrie natürlich die meiste Leinwandzeit gehört, wirken sie immer wie eine Gruppe, zumal Regisseur und Produzent Michael Patrick King den Film mit vielen gemeinsamen Szenen garniert. Und die sind es dann auch, die das "Sex and the City" Feeling für den Fan wieder vollends aufleben lassen.
Darstellererisch gesehen glänzen eigentlich alle Frauen, wenn auch jede in unterschiedlicher Stärke. Kristin Davis als Charlotte hat im Film leider recht wenig zu tun, zumal ihre Storyline auch die Kleinste ist. Dafür schafft sie es wenigstens in den Ensembleszenen einen guten und vor allem sehr witzigen Eindruck zu hinterlassen. Sie ist es auch, die für den größten Lacher des Films verantwortlich ist. Kim Cattrall ist auch mit über fünfzig immer noch eine sehr anziehende Schönheit und gibt dem Film als Samantha einen gehörigen Erotikschub. Die Szenen, in der sie ihren neuen Nachbarn beobachtet, kommen äußerst prickelnd daher und bieten eine willkommene Abwechslung im ansonsten eher züchtigen Film, der im Vergleich zur Serie fast schon prüde wirkt. Die graphischste Sexszene des Film absolviert allerdings nicht sie sondern Miranda. Cynthia Nixon schafft es immer noch locker ihre Kolleginnen in Sachen emotionaler Glaubwürdigkeit an die Wand zu spielen. Ihre Hilflosigkeit nach Steve´s Bekenntnis und ihre Unfähigkeit ihm zu vergeben gehen wirklich ans Herz. Aus ihrem Mund kommt auch der stärkste Satz des Films. In einer hitzige Debatte mit Steve sagt sie zu ihm: "I changed who I was for you" (Ich habe mich für dich verändert) und erinnert uns so noch einmal daran, dass sie diejenige war, die in der Serie die größte Veränderung vollzog: von der ironischen, kalten Buissnessfrau, die niemandem vertraut, zur liebevollen Ehefrau und Mutter. Nixon schafft es in nur einer Szene diesen Schmerz über den Betrug vollkommen auf den Punkt zu bringen. Genau in dieser Szene begeht sie dann auch den Fehler, den Carrie vielleicht ihr Glück kosten wird. Carrie ist selbstverständlich der selbsterklärte Dreh und Angelpunkt des Films und Parker weiß in jede ihrer Szenen zu überzeugen, besonders nach dem ersten Akt, als sie das Bildnis einer Frau abgibt, die nicht mehr weiß, wo ihr Platz ist. In den Momenten in denen sie weder geschminkt ist, noch sündhaft teure Klamotten trägt zeigt der Film uns, dass Geld eben doch nicht alles ist. Komplettiert wird das Vierergespann durch eine neue Frauenfigur: Jennifer Hudson (Oscarpreisträgerin von "Dreamgirls") spielt Carrie´s Assistentin Louise. Eine junge Schwarze auf der Suche nach der großen Liebe, ganz so wie Carrie es einst war. Obwohl Hudson ihre Rolle mit Hingabe spielt und die Figur in der Geschichte eine entscheidende Rolle spielt weiß ich nicht so recht, warum diese neue Figur nötig war.
Auf der männlichen Besetzungsliste ist es allenfalls Chris North als Mr. Big dem genug Platz gegeben wird um seinen Charakter weiterzuentwickeln. Sowohl Steve Eigenberg als Steve, Jason Lewis als Smith, als auch Evan Handler als Harry sind in ihren Rollen zwar routiniert und liebenswert, wirklich Neues können sie aufgrund des Drehbuches ihren Charakteren nicht geben. Carrie´s bester Freund Stanford Blatch (Willie Garson) wird bestenfalls nur noch als Stichwortgeber benutzt.
Obwohl der Film das als "Sex and the city" Gefühl wieder aufleben läßt, ist er trotzdem anders. Es geht nicht mehr nur um Sex und die Liebe, als vielmehr um die Frage wie man es schafft die Liebe zu behalten, wenn man sie erst mal gefunden hat. Es ist auch nicht alles perfekt an der Filmversion. Man hätte die Einleitung kürzen und schneller auf die geplante Hochzeit zusteuern können. In gewisser Weise passiert auch nichts, was man so nicht erwartet hätte und große Überraschungen bleiben aus. Die Dialoge sind nicht mehr so sexuell geladen und die Damen nicht mehr so risikofreudig. Aber dennoch hat die Kinoversion genug Biss um uns zweieinhalb Stunden lang in den wohlvertrauten "Sex and the City" Kosmos zurückzuentführen und mit einem Lächeln auf den Lippen wieder in den Alltag zu entlassen. Und das ist mehr, als ich erwartet habe.
Fazit: Für Fans ist die Kinoversion der Serie wie ein Fest mit alten Bekannten.
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Regisseur
Schauspieler
Sarah Jessica Parker, Kim Cattrall, Cynthia Nixon, Kristin Davis, Chris Noth, Jason Lewis, Polina Frantsena, Amy Flanagan, Jennifer Hudson, Evan Handler, David Eigenberg, Willie Garson, Lynn Cohen, Mario Cantone, Gilles Marini, Bridget Regan, Julie Halston, Michael Bloomberg, Sara DeRosa
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Jacke / 29.05.2008 08:03:25
Ich war gestern in der Preview und bin begeistert :-)
6 Sternen
Kaspian / 29.05.2008 21:19:01
Also, würde nicht Sex and the City draufstehn, hätts irgend eine langweillige Kriegensiesichoderkriegensiesichnicht Klamotte sein können.....
3 Sternen
crtim / 29.05.2008 21:38:43
@Jacke: Eher lustige Szenen oder mehr storybasierend. ICh schau die Serie nicht.
Weil ich möchte da nicht 145 min im Kino darauf warten bis der Film zu Ende ist.
nicht bewertet
Gambit521 / 31.05.2008 09:35:27
Kaspian sag bitte du hast ihn schauen müssen :-)
nicht bewertet
Jacke / 31.05.2008 10:16:03
@crtim eher Strorybasierend , erinnert sehr stark an die Serie und alle Fragen die am Ende der letzten Folge offen geblieben sind! Das der Film 3 Jahre nach der Serie spielt gefiel mir auch sehr gut ;-)
6 Sternen
crtim / 01.06.2008 19:42:00
Okay vielen Dank.
nicht bewertet