Dan - Mitten im Leben!
Dan in Real Life
Inhalt
Steve Carell in einer aufflammenden Liebesgeschichte mit Hindernissen inmitten einer turbulenten Familie.Dan Burns (Steve Carell) ist der erfolgreiche Autor einer Zeitungskolumne. Darin erteilt er gescheite Ratschläge für alle Lebens - und Liebesfragen. Aber im wahren Leben ist Dan meist ratlos und ungeschickt. Der Witwer und alleinerziehende Vater von drei Töchtern will zwar alles richtig machen, aber herauskommt: immer das Falsche. Weder ist es ihm gelungen, seine Trauer zu überwinden, noch mit den pubertär-widerspenstigen Töchtern Jane und Cara (Alison Pill/Brittany Robertson) oder dem altklugen Nesthäkchen Lilly (Marlene Lawston) fertigzuwerden. Beim Familientreffen mit den Eltern (Dianne Wiest und John Mahoney) und der weitläufigen Sippschaft auf Rhode Island passiert der emotionale Gau:Dan verliebt sich - in die absolut falsche Frau! Marie (Juliette Binoche) ist nämlich die neue Freundin von Dan´s Bruder Mitch (Dane Cook).Nun befindet sich Dan wirklich auf der Achterbahn der Gefühle-ebenso Marie. Ein witziges Verwirr - und Versteckspiel beginnt - denn die liebe Familie sieht alles, ob beim Dinner, während des Footballspiels oder bei der Talent-Show. Und ihre Kommentare sind gnadenlos. Weil die Familie aber eine glückliche Familie ist, ist wahre Liebe für sie am wichtigsten -und einem Happy end für Dan und Marie steht also nichts im Wege.
Kritik
Filmkritik:
Ein Familientreffen ist - wer wüßte das nicht - Himmel und Hölle zugleich. Im Schoße der Familie findet der vereinsamte moderne Mensch Geborgenheit, Liebe, Verständnis, Ehrlichkeit,aber auch alle Untugenden die damit einhergehen: Indiskretion, Bevormundung, Besserwisserei oder gnadenlose Offenheit. Dieser ganz normale Familienwahnsinn passiert immer und überall - in Peter Hedges`Film "Dan-Mitten im Leben" aber an einem besonders schönen und traditionsreichen Ort: einem romantischen Strandhaus auf Rhode Island. (Was dem Film einen besonderen Reiz gibt).
Dort kommt also die muntere, sportliche, liebenswerte Familie Burns zu ihrem halbjährlichen Familientreff zusammen. Und wie das in glücklichen Familien so ist - jeder ist wie ein offenes Buch, in dem alle lesen können und dürfen. Und manchmal wird auch laut vorgelesen, mit geschwisterlichem Spott, feiner Ironie und gutgemeinter Plumpheit. Kann man an einem solchen Ort, in diesem Umfeld, ein Geheimnis bewahren? So gut wie nicht. Aber Dan(Steve Carell), das Sorgenkind der Familie, muß es tun, unbedingt, und unter allen widrigen und komischen Umständen. Denn er hat sich verliebt! Das wiederum ist wunderbar, denn Dan ist seit Jahren vereinsamter Witwer und alleinerziehender Vater von drei Töchtern, zwei davon im problematischen Teenager-Alter. Aber er hat sich in die Falsche verliebt! Das wiederum ist ganz schrecklich, denn sie ist die Freundin seines Bruders Mitch (Dane Cook)!Nun ist guter Rat teuer - ausgerechnet Dan,der erfolgreiche Autor einer Ratgeberkolumne für Lebens - und Liebesfragen, findet für sich kein Rezept und Ausweg aus seinem Gefühlstaumel. Doch der Coup de Foudre war nicht einseitig; auch Marie (Juliette Binoche) weiß längst, zu welchem der Burns-Brüder sie eigentlich gehört.
Das Verstecken, Verbergen und Verschleiern ihrer Liebe führt in dieser romantischen amerikanischen Indie -Komödie zu allerlei subtil-witzigen Situationen. Alle sehr erheiternd, aber nie zu peinlich oder zu heikel. Plumper Slapstick oder banal-Sexistisches hat sich diese Komödie im Stil der Screwball-Comedy dankenswerterweise versagt - dafür sorgt nicht zuletzt das unaufgeregte, zurückgenommene Spiel von Hauptdarsteller Steve Carell. Eine ganz andere, attraktive Seite des amerikanischen Comedy-Stars (sieht man mal von seiner Rolle als schwuler Mitfahrer in "Little Miss Sunshine" ab), den man hier kennt aus "Jungfrau,40,männlich,sucht".
"Ich bin nicht lustig, als stand-up Comedien wär ich verloren", sagt Carell, der demnächst in der Action-Komödie "Get Smart" von Mel Brooks zu sehen sein wird.
Natürlich wird in diesem Film trotz aller Verwicklungen alles zu einem guten Ende kommen, denkt der Zuschauer mittendrin, es muß einfach! Aber wie? Viel zu komplizierte Verflechtungen und Beziehungen - vielleicht könnte Ruthie Draper, Sandkastenbekanntschaft von Dan, die Lösung bringen? Pigface nannte die Familie das Mädchen - was zum komischen Pigsong führt, einer der frechsten Filmszenen. Aus dem häßlichen Schweinchen ist aber ein intelligentes Schwänchen geworden mit Doktortitel: Emily Blunt als Dr. Ruthie, wieder in einer witzigen Rolle. (Der Hollywood-Reporter krönte sie jüngst zur Königin der komischen Nebenrollen,wohl noch unter dem Eindruck ihres Auftritts als Blaustrumpf in "Der Jane Austen Club", nach ihrer Assistenten-Rolle in "Der Teufel trägt Prada")
Aber Emily/Ruthie ist ein Liebesflop - zumindest für den Moment. Also, weiterwarten bis zum entscheidenden Dritten Akt des Films. Da allerdings schlägt der Film (bzw.das Drehbuch) Purzelbäume, ruck zuck ist die Lösung da, die Liebenden fallen sich in die Arme, noch ein kurzer Schlag-Abtausch, der betrogene Bruder im Schmollwinkel, aber nicht lange, Ruthie taucht auch wieder auf...Happy End, Gott sei Dank, die Kurve gekriegt. Der Zuschauer ist zufrieden. Hauptsache.
Warum hat man bei diesem als Familien-Feelgood-Movie angelegten Film wirklich immer so ein Rundum - und Ich-fühl-mich verstanden-Gefühl? Weil die Kreativen von "Dan-mitten im Leben" etwas von der Materie verstehen! Regisseur und Co-Drehbuchverfasser Peter Hedges, arrivierter amerikanischer Roman - und Drehbuchautor, hat schon in seinem Debütfilm als Regisseur mit "Ein Tag mit April Burns", 2003 das Thema Familie auf engstem Raum (mit Preisen) ausgezeichnet behandelt. Und wer, wie er, das adaptierte Drehbuch von "About a Boy" mitverfaßt hat, kann ein fundiertes künstlerisches Urteil zu Liebe und Familie abgeben. Der Co-Drehbuchautor von "Dan - Mitten im Leben", Pierce Gardner, kennt sein Thema übrigens aus eigener schön-schmerzlicher Erfahrung: Er fuhr jahrelang zu großen Familientreffen nach Delaware...
In dieser feinsinnigen Komödie um mehr oder weniger zarte Familienbande ist bis ins Detail sorgfältig geplant und gearbeitet worden. Das Schauspielerensemble ist hochkarätig (zwei Oscarpreisträger), das production-design unaufdringlich aber präzise, der soundtrack neu und überraschend.
Oscargekrönt (1996,"Der Englische Patient"): Juliette Binoche. Die 44jährige Pariserin scheint Expertin für verbotene Lieben. Man erinnert sich an das erotische Louis Malle Drama "Verhängnis", in dem sie neben Jeremy Irons die Liebhaberin von Vater und Sohn spielt. Das ging damals schief und endete in der Tragödie. Aber seit diesem Film können auch Frauen verstehen, daß Juliette das gewisse Etwas hat, welches wie ein irisierendes Licht um den liebeskranken Dan kreist und ihn fast zum Wahnsinn treibt. Leider hat Juliette Binoche in der Originalfassung keinen französischen Akzent (hat sie denn einen der üblichen accent-reduction workshops in Hollywood absolviert?) Jedenfalls hätte das Dan wohl endgültig verwirrt.
Bis in die Nebenrollen ist der Film spektakulär besetzt. Hervorzuheben: Oscar-Preisträgerin Dianne Wiest als Mama Burns, liebevoll, weise und durchsetzungsfähig.
Der Soundtrack des norwegischen Songwriters Sondre Lerche mit seinen gefühlvollen Original-Songs ist kongenial zur poetischen Grundstimmung des Films.
Daß dieser Film als Familienfilm funktioniert, dankt er auch dem Ort, an dem er größtenteils spielt. Das Strandhaus auf Rhode Island im Ort Jamestown ist ein Traditionshaus, etwa 100 Jahre alt, immer im Besitz einer Familie . Das Team um Produktionsdesignerin Sarah Knowles hat es geschafft, dem Haus Seele und Ausstrahlung zu verleihen - bis hinunter in die Waschküche, wo der arme Dan wegen Platzmangels schlafen muß, neben der beständig knatternden Waschmaschine...
Wer "Dan - Mitten im Leben" gesehen hat, braucht sich also künftig vor Familienfesten nicht zu fürchten. Er weiß, den anderen geht´s ebenso, und mit Humor und Liebe lassen sich, wie in Burns` Strandhaus, die Familienklippen leicht umschiffen. Denn Familie ist dort, wo keiner rausgeworfen wird, wenn er etwas ausgefressen hat. Im Idealfall. Oder im Kino...
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Regisseur
Schauspieler
Steve Carell, Juliette Binoche, Dane Cook, Alison Pill, Brittany Robertson, Marlene Lawston, Dianne Wiest, John Mahoney, Emily Blunt, Amy Ryan, Norbert Leo Butz, Jessica Hecht, Frank Wood, Henry Miller, Ella Miller, C.J. Adams, Jessica Lussier, Felipe Dieppa, Matthew Morrison, Amy Landecker, Shana Carr



siBBe / 29.02.2008 00:08:34
guter Film, Steve Carell mal wieder in ernster/komischer Rolle nach Little Miss Sunshine. Einfach ein guter Feel-Good Movie mit dem man sein Spaß haben wird, von mir 4,5/6
4 Sternen
Kaspian / 22.03.2008 10:58:08
Schließ mich siBBe an...fehlte nochn bisschen was...kam mir alles wie ne softere Version von Die Familie Stone vor....
5 Sternen
Xylon / 31.03.2008 09:02:17
Tja, tut mir echt sorry.... Aber mir hat der nicht so gefallen. Die lustigsten Szenen kamen alle samt schon im Trailer und hat somit den ganzen Witz des Films schon vorne weg genommen. Sehr schade...
3 Sternen