Verfasst von Thorsten Meiritz am 17.02.08 00:33:00 - 0 Kommentare

Rambo 3

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.0/6 Sterne.
Leserwertung (10): 4.6 / 6

Genre Action

Laufzeit: 93

Jahr 1988


Kinostart: unbekannt
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Inhalt

John Rambo is back. Diesmal muss er nach Afghanistan um einen Freund aus der Gefangenschaft der sowjetischen Armee zu befreien - eine Mission, die mit explosiver Action verbunden ist.

John Rambo (Sylvester Stallone) lebt mittlerweile zurückgezogen in einem thailändischen Kloster – den Krieg hat er endgültig hinter sich gelassen. Doch seine Vergangenheit soll ihn ein weiteres Mal einholen. Sein ehemaliger Vorgesetzter und Freund Colonel Trautman (Richard Crenna) spürt ihn in seinem Unterschlupf auf und bittet ihn an einer Geheimaktion in Afghanistan teilzunehmen. Rambo lehnt jedoch ab.
Einige Zeit später erfährt er jedoch, dass Trautman bei der Aktion gefangen genommen wurde. Daraufhin beschließt Rambo sich nach Afghanistan einschleusen zu lassen, um seinen Freund aus der Gefangenschaft zu befreien. Mit Hilfe eines Führers der Mujaheddin, die afghanischen Freiheitskämpfer, die gegen die russische Besatzungsmacht ankämpfen, gelingt es Rambo in die Festung einzudringen, in der Trautman festgehalten wird. Doch der erste Befreiungsversuch schlägt fehl.
Der skrupellose russische Abschnittskommandant Oberst Zaysen (Marc de Jonge) macht nun Jagd auf Rambo. Doch dieser lässt sich nicht beirren und dringt ein weiteres Mal in das Gefängnis ein. Es gelingt ihm schließlich seinen Freund zu befreien und gemeinsam mit ihm und einigen anderen Gefangenen zu fliehen. Rambo und Trautman versuchen sich zur pakistanischen Grenze durchzuschlagen, doch ihre Verfolger sitzen ihnen stets im Nacken und fahren bei der Jagd schweres Geschütz auf – sowohl aus der Luft als auch am Boden. Kurz vor der Grenze gelingt es ihnen Rambo und Trautman den Weg abzuschneiden. Die beiden sehen sich einer gewaltigen Übermacht gegenüber. Dennoch beschließen sie sich in ein letztes großes Gefecht zu begeben…

Kritik

Drei Jahre nach "Rambo 2 – Der Auftrag" folgte der dritte und vorerst letzte Teil der Filmreihe. "Rambo 3" ist, wie sein direkter Vorgänger, ebenfalls politisch motiviert. Diesmal wird jedoch nicht ein weiteres Mal das amerikanische Trauma Vietnam thematisiert, sondern die russische Invasion in Afghanistan, die von 1979 bis 1989 andauerte. Kein Wunder, dass in Zeiten des Kalten Krieges auch in der Filmwelt der sowjetische Erzfeind als Bösewicht herhalten muss. Außer Zweifel steht jedoch, dass der sowjetische Einmarsch einen Verstoß gegen das Völkerrecht darstellte und, dass der Krieg brutal und menschenverachtend geführt wurde. Er sollte schließlich mehr als eine Million Opfer auf afghanischer und ca. 15.000 auf sowjetischer Seite fordern. Viele Soldaten der Roten Armee wurden durch die Gräueltaten in diesem Krieg für immer gezeichnet, ähnlich wie die Vietnamveteranen. Die USA waren in diesen Krieg lediglich indirekt als Geldgeber und Waffenlieferanten sowie als Ausbilder der afghanischen Freiheitskämpfer, die sich selbst als Mujaheddin, als heilige Krieger bezeichneten, verwickelt.

Vor diesem Hintergrund spielt sich der Film ab. Neben dem Krieg in Afghanistan steht die Freundschaft zwischen Rambo und Colonel Trautman im Mittelpunkt. Trautman will Rambo für eine Geheimmission gewinnen, bei der den Freiheitskämpfern Stinger-Raketen geliefert werden sollen. Stinger Raketen stellten für die Rote Armee tatsächlich eine ernsthafte Bedrohung dar und untergruben die Luftüberlegenheit. Die Mission wird im Film allerdings verraten und schlägt fehl. Trautman gerät in Gefangenschaft, so dass Rambo sich doch dazu entscheidet ein weiteres Mal in den Krieg zu ziehen, um seinen alten Freund und Mentor zu retten. Dafür begibt sich der erprobte Dschungelkämpfer auf für ihn neuartiges Terrain – in die Wüstenei Afghanistans. Dieser Aspekt verleiht den Rambo-Filmen auch ein völlig neuartiges Setting. So werden neben spektakulären Actionsequenzen auch tolle Aufnahmen der kargen weiträumigen Landschaft Afghanistans gezeigt; aber natürlich steht die Action in einem Rambo-Film im Vordergrund. In dieser Hinsicht wird dem Zuschauer wirklich das Beste vom Besten geboten: harte Kämpfe Mann gegen Mann, spektakuläre Explosionen und jede Menge militärisch geartete Action sorgen für hohen Unterhaltungswert. Die Kehrseite dieser Medaille spiegelt sich jedoch in der großen Brutalität und Gewalt des Films wider. Der ohnehin schon hohe Body Count des zweiten Teils wird nochmals auf 108 gesteigert. Dadurch "verdiente" sich der Film 1990 einen Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde als "brutalster Film" – in Deutschland wurde "Rambo 3" erneut von der FSK indiziert. Verantwortlich für dieses filmische Massaker zeichnet Regisseur Peter MacDonald. Zuvor wurde der Regie-Stuhl "Highlander"-Regisseur Russell Mulcahy angeboten, der diesen aufgrund künstlerischer Differenzen jedoch ausschlug. MacDonald erhielt für sein Projekt ein Budget von 63 Millionen US-Dollar. Damit war "Rambo 3" zu dieser Zeit der teuerste Film aller Zeiten.

Wer anders als Sylvester Stallone sollte John J. Rambo spielen? Auch im dritten Teil schlüpft er wieder gewohnt solide in die Rolle des Ex-Elitesoldaten und wie gewohnt lässt er auch dieses Mal lieber Taten statt Worte sprechen. Seine Wortkargheit wird allerdings mit einer gewissen Prise Humor angereichert, der manches Mal jedoch eher unfreiwillig komisch wirkt. Einen legendären Dialog des Films stellt sicherlich das Gespräch zwischen Rambo und seinem afghanischen Führer dar. Nachdem dieser Rambo nach allerlei Waffen ausgefragt hat, fällt sein Augenmerk auf ein blaues Knicklicht: "Und das, was ist das?" "Das ist blaues Licht." "Und was macht es?" "Es leuchtet blau!" – eine Szene die unter Fans mittlerweile Kultstatus erlangt hat. Rambos Konflikt, der den ersten Teil beherrschte, wird in Teil drei nur zu Beginn angedeutet, dann aber nicht weiter vertieft. Stallone war auch dieses Mal für das Drehbuch mitverantwortlich.
An Rambos Seite ist ein weiteres Mal sein Ausbilder Colonel Samuel Trautman zu sehen, der erneut von Richard Crenna verkörpert wird. Seine Rolle wird im dritten Film erheblich ausgebaut – er avanciert zum zweiten Hauptdarsteller und ist zum ersten Mal auch richtig in Action zu sehen.
Wie jeder (gute) Actionfilm so benötigt auch dieser einen waschechten Bösewicht. In diesem Fall handelt es sich um den brutalen und skrupellosen sowjetischen Abschnittskommandeur Oberst Zaysen, der von dem mittlerweile leider bei einem Unfall verstorbenen französischen Schauspieler Marc de Jonge verkörpert wird.
In einer kleinen Nebenrolle ist zudem Kurtwood Smith zu sehen, der in der jüngeren Vergangenheit großen Erfolg mit der US-Sitcom "Die wilden Siebziger" feiern konnte.

Abschließend noch einige Worte zum Soundtrack, der abermals aus der Feder von Jerry Goldsmith stammt. Der Komponist hat natürlich das ursprüngliche Rambo-Theme wieder aufgegriffen und dennoch ist es ihm auch gelungen dem Score neue Elemente hinzuzufügen, die den Film passend untermalen. Mit Einsetzen des Abspanns ist der bekannte Popsong "He Ain’t Heavy... He’s My Brother" von Bill Medley zu hören.

Fazit: "Rambo 3" ist aufgrund der spektakulären Actionszenen besser als der zweite Teil, allerdings reicht er nicht an das Original heran. Zudem hinterlässt die große Brutalität einen faden Beigeschmack, der Actionfans allerdings kaum stören wird. Dem Film sollte eine 20-jährige Leinwandabstinenz von John J. Rambo folgen, bis er nun im Februar 2008 für einen allerletzten Kampf zurückkehrt.

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