Verfasst von Haiko Kàcserik-Maczek am 04.08.06 06:42:19 - 5 Kommentare

Die Legende des Zorro

The Legend of Zorro

Moviereporter-Bewertung:
  • 3.0/6 Sterne.
Leserwertung (8): 3.87 / 6

Land USA

Genre Abenteuer, Action

Laufzeit: 126

Jahr 2005

Webseite
Trailer

Kinostart: 27.10.2005
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Inhalt

"Die Legende des Zorro" ist ein Sequel zum 1998 herausgekommenen "Die Maske des Zorro", erneut führte Martin Campbell Regie, mit Antonio Banderas und Catherine Zeta-Jones in den Hauptrollen.

10 Jahre Jahre später, Kalifornien 1850

Don Alejandro De La Vega (Antonio Banderes) lebt mit seiner Frau Elena (Catherine Zeta-Jones) und ihrem gemeinsamen Sohn Joaquin (Adrian Alonso) in Kalifornien, doch die Familienidylle trügt. Elena sehnt sich nach einem ruhigen Familienleben, doch in diesen Zeiten wird Zorro schwerlich Ruhe finden können: Kalifornien steht kurz davor 31. Bundesstaat der USA zu werden. Die Gefährten eines streng geheimen rätselhaften Zusammenschlusses, dessen Wurzeln bis in das Mittelalter reichen, wollen dieses politische Unterfangen allerdings mit aller Macht verhindern. Der verbrecherische McGivens (Nick Chinlund) versucht das Land der Kalifornier zu stehlen und bedroht das Leben der friedlichen Bürger.

Nun steht Zorro in einem Konflikt: er muss den korrupten McGivens stoppen und seinen kalifornischen Landsleuten zur Hilfe eilen und ihnen ermöglichen Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika werden zu können. Dem ungeachtet darf er die Geduld seiner Frau Elena, die die gefährlichen Abenteuer ihres Mannes keinesfalls billigt, nicht zu sehr herausfordern. Zorro kümmert sich ihrer Meinung nach mehr um die Verbrecher Kaliforniens als um seine eigene Familie. Darauf droht sie ihm mit der Scheidung und als auch noch der charmante, aristokratische Armand (Rufus Sewell) seine Frau umwirbt und sie dem Anschein nach darauf eingeht, ist das Dilemma für Zorro perfekt: Läßt er den maskierten Rächer für alle Zeiten vom Erdboden verschwinden und sorgt sich um seine Familie oder steht er dem kalifornischen Volk mit Mantel und Degen zur Seite?

Kritik

Unser Held des kalifornischen Volkes - der maskierte Rächer der Entrechteten - Zorro ist mit Mantel und Degen zurück und bricht ohne Superkräfte und technischen Raffinessen auf in ein brandneues Abenteuer. Erstmals wurde er im Roman "The Curse Of Capistrone" im Jahre 1919 erwähnt und ist seitdem ein Held der modernen amerikanischen Fiktion. Nur sieben Jahre nach dem grandiosen Leinwanderfolg von "Die Maske des Zorro", der weltweit mehr als 250 Mio. Dollar einspielte, zückt erneut Hauptdarsteller Antonio Banderas den Degen, verbürgt seinen Hass hinter der schwarzen Maske und schlüpft in die Figur des Alejandro De La Vega; Filmpartnerin Catherine Zeta-Jones kehrt ebenfalls als Elena zurück. Die Filmstory des Vorgängers wird in "Die Legende des Zorro" wieder aufgegriffen und spielt 10 Jahre nach der Geburt von Joaquin, dem gemeinsamen Sohn von Alejandro und Elena. Doch die Kluft zwischen dem Elternpaar wächst immens: Elena ersehnt ein ruhiges Familienleben und würde sich wünschen, dass ihr Mann sich mehr um ihren Sohn kümmern würde, doch Alejandro hingegen braucht die Abenteuer des Zorros und vernachlässigt seine Familie immer mehr. In der Folge kommt es zur Trennung und Elena lernt einen anderen Mann kennen. Eigentlich ein guter Ausgangspunkt für einen Film der unter anderem von zwei Liebenden handelt, wenn der Status quo der Protagonisten offen ist. Die Frage ist: Was haben die Filmemacher aus dieser Idee gemacht?

Der in Neuseeland geborene Martin Campbell - Regisseur von "GoldenEye" - ließ es sich nicht nehmen nach "Die Maske des Zorro" auch beim Sequel Regie zu führen. Obzwar er es schaffte, fast das gesamte Team vom ersten Teil wieder um sich zu versammeln (seinen Chefkameramann Phil Meheheux, den Komponisten James Horner etc.) ist bei "Die Legende des Zorro" alles anders. "Die Maske des Zorro" gehört zu den beliebtesten Funmovies der 90er Jahre und beinhaltet alle Komponenten, die zur Wiederbelebung eines verstaubten Genres nötig waren: Witz, Action, gute Story, 'noch weitgehend' unbekannte Hauptakteure und vor allem (!) Charme! Und genau diesen Charme musste "Die Legende des Zorro" wiedererlangen. Dies war für mich mein Hauptkriterium zum Schreiben der Review und synchron auch Indikator für das Funktionieren des Sequels und ich kann besten Gewissens sagen, dass der Film diese Grazie, diese Eleganz, die der erste Film ausstrahlte, nicht wiedereinfangen konnte. Die Harmonie zwischen den Hauptakteuren, die in "Die Maske des Zorro" in der gemeinsamen Tanzszene ja nur so knisterte, fehlt hier unerfreulicherweise. Vielleicht liegt es auch daran, dass beide Hauptdarsteller inzwischen zu bekannten, grossen Schauspieler gereift sind und jeder eine großartige Anzahl beachtlicher Filmwerke vorweisen kann und folglich jeder eher sein eigenes Ding durchzog als in einem grossen Team zu agieren.

Bedauerlich ist auch, dass Martin Campbell die genialen Actionsequenzen vom ersten Teil nicht nicht nur nicht wiederholen sondern auch nicht revolutionieren konnte. Ein Mann, der zuvor dem James-Bond-Franchise mit "GoldenEye" eine perfekte Verjüngungskur verpasste, der das Genre des Mantel und Degenfilmes mit "Die Maske des Zorro" überragend wieder zum Leben erweckte, muss doch mehr zu bieten haben, als eine billige Kopie des ersten Teils.

Einzig und allein absolut sehenswert ist die Darstellung des Joaquins von Adrian Alonso, der lieber einen Vater wie Zorro hätte, der schon in der Schule wie Zorro an Kronleuchtern schwingend seinem Lehrer entkommt. Dieser Hauch von einer guten Idee bringt frischem Wind in dieses Abenteuer.

Der sonst geniale Filmkomponist James Horner hat (eher untypisch) vermutlich den Soundtrack von "Die Legende des Zorro" eins zu eins vom ersten Teil übernommen und darüber hinaus auch noch die besten Musikstellen weggelassen.

Und obwohl "Die Legende des Zorro" sicherlich auch ganz oben in den Box-Office-Listen weltweit erscheinen und sicherlich vielen das Sequel gefallen wird, muss man den Filmtiteln einen Augenblick schenken: Wäre es nicht angebrachter gewesen, den ersten Teil "Die Legende des Zorro" zu nennen, in dem ein überaus guter Anthony Hopkins seine Maske dem jüngeren 'Banditen' Antonio Banderas weitergibt, ihn trainiert und fit für die Aufgaben des Zorros macht, demnach selber als Legende verschwindet, die Idee hinter Zorro aber in Alejandro weiterleben läßt und das Sequel "Die Maske des Zorro"?

Bleibt für mich vor meinem Fazit nur noch zu erwähnen, dass ich vorausblickend nun gar nicht mehr weiss, was ich von einem "Casino Royale" halten und erwarten soll, wenn Martin Campbell nach einer perfekten Inszenierung von "Die Maske des Zorro" mir mit sowas wie "Die Legende des Zorro" kommt, denn "GoldenEye" war vollkommen ein genialer James Bond-Streifen. Vielleicht sollte es Martin Campbell immer mit einem Film belassen ... nicht das noch "Vertical Limit 2" erscheint.

Fazit:
"Die Legende des Zorro" bietet immerhin viele Degenkämpfe, große Explosionen und viel Witz, wird sicherlich auch vielen, die einen Fun-Action-Streifen erwarten, gut gefallen, doch bleibt er trotzdem eine unangenehme Fortsetzung von "Die Maske des Zorro". Wenn man sich einen noch besseren Zorro erhofft, sollte man seine Erwartungen nicht bescheiden entkräften. Das Sequel "Die Legende des Zorro" ist eben wiedermal nur ein geistloses, banales Ebenbild des Vorgängers.


Jetzt kommentieren? / 5 Kommentare

  1. Xylon

    Xylon / 08.03.2008 00:26:56

    Oh ja... sehr schöner Film!


    4 Sternen

  2. Veremar

    Veremar / 08.03.2008 13:35:49

    Ich fands enttäuschend gegenüber dem ersten Film...


    3 Sternen

  3. Kaspian

    Kaspian / 09.03.2008 14:11:33

    Ich fandn zweiten eigntlich sogar besser wie den ersten. Der zweite hatte halt mal wieder son nerviges Kind.


    4 Sternen

  4. Jigsaw

    Jigsaw / 08.04.2008 22:21:12

    Mantel und Degenfilm nach altem Muster,gefällt mir besser als Fluch der Karibik 1-3,der erste ging ja noch die anderen beiden fand ich schrott.


    4 Sternen

  5. Gambit521

    Gambit521 / 23.07.2008 04:50:46

    Die Rolle wie für ihn geschaffen


    nicht bewertet


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