John Rambo (2008)
Handlung
"Live for nothing or die for something" – John Rambo kehrt nach 20-jährger Abstinenz auf die Kinoleinwand zurück.
Zwanzig Jahre sind vergangen, seit John Rambo (Sylvester Stallone) seinen Freund Trautman aus Afghanistan herausgeholt hat. Seitdem lebt er zurückgezogen im Dschungel Thailands in der Nähe des Salween-Flusses. Sein Geld verdient er sich durch das Jagen und Verkaufen von Schlangen und durch Fischfang.
Eines Tages bittet eine Gruppe Missionare ihn um Hilfe. Sie wollen sein Boot mieten, um flussaufwärts zu reisen – in das von Bürgerkrieg gepeinigte Myanmar. Dort unterstützen sie das Bauernvolk der Karen mit Hilfsgütern und Medikamenten im Kampf gegen die repressive Militärdiktatur. Rambo, der den Krieg ein für allemal hinter sich gelassen hat, lehnt das Angebot jedoch ab. Erst auf Bitten von Sarah (Julie Benz) hin lässt er sich doch auf den Auftrag ein. Die Reise verläuft ohne Zwischenfälle, bis sie eines Nachts auf Flusspiraten stoßen und Rambo gezwungen wird zur Waffe zu greifen und wieder zu töten. Schließlich gelangt die Gruppe an ihren Bestimmungsort und setzt die Reise auf dem Landweg fort – ohne Rambo, der sich stattdessen auf den Rückweg macht.
Kurz nachdem die Missionare im Dorf der Karen angekommen sind, greift das birmanische Militär an und verübt ein Massaker unter den Dorfbewohnern. Die amerikanischen Helfer werden getötet oder gefangen genommen – auch Sarah erleidet dieses Schicksal.
Einige Wochen später erfährt Rambo, dass die Gruppe vermisst wird. Zu ihrer Rettung wurde ein Trupp Söldner unter der Führung des ehemaligen SAS-Agenten Lewis (Graham McTavish) angeheuert. Rambo soll auch sie mit seinem Boot flussaufwärts geleiten. Er fasst einen folgenschweren Entschluss: er greift erneut zu den Waffen und zieht in den Krieg, um die Missionare aus der birmanischen Hölle zu befreien…
Besetzung / Stab
Regie
Bilder
Kritik
Nachdem Sylvester Stallone mit seiner Kultfigur "Rocky Balboa" im vergangenen Jahr ein gelungenes Comeback auf der großen Leinwand feiern konnte, widmete er sich einer weiteren Kultikone der Filmgeschichte. Die Rede ist von dem muskelgestählten Einzelkämpfer John J. Rambo, der zuvor bereits in drei Filmen auf der Leinwand zu sehen war – letztmals vor zwanzig Jahren. Für das Comeback dieser Kultfigur lagen zunächst mehrere Drehbuchentwürfe vor, doch schließlich entschied sich Stallone, wie schon in Teil zwei und drei erneut für einen politisch motivierten Hintergrund. Diesmal widmet er sich dem seit 60 Jahren andauernden Bürgerkrieg und der brutalen Militärdiktatur in Birma, oder wie es heute heißt: Myanmar.
Birma erlangte bereits im Jahr 1948 die Unabhängigkeit von Großbritannien. Seitdem gibt es immer wieder bewaffnete Konflikte im Land zwischen dem birmanischen Militär und verschiedenen Rebellengruppen, die zumeist aus unterrückten ethnischen Minderheiten bestehen. Viele Menschenrechtsorganisationen werfen der Militärdiktatur grobe Menschenrechtsverletzungen vor, wie Zwangsumsiedlung, Zwangsarbeit, Folter oder Vergewaltigung. Einige sprechen sogar von ethnischen Säuberungen, oder einem langsamen und lange andauernden Völkermord. Zudem werden die Zwangsrekrutierung und der Einsatz von Kindersoldaten angeprangert, was allerdings nicht nur für das Militär, sondern auch für die Rebellengruppen zutreffend ist. Erst im vergangenen September geriet die Militärjunta in die Schlagzeilen, als sie brutal gegen Demonstranten vorging, die von buddhistischen Mönchen angeführt wurden. Als weitere Reaktion auf die Unruhen stürmte das Militär zahlreiche Klöster. Zudem wurden Regimegegner und Oppositionelle im ganzen Land verhaftet.
Im Mittelpunkt des Films steht der bewaffnete Konflikt zwischen der Militärjunta und den Karen. Seit 1948 kämpft das Bergvolk für einen unabhängigen Karen-Staat und wurde seitdem immer wieder das Ziel von groben Menschenrechtsverletzungen und brutaler Willkür seitens der herrschenden Militärdiktatur. Die oftmals in ärmlichen Verhältnissen lebenden Menschen sind der Gewalt durch das Militär oftmals schutzlos ausgeliefert und diese Gewalt wird im Film schonungslos gezeigt – eine neue Komponente in einem "Rambo" Film. Galten besonders der zweite und der dritte Teil als Gewalt verherrlichend, so versucht der vierte Teil mit der expliziten Gewaltdarstellung auf die grausamen Umstände hinzuweisen und auf diese Weise den Gewalteinsatz zu rechtfertigen. Erstmals wird das Grauen des Krieges also im Bild festgehalten. So sind zerfetzte oder abgetrennte Gliedmaßen keine Seltenheit, werden Vergewaltigungen angedeutet und auch vor der Ermordung von kleinen Kindern wird nicht Halt gemacht. Diese explizite Darstellung der Brutalität kommt besonders beim Angriff des Militärs auf die Dorfbewohner zum Einsatz und ruft auf diese Weise im Zuschauer Abscheu und Ekel gegen das Militärregime hervor. Außerdem wird dadurch auch versucht die erbarmungslose Gegengewalt von Rambo zu rechtfertigten, der wie üblich Feuer mit Feuer bekämpft. Der Gewaltfaktor ist also wieder einmal sehr hoch. Lange Zeit galt „Rambo 3“ als brutalster Film. Jetzt hat "John Rambo" allerdings diese eher unrühmliche Messlatte noch einmal höher gelegt, denn der Body Count des Films beträgt 236 und ist damit mehr als doppelt so hoch wie im dritten Teil. Die deutsche FSK entschied sich daher den Film trotz einer FSK 18 Freigabe zusätzlich zu schneiden, was unter Fans sicherlich für Unmut sorgen wird.
Sylvester Stallone übernahm nicht nur die Hauptrolle und verfasste das Drehbuch mit, sondern er entschied sich diesmal auch gleich dazu den Film in Eigenregie umzusetzen. Er wollte schlichtweg alles in die eigene Hand nehmen und den gesamten Produktionsprozess überwachen. Diesen Schritt begründete er damit, dass er so allein dafür verantwortlich sei, wenn der Film ein Misserfolg werden würde. Im umgekehrten Fall könne er den gesamten Ruhm für sich selbst verbuchen – letztgenannte Aussage ist natürlich nicht ganz ernst zu nehmen. Das der Film ein Flop wird ist allerdings nicht zu erwarten, denn Rambo-Fans in aller Welt warten bereits sehnsüchtig auf die Rückkehr ihres Leinwandhelden. Außerdem hat Stallone den Film wirklich gut in Szene gesetzt, sowohl in Bezug auf die Kameraführung, als auch auf die Umsetzung der zahlreichen Actionszenen, die teilweise wirklich spektakulär sind. Die Explosion einer Fliegerbombe ist hierbei sicherlich ein Highlight des Films.
Am wichtigsten ist jedoch, dass ein sichtlich gealterter Stallone immer noch eine gute Figur als John J. Rambo macht. Der mittlerweile 62-jährige Schauspieler ging für die Rolle an seine körperlichen Grenzen. Dass er beim Muskelaufbau mit gewissen Mittelchen nachgeholfen hat, sei an dieser Stelle allerdings auch nicht verschwiegen.
Mit "John Rambo" versucht Stallone wieder ein wenig mehr an den ersten Teil der Filmreihe anzuknüpfen und Rambos Konflikt als ausgebildete Kampfmaschine stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Er hat eigentlich die Waffen endgültig niedergelegt und will vom Krieg nichts mehr wissen. Erst auf Bitten der schönen Missionarin Sarah erklärt er sich dazu bereit in das Krisengebiet Myanmar aufzubrechen. Als sie von Flusspiraten bedroht wird greift er nach langer Zeit erstmals wieder zur Waffe und tötet instinktiv seine Kontrahenten. Als die Missionare in Gefangenschaft geraten entschließt er sich ein letztes Mal in den Krieg zu ziehen. Dass er dabei den Moralapostel gibt – "Lebe für Nichts oder stirb für Etwas" – wirkt allerdings eher unglaubwürdig.
Neben Sylvester Stallone spielt Julie Benz als Missionarin Sarah Miller die größte Rolle. Es war übrigens Stallone selbst, der Benz unbedingt engagieren wollte, denn er ist ein großer Fan der TV Show "Dexter" in der sie mitwirkt. Graham McTavish agiert als Lewis, ein hart gesottenes ehemaliges Mitglied der SAS, einer britischen Eliteeinheit, der nun Anführer einer Söldnertruppe ist, die für die Rettung der Missionare angeheuert wird. In weiteren Rollen sind Matthew Marsden als Scharfschütze School Boy und Paul Schulze als Missionar Michael Burnett zu sehen.
Nun noch ein Wort zum Soundtrack des Films. Nach dem Tod von Jerry Goldsmith, der für alle bisherigen "Rambo" Filme die Musik schrieb, hat sich nun der junge aufstrebende Komponist Brian Tyler erstmals dieser Aufgabe angenommen. Und er macht seine Sache wirklich sehr gut. Er greift nicht nur das ursprüngliche Rambo-Theme von Goldsmith auf, sondern er fügt dem Score auch neue stark actionlastige Passagen hinzu und verleiht dem Soundtrack auf diese Weise eine neue dynamische Komponente.
Fazit: "John Rambo" ballert sich in gewohnt wortkarger Manier über die Leinwand und hinterlässt eine Schneise aus Tod und Verwüstung, allerdings nur unter den Bösewichten. Die Gewaltdarstellung erhält in dem Film eine neue Qualität, ist dennoch an manchen Stellen überhart und übertrieben. Sylvester Stallone liefert trotz fortgeschrittenen Alters eine glaubwürdige Performance ab und der Soundtrack ist sehr gut gelungen. Dennoch reicht der Film nicht an das Original von 1982 heran.

Kommentare
stallone
geschrieben am 14.12.2007 um 19:01:32
mal schauen ob der an teil drei ran kommt?
Rusty
geschrieben am 17.12.2007 um 15:40:01
John Rambo ist back, wenn es einen Krieger gibt, dann ist es Rambo. Ich liebe die Rambo-Filme. Der 4.Teil ist sehr brutal, dennoch freue ich mich, den zu sehen!!!
stallone
geschrieben am 17.12.2007 um 16:30:02
teil 3 ist der beste! und ich denke teil 4 wirds schwer haben den zu toppen.
Rusty
geschrieben am 17.12.2007 um 17:20:15
ich finde eigentlich alle 3 teile gut, ist schwer zusagen welcherd er beste ist
eddy
geschrieben am 07.01.2008 um 12:48:46
Bin eher an Rocky rangekommen als an Rambo.Der Trailer is ja man bombig,las mich überraschen!
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