Der Rote Baron
Inhalt
Eine der aufwendigsten und teuersten deutschen Filmproduktionen aller ZeitenEuropa 1916: Freiherr Manfred von Richthofen (Matthias Schweighöfer) ist im Alter von nur 24 Jahren das größte Fliegertalent des preußischen Korps - bereits zu Lebzeiten ein Held und selbst bei seinen Gegnern, wie dem kanadischen Piloten der Alliierten, Captain Roy Brown (Joseph Fiennes), ebenso gefürchtet wie respektiert.
Für ihn und seine Kameraden, die Leutnants Voss (Til Schweiger), Sternberg (Maxim Mehmet) und Lehmann (Hanno Koffler), sind die Luftduelle ausschließlich eine sportliche und technische Herausforderung, die sie die Schrecken der Schlachtfelder unter ihnen zunächst ignorieren lässt.
Aufgrund der provokanten roten Bemalung seiner Fokker erhält Manfred von Richthofen den Beinamen "Der rote Baron", der ihn auf der ganzen Welt berühmt macht. Sein zunehmender Erfolg krönt Manfred von Richthofen zum Idol, zum symbolischen Hoffnungsträger für Millionen von Menschen.
Während ihn die Oberste Heeresleitung immer stärker zu Propagandazwecken missbraucht, lernt das junge Fliegerass bald die schreckliche Realität des Krieges kennen: Als von Richthofen sich in die attraktive und resolute Krankenschwester Käte (Lena Headey) verliebt, öffnet sie ihm die Augen dafür, das Krieg alles andere als ein Spiel ist. Manfred von Richthofen wird sich seiner propagandistischen Funktion in einem sinnlosen und grausamen Krieg gewahr.
Sein ehrgeiziger und patriotischer Bruder Lothar (Volker Bruch) stellt seine ritterliche Attitüde ebenfalls massiv in Frage. Doch trotz des Verlusts vieler Kameraden kann von Richthofen sich nicht endgültig von der Fliegerei abwenden. Während er zum lebenden Mythos wird, könnte jedes Duell in den Lüften für ihn das letzte sein.
Kritik
Der rote Baron ist mit privat finanzierten 20 Millionen Euro einer der teuersten deutschen Filme der Geschichte und wartet mit internationalen Stars genauso auf, wie mit international konkurrenzfähigen Special Effects. Schade, schade, dass der Film an allem anderen scheitert.So darf man keinen historisch korrekten dokumentarischen Kriegsfilm erwarten, denn Autor und Regisseur Nikolai Müllerschön hat von Richthofens Lebensgeschichte publikumstauglich für das 21. Jahrhundert aufgewertet, dafür aber auf sehenswerte Tatsachen wie seine strategischen Fähigkeiten weitestgehend verzichtet. Die heute in Mode gekommene Liebesgeschichte darf also auch beim Roten Baron nicht fehlen, auch wenn diese jeglicher Tatsachen wiederspricht. "Sein größter Sieg war die Liebe" prangt auf den Plakaten und zeigt dem designierten Publikum schon in der Warteschlange, was da auf einen zukommen wird.
So geht es in dem zwei Stunden Werk über den Roten Baron vorwiegend um die Balz mit seiner fiktiven Liebe, der belgischen Krankenschwester Käte. Diese versucht Baron von Richthofen von der Fliegerei abzubringen und ihm die Grausamkeit des ersten Weltrkrieges zu verdeutlichen.
Als Krankenschwester mit einem nervenden Akzent konnte man mit Lena Headey ("300", "Brothers Grimm") eine international bekannte Schauspielerin verpflichten. Allerdings stimmt die Chemie zwischen dem Titelhelden, verkörpert von Matthias Schweighöfer, der eine solide Leistung darbietet, und ihr in keiner Weise. Es hat einfach nicht gefunkt und geprickelt im Kinosaal, wenn er sich ihr nähert und die beiden zusammen auf der Leinwand zu sehen sind. Schauspielerisch liefert Headey auch keine Glanzleistung ab, denn in den 120 Minuten zeigt sie nur einen einzigen Gesichtsausdruck.
Ja, und viel mehr passiert eigentlich auch nicht. Zu Beginn wird gezeigt, dass junge Adlige im abschiessen der Feinde eher einen Sport als den Krieg sehen, um im Verlauf des Films zu erkennen, dass Krieg eben doch grausam ist.
Dazu werden hin und wieder Frontszenen eingestreut, in denen deutlich wird, wie die deutsche Heeresführung und der deutsche Kaiser von Richthofens Popularität für propagandazwecke einzusetzen versucht. Leider wird hier mehr über den Krieg geredet, als dass er gezeigt wird. Von Richthofens Flugkunst wird ebensowenig in die Handlung eingebaut, wie die 80 beglaubigten Abschüsse feindlicher Flugzeuge, die nur in einem Nebensatz erwähnt werden.
Die wenigen Luftkampfszenen sind allerdings mithilfe einer der größten Greenscreens relativ gut umgesetzt worden. Leider können die drei Luftkämpfe aber kaum ein Gefühl von Geschwindigkeit und Größe vermitteln, da die Schnitte ziemlich wirr und die Kameraführung oft unübersichtlich ist. Ja, richtig. Alle drei. Denn auf mehr Action und Luftkämpfe kommt der 120 Minuten-Film nicht. Schade. Vor allem, da oftmals eine enorme Spannung aufgebaut wird, so dass man sich im Kinosaal bereits die Hände reibt und sich sagt "Gleich gehts ab!", um die Seifenblase mit einer Einblendung "3 Wochen später" platzen zu lassen, was bereits nach dem zweiten Mal richtig nervt. Der Abschuss von Richthofens durch den kanadischen Kampfflieger Roy Brown, gespielt von Joseph Finnes, wird genausowenig gezeigt, wie die Bestattung durch die Alliierten Streitkräfte mit allen militärischen Ehren. Der angedeutete Heldentot widerspricht den Tatsachen sowieso, aber wer will schon einen heroischen deutschen Kampfflieger von Bodengeschützen getroffen zu Boden fallen sehen?
Fazit: Um international konkurrenzfähige Filme zu produzieren reicht es leider nicht, gute Spezialeffekte zu produzieren und detaillierte Kulissen zu bauen. Dafür braucht es auch eine fesselnde Geschichte und funktionierende Charaktere und die hat "Der rote Baron" leider in keinster Weise zu bieten.
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Regisseur
Schauspieler
Matthias Schweighöfer, Til Schweiger, Lena Headey, Joseph Fiennes, Volker Bruch, Maxim Mehmet, Steffen Schröder, Hanno Koffler, Tino Mewes, Ralph Misske, Axel Prahl, Gitta Schweighöfer, Jan Vlasák, Jan Unger, Luise Bähr, Brian Caspe, Karsten Kaie, Filip Moravec, Vlasta Svátková, Eddie Wren



Jigsaw / 09.04.2008 19:01:36
Die Story ist natürlich sehr viel ausgeschmückt worden trotzdem können wir uns glaub ich wieder mal auf einen richtig guten Film aus Deutschland gefasst machen.
nicht bewertet
mye / 18.04.2008 16:21:03
ich finde den trailer auch richtig gut, muss ich sagen, freue mich eigentlich auf den film
nicht bewertet