Verfasst von Sebastian Stumbek am 27.02.06 16:02:15 - 0 Kommentare

The New World

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.0/6 Sterne.
Leserwertung (3): 2.0 / 6

Land USA

Genre Abenteuer, Drama

Laufzeit: 135

Jahr 2005

Webseite
Trailer

Kinostart: 02.03.2006
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Inhalt

The Thin Red Line Regiesseur Terrence Malick verfilmt in The New World die Geschichte des Entdeckers John Smith und seiner Liebesbeziehung zur Indianerin Pocahontas.

Anfang des 17. Jahrhunderts ist Nordamerika ein gewaltiges Land, das von einem komplizierten Geflecht aus Stammeskulturen bevölkert ist und sich seit 5000 Jahren kaum verändert hat. Eindringlinge von außen müssen diese historisch gewachsene Lebensform zwangsläufig aus dem Gleichgewicht bringen. An einem Frühlingstag im April 1607 tauchen drei kleine Segelschiffe mit 103 Passagieren in dieser Welt auf. Auf dem riesigen Ozean haben sie eine unvorstellbare Strecke zurückgelegt – ihre ferne Heimat, das Inselreich England, liegt 5000 Kilometer entfernt im Osten. Im Auftrag ihres Geldgebers, der offiziellen königlichen Virginia Company, wollen sie an der Küste der von ihnen so genannten Neuen Welt eine neue Heimat gründen – einen Brückenkopf für ihre Kultur, ihre Religion, ihr Wirtschaftssystem. Auf dem Schiff ist auch der rebellische 27-jährige John Smith (Colin Farrell) in Ketten – er soll wegen Befehlsverweigerung gehängt werden. Dennoch ist er zu fähig und zu beliebt, um von seinen eigenen Leuten aufgeknüpft zu werden. Deswegen gibt ihm Kapitän Christopher Newport (Christopher Plummer) die Freiheit wieder, als das Schiff ankert. Weder Newport noch seine Gruppe britischer Siedler ahnen, dass sie mitten in einem hoch entwickelten Eingeborenenreich gelandet sind, das der mächtige Häuptling Powhatan (August Schellenberg) regiert. Was die Kolonisten als Neue Welt bezeichnen, ist für Powhatan und sein Volk eine uralte Welt – und die einzige, die sie kennen. Die Engländer, die Fremdlinge in der Wildnis, haben von Anfang an große Schwierigkeiten, denn sie schaffen es nicht, allein zurecht zu kommen – und in manchen Fällen weigern sie sich auch. Smith will die vor Ort lebenden Stämme um Unterstützung bitten und begegnet einer jungen Frau. Das eigenwillige und temperamentvolle Mädchen wird von Freunden und Familie „Pocahontas“ genannt – "die Verspielte". Sie ist Powhatans Lieblingstochter. Schon bald kommen sich Smith und Pocahontas (Q’Orianka Kilcher) näher. Das Gefühl zwischen ihnen geht weit über Freundschaft, über eine Romanze hinaus – es bildet den Ursprung einer der beständigsten amerikanischen Legenden der letzten 400 Jahre.

Kritik

Ganze acht Jahre ist es her, dass Regisseur Terrence Malick seinen letzten Film gedreht hat. "Der Schmale Grad" war zwar für 7 Oscars nominiert, ging dann aber leider leer aus – Steven Spielbergs "Der Soldat James Ryan" dominierte in diesem Jahr leider. Jetzt meldet sich Malick mit seinem neuen Film "The New World" wieder.

Der Film handelt vor allem um das Treffen zweier völlig verschiedener Kulturen und fokussiert dabei John Smith und Pocahontas. Die Liebesgeschichte der beiden sollte den Meisten bekannt sein, da diese Geschichte, die auch zu Teilen wahr sein soll, als Legende seit Jahrhunderten erzählt wird. Sehr einfühlsam und ruhig wird die Geschichte erzählt, man sollte sich also unbedingt dessen bewusst sein, dass der Film beinahe ohne Dialoge auskommt und vor allem durch seine schönen Bilder erzählt wird. Dass dies nicht unbedingt ins Mainstream-Programm des Kinos passt wird einem dann auch sehr schnell bewusst – Malick geht hierbei seinen völlig eigenen Weg. An diesem Punkt werden sich allerdings die Geister scheiden: Einige werden dadurch sicherlich angesprochen werden und geraten sofort in den Bann des Films, andere werden sicherlich gähnend das Kino verlassen.  "Der Schmale Grad" war so gesehen auch ein sehr ruhiger Film gewesen, womit sich nicht jeder Zuschauer anfreunden konnte, allerdings muss man an dieser Stelle betonen, dass "Der Schmale Grad" trotzdem der bessere der beiden Filme ist. Das liegt zum einen daran, dass dieser sowohl visuell schöner gewesen ist als "The New World", als auch einen interessanteren Erzählfluss hatte. Trotzdem muss man "The New World" zugute halten, dass dieser optisch wirklich sehr schön geworden ist. Malick versteht sich einfach wunderbar darin, wunderschöne Landschaftsbilder abzufilmen, die Kamera gekonnt zu positionieren oder seine hervorragenden Schauspieler stilistisch gut in Szene zu setzen.

Unter den Darstellern seien natürlich vor allem Colin Farrell und Q'Orianka Kilcher (Pocahontas) zu erwähnen. Zuletzt war Farrell in Oliver Stones "Alexander" zu sehen, welcher von der Presse gnadenlos zerrissen wurde – allerdings unberechtigter Weise meiner Meinung nach. Dass Farrell ein hervorragender Schauspieler ist, hat er bereits dort gezeigt, in "The New World" setzt er allerdings noch eins drauf. Wie bereits erwähnt beinhaltet der Film nicht sehr viele Dialoge, sondern lebt eher von seiner Bildsprache. Und Farrell hat es gekonnt mit Mimik und Gestik geschafft zu zeigen was er kann. Das Gleiche gilt für Q'Orianka Kilcher, welche zu Dreharbeiten gerade einmal 14 Jahre alt war, trotzdem aber auf ganzer Linie professionell agiert. Vorher hatte sie nur eine kleine Nebenrolle in "The Grinch", dh. Sie hat als unerfahrene Schauspielerin gleich in ihrem ersten grossen Film spielen können, was ihr wunderbar gelungen ist. Außerdem zu sehen ist Christian Bale ("Batman Begins"), welcher aber relativ spät im Film auftaucht. Macht aber nichts, da dieser auch eine verdammt gute Leistung vollbracht hat.

Entwas enttäuschend wirkt die Musik von James Horner. Zuvor hat er ja bereits einige wirklich gute Soundtracks komponiert, wie den zu "Titanic" oder zu den letzten beiden "Zorro"-Abenteuern, in "The New World" wirkt die Musik stellenweise unerträglich nervend.

Fazit: "The New World" zu bewerten ist unheimlich schwierig. Auf der einen Seite ist der Film optisch sehr schön geworden, bietet hervorragende Darsteller und man merkt dem Film an, dass er mit viel "Liebe" gedreht wurde. Auf der anderen Seite aber ist der Film einfach zu lang geworden, die Längen gehen an einigen Stellen oft in Langeweile über. Sicherlich hätte man die Liebesgeschichte der beiden interessanter gestalten können.

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