Verfasst von Thorsten Meiritz am 13.09.07 17:05:25 - 10 Kommentare

Shoot 'Em Up

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.0/6 Sterne.
Leserwertung (23): 4.69 / 6

Land USA

Genre Action, Komödie, Thriller

Laufzeit: 86

Jahr 2007

Webseite
Trailer

Kinostart: 20.09.2007
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Inhalt

Clive Owen ballert sich in diesem hochstilisierten Actionfilm über die Leinwand.

Ein Fremder (Clive Owen) sitzt nachts an einer Bushaltestelle und knabbert nichts ahnend an einer Karotte. Plötzlich eilt eine hochschwangere Frau vorbei und verschwindet in eine Seitengasse. Als ihr kurz darauf ein Mann mit gezogener Waffe folgt, beschließt Mr. Smith, so der Name des Fremden, die Frau zu retten.
Dies ist jedoch nur der Auftakt einer mörderischen Odyssee, denn nachdem er den Angreifer ausgeschaltet hat, tauchen plötzlich weitere Männer auf und beginnen ohne Vorwarnung zu schießen. Zu allem Überfluss gebiert die Frau just in diesem Moment ihr Baby. Smith versucht mit den beiden zu entkommen, doch die Frau stirbt im Kugelhagel, so dass er sich nun um das Baby kümmern muss.
Damit hat der Alptraum jedoch noch kein Ende gefunden, denn der Tod der Mutter reicht den Killern, die von dem skrupellosen Hertz (Paul Giamatti) angeführt werden, augenscheinlich nicht aus und so befindet sich Smith fortan auf der Flucht und muss stets mit einem Angriff aus dem Hinterhalt rechnen. Er wendet sich hilfesuchend an die Prostituierte Donna Quintano (Monica Bellucci). Sie soll das Baby mit der lebenswichtigen Muttermilch versorgen. Doch auch hier ist der Kleine nicht vor seinen Häschern sicher.
Einen nach dem anderen schaltet Smith die Killer aus, doch so lange er nicht herausfindet, warum das Baby sterben soll und wer den Mord in Auftrag gegeben hat, werden immer wieder neue Auftragsmörder auftauchen. Bei seinen Recherchen deckt er eine weitreichende Verschwörung auf. Dadurch sieht er nur noch einen Ausweg: er muss die Auftraggeber auf eigene Faust ausschalten, um dem kleinen Oliver ein Leben in Frieden zu ermöglichen...

Kritik

Zugegeben, die Story klingt ziemlich grotesk und flach, aber sie ist bei diesem Film auch eher zweitrangig. Oberstes Ziel ist es vielmehr den Zuschauer mit gutgemachter Action und trockenen Sprüchen zu unterhalten und das schafft er auch. Genre-Fans werden sicherlich auf ihre Kosten kommen, denn auch der Body-Count des Films ist nicht gerade klein. Es kommt jedoch immer auf das WIE an, und das spielt auch in diesem Film eine Rolle. In vielen Szenen lässt Regisseur Michael Davis seine Darsteller nicht einfach über die Klinge springen, sondern er verschafft ihnen gekonnt einen durch und durch choreographierten und hochstilisierten Abgang. Mit anderen Worten: die zahllosen Schießereien, die in dem Film vorkommen, sind beinahe ballettartig in bester John-Woo-Manier angelegt. Besonders Hauptdarsteller Clive Owen legt in dieser Hinsicht Fertigkeiten an den Tag, die das Töten zu einer Art Kunst werden lassen. Damit möchte ich in keiner Weise die explizite Gewalt in dem Film verherrlichen, der wohl aller Wahrscheinlichkeit nach eine FSK 18 Freigabe bekommen wird. Eines sollte man bei aller Gewalt jedoch stets bedenken: Mr. Smith tötet aus reiner Notwehr – dass er darin allerdings ein wahrer Spezialist ist, steht auf einem anderen Blatt. Zudem sind die vielen Gewaltszenen sehr überspitzt dargestellt, so dass man vieles mit einem Schmunzeln betrachtet. Lustige, oftmals sehr doppeldeutige oder sarkastische Sprüche, sowie groteske Situationen lockern zudem die Actionsequenzen immer wieder auf.

Teilweise versucht der Film einen kritischen Unterton anzuschlagen. So wird paradoxerweise gegen die Waffenindustrie Stellung bezogen und auch die dunklen Machenschaften von Politikern werden aufs Korn genommen, doch auch das sind eher Randerscheinungen.
Dadurch, dass ein Baby eine wichtige Rolle spielt, fährt der Film auch die emotionale Schiene: der Kleine soll unter allen Umständen umgebracht werden. Somit steht von vornherein fest, auf wessen Seite der Zuschauer im Kinosessel mitfiebert, auch wenn der Beschützer den klassischen Antihelden darstellt. Man hegt zwangsläufig den Wunsch, dass der kleine Knirps ein Leben in Frieden genießen kann, und dass die Bösen alle ins Gras beißen müssen, besonders der soziopathische Anführer Hertz.

Schwarzer Ledermantel, ein ungepflegter Dreitagebart, fingerlose Handschuhe und... eine Karotte – das sind die Markenzeichen von Mr. Smith. Das der coole (Anti-)Held in Zeiten von Nichtrauchergesetzen lieber an einer Karotte knabbert und nicht pausenlos raucht, wie andere coole Filmhelden ist eine erfrischende Idee. Eine Unart hat Smith dennoch – er gerät sehr schnell in Rage und lebt seine Wut ungebremst aus. Der britische Hollywood Star Clive Owen geht in der Rolle des unfreiwilligen Helden vollends auf und ist in der Lage den Film allein mit seiner Leinwandpräsenz zu tragen. Dass er die Bösewichte zumeist auf spektakuläre Weise und mit einem witzigen Spruch auf den Lippen auslöscht, kommt seiner Figur dabei natürlich zugute. Über Mr. Smith selbst erfährt man während des Films nur sehr wenig. Wie es scheint, hat er wohl eine Ausbildung bei einem der amerikanischen Geheimdienste genossen und wurde durch den Tod seiner Frau und seines Kindes vollkommen aus der Bahn geworfen, so dass er ein Leben am Rande der Gesellschaft fristete. Mit der Rettung des Babys erhält sein Leben einen neuen Sinn.
Seine Filmpartnerin Donna Quintano wird von der italienischen Aktrice Monica Bellucci verkörpert. Sie stellt eine Prostituierte dar, die ihren Freiern besondere Dienste erweist. Durch das kleine Baby werden ihre Mutterinstinkte geweckt, denn sie muss mit dem Verlust ihres eigenen Kindes Leben. Im Verlauf des Films entwickelt sich eine heiße Liebesgeschichte zwischen Smith und ihr.
Der unbestrittene Bösewicht des Films wird von Paul Giamatti gespielt. Der amerikanische Schauspieler ist eher als Charakterdarsteller und weniger als Actionbösewicht bekannt und somit in einer für ihn ungewohnten Rolle zu sehen. Diese verkörpert er dennoch äußerst glaubwürdig, denn der fiese Auftragskiller Hertz ist wirklich eine Antipathiefigur. Von der ersten bis zur letzten seiner Szenen wünscht man sich, dass er doch endlich das Zeitliche segnen möge. Dennoch sorgt er mit seinem zutiefst schwarzen Humor auch für die eine oder andere amüsante Sequenz im Film.
Ein weiterer wichtiger Hauptdarsteller ist zweifelsohne das Baby, welches hoffentlich in vielen Szenen von einer Puppe gedoubelt wird. Egal ob im Kugelhagel oder beim Sprung durch eine Glasscheibe, das Baby ist der ständige Begleiter von Mr. Smith. Wenn er dem kleinen Oliver seine Socke als Mütze über den Kopf zieht, ist dies gleichermaßen lustig wie anrührend. Auch, dass das Baby, mit Zeitungspapier gewindelt, in einer gepolsterten Papiertüte umhergetragen oder in eine kugelsichere Weste gehüllt wird, trägt zur Erheiterung bei.

Der Score kommt nicht so sehr zum Tragen wie in vielen anderen Filmen. Die spektakulären Schießereien und Verfolgungsjagden werden vielmehr von klirrenden Heavy Metal Klängen untermalt. Eine Besonderheit stellen hingegen die animierte Titelsequenz und besonders der animierte Abspann dar.

Fazit: Hirn ausschalten, Popcorntüte in die Hand und pures Actionkino genießen. Wer diesen Film nicht zu ernst nimmt und gut inszenierte, hartgesottene  Action schätzt, der wird  auf seine Kosten kommen. Alle anderen sollten wohl eher die Finger davon lassen.

Jetzt kommentieren? / 10 Kommentare

  1. stallone

    stallone / 10.12.2007 20:31:56

    man wer einen john woo film aus hong kongzeiten mit chow yan fat in der hauptrolle gesehen hat, wird diesen film hassen. der ist nämlich, was die schießerei angeht, nur schlecht gemacht bis hin zu peinlichkeit!!! und story hat ja auch nicht.


    1 Sternen

  2. siBBe

    siBBe / 10.12.2007 22:27:43

    keine story? stimmt. kein john woo? stimmt. potential nicht ausgeschöpft? stimmt. aber trotzdem kein schlechter film, denn fun macht er trotzdem


    4 Sternen

  3. Kaspian

    Kaspian / 11.12.2007 00:38:00

    Film hat mir viel Spass gemacht...und danach hatte Lust auf Karotten....


    nicht bewertet

  4. Steffen

    Steffen / 11.12.2007 12:03:10

    Das war ein richtig cooler Film. Der und Crank, die machen spaß!


    6 Sternen

  5. DocProc

    DocProc / 18.12.2007 21:50:18

    Für so einen Film brauch ich keinen Vergleich! Fetzige Action, coole Sprüche und ein Paul Giamatti in einer überraschend gut passenden Rolle. Cliwe Owen überzeugt sowieso!


    6 Sternen

  6. Nightwalker

    Nightwalker / 05.01.2008 11:07:46

    Für einen kurzen,schnellen Action-Spaß. Sehr gut gedacht.

    8/10


    5 Sternen

  7. Veremar

    Veremar / 28.01.2008 18:37:47

    Ich fand den Film nur cool. Extrem viel Action, Humor und Selbstironie... einfach klasse!


    5 Sternen

  8. Kai

    Kai / 25.04.2008 11:00:55

    Purer Action-Geballer-Film, aber hat Spass gemacht. Komischer Humor, der den Film unverwechselbar macht.


    5 Sternen

  9. AnthonyDiNozzo

    AnthonyDiNozzo / 04.06.2008 10:48:53

    BOAH !!!!!!!!!

    Waffen - leicht bekleidete Frauen - starke Sprüche und ein Panzer^^

    Der Film ist besonders für nen Filmabend mit Freunden sehr geil!!!

    Das etwas übertriebene fand ich auch passend! Also 6 Sterne


    6 Sternen

  10. SIRSMOKEALOT

    SIRSMOKEALOT / 25.08.2008 13:58:16

    HAMMERFILM!!!!!!!!!!!!!!!!


    6 Sternen


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