Verfasst von Thorsten Meiritz am 06.08.07 01:13:38 - 4 Kommentare

Die Bourne Verschwörung

The Bourne Supremacy

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.5/6 Sterne.
Leserwertung (15): 4.6 / 6

Land USA, Deutschland

Genre Action, Drama, Thriller

Laufzeit: 108

Jahr 2004

Webseite
Trailer

Kinostart: 21.10.2004
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Inhalt

Jason Bourne, der Agent ohne Identität und Gedächtnis ist zurück und wirbelt in bekannter Manier die CIA durcheinander.

Jason Bourne (Matt Damon) lebt mittlerweile gemeinsam mit seiner Freundin Marie (Franka Potente) in Goa, Indien, fern ab von jeglichem Agentenalltag. Und doch holt ihn seine Vergangenheit ein. Die CIA-Agentin Pamela Landy (Joan Allen) leitet einen Einsatz in Berlin, bei dem ein Maulwurf enttarnt werden soll. Dabei werden zwei CIA-Agenten ermordet und Jason Bournes Fingerabdruck taucht am Tatort auf. Er wurde von dem FSB-Agenten Kirill (Karl Urban) dort platziert, um von seinem eigentlichen Auftraggeber Gretkov (Karel Roden) abzulenken.
Bei ihrer Recherche zu den Morden stößt Landy auf das CIA-Geheimprojekt Treadstone, dem auch Jason Bourne angehörte. Das Projekt wurde zwei Jahre zuvor durch die Ermordung des verantwortlichen Führungsoffiziers eingestellt. Nur dessen Vorgesetzter Ward Abbott (Brian Cox) weiß noch über das Projekt bescheid. Er wird in die Jagd nach Bourne eingebunden.
In der Zwischenzeit taucht Kirill auch in Goa auf, mit dem Auftrag Bourne auszuschalten. Bei dem Versuch kommt Marie ums Leben – Jason hingegen überlebt das Attentat und sinnt auf Rache. Er reist nach Europa, um der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei erfährt er, dass er für einen Doppelmord in Berlin verantwortlich gemacht wird. Bei seiner Reise in die Stadt wird er immer wieder von bruchstückhaften Erinnerungen geplagt, Erinnerungen, die ihm verdeutlichen, dass er schon einmal in der Stadt gewesen sein muss.
Als Bourne sich den CIA-Verantwortlichen zu erkennen gibt, beginnt eine erneute Hetzjagd auf ihn. Dabei werden die Erinnerungen an seinen früheren Berlin-Einsatz immer deutlicher. Als er schließlich den Tatort betritt wird ihm klar, dass er der Mörder eines russischen Politikers und dessen Frau war…

Kritik

Nach dem Erfolg von "Die Bourne Identität" war schnell klar, dass der Film eine Fortsetzung nach sich ziehen würde. Für "Die Bourne Verschwörung" stockte die verantwortliche Produktionsgesellschaft Universal Pictures das Budget sogar noch um weitere 15 Millionen US-Dollar auf, eine Investition die sich auszahlen sollte, denn der zweite Teil der Filmreihe war mit mehr als 288 Millionen US-Dollar sogar noch erfolgreicher als sein Vorgänger.

Diesmal nimmt jedoch nicht Doug Liman, seines Zeichens Regisseur des ersten "Bourne"-Teils, auf dem Regiestuhl Platz, sondern Paul Greengrass, der dem Film deutlich seine Handschrift verleiht. Er gibt ihm einen eher dokumentarartigen Stil, indem er oftmals Handkameras zum Einsatz bringt. Außerdem versucht er Computereffekte zu vermeiden und lässt die Stunts auf die gute altmodische Art auf manuelle Weise durchführen, wodurch es ihm gelingt dem Film und besonders den Action-Sequenzen ein hohes Maß an Authentizität zu verleihen. Von spektakulären Verfolgungsjagden, bis hin zu Jason Bournes wohl bekannten kompromisslosen Kampfstil bietet der Film einige gut inszenierte Actionszenen. Liman tritt im Übrigen als einer der ausführenden Produzenten in Erscheinung.
Das Drehbuch stammt erneut aus der Feder von Tony Gilroy. Er hat diesmal den Originalroman von Robert Ludlum gelesen, diesen jedoch nicht adaptiert, sondern von Grund auf ein eigenes Drehbuch verfasst, das lediglich auf einigen Figuren und Ereignissen des Buches basiert.

Der Film entwickelt die Geschichte von Jason Bourne weiter. Im ersten Teil lernte der Zuschauer diese ambivalente Figur näher kennen und erfuhr, dass er ein ausgebildeter Attentäter im Dienste des CIA war, der unter Amnesie leidet. Seine wahre Identität bleibt jedoch bis zum Ende unklar. Es gelingt ihm lediglich seinen Häschern zu entkommen und ein eigenständiges Leben mit seiner neuen Freundin Marie zu führen – er scheint endlich sein Glück gefunden zu haben. Doch die Vergangenheit holt ihn erneut ein und nach dem Tod seiner Freundin muss sich Bourne erneut auf die Jagd nach seinen Jägern begeben, einzig und allein mit dem Ziel zu überleben. Dabei lernen die Figur und auch der Zuschauer weitere Details aus der Vergangenheit kennen und gegen Ende des Films erfährt man auch endlich etwas über Bournes wahre Identität. Ursprünglich sollte der Film mit dessen Geständnis gegenüber der Tochter des russischen Politikers enden. Dieses Ende empfand das Publikum in Testvorführungen jedoch als zu trostlos, so dass die letzte Szene zwischen Bourne und Landy noch kurz vor der Veröffentlichung des Films im Jahr 2004 nachgedreht wurde. Damit wahrten die Verantwortlichen bei Universal gleichzeitig auch die Option auf einen weiteren Teil, der nun schließlich in diesem Jahr in den Kinos anlaufen wird.

Für die Hauptrolle des Jason Bourne kommt, nach dem fulminanten Auftritt in dem ersten Film, natürlich nur Matt Damon in Frage. Auch diesmal spielt er seine Rolle sehr solide. Er vermag es die Gegensätzlichkeit seiner Figur sehr gut darzustellen. Der innere Konflikt und die Suche nach seiner wahren Identität treiben ihn stets voran. Wenn es darauf ankommt ist er hellwach und auf seine Aufgabe fokussiert, die er mit eiskalter Präzision und unbarmherziger Härte auszuführen vermag. Jedoch wirkt er auch verletzlich und sehnt sich nach Ruhe und Frieden. Damon weiß sowohl in den Actionszenen als auch in den dramaturgisch wichtigen Momenten schauspielerisch zu überzeugen.
An seiner Seite ist erneut die deutsche Darstellerin Franka Potente zu sehen. Allerdings hat sie im zweiten Teil der Filmreihe nur einen Kurzauftritt, da Marie bereits zu Beginn erschossen wird. Dieser Moment ist jedoch dramaturgisch äußerst wichtig für den Film, stellt ihre Ermordung doch den Auslöser für Bournes erneuten Kampf gegen seine Häscher von der CIA dar.
Bournes Gegenspielerin ist diesmal eine starke Frau in Reihen des CIA. Pamela Landy ist verantwortlich für eine missglückte Operation, die angeblich aufgrund von Jason Bourne misslang. Fortan jagt sie den Ex-Mitarbeiter und deckt dabei eine Verschwörung in den eigenen Reihen auf. Diese toughe Frau wird von Joan Allen verkörpert, die bereits in "Face/Off" ihre Actionfilmtauglichkeit unter Beweis stellte. Die vielseitige Schauspielerin ist die Idealbesetzung für diese Rolle. Bournes direkter Kontrahent wird jedoch von Karl Urban verkörpert. Er schlüpft in die Rolle des wortkargen FSB-Agenten Kirill, der Bourne einen Mord anhängen und ihn selbst aus dem Weg räumen soll. Der neuseeländische Schauspieler erlangte durch seine Rolle als Eomer in der "Der Herr der Ringe" Trilogie große Bekanntheit beim Kinopublikum.
Auch in den Nebenrollen ist der Film hochkarätig besetzt. Zu den Genannten gesellen sich mit Julia Stiles und Brian Cox weitere "Bourne" erprobte Darsteller. Auch Chris Cooper ist in Rückblenden erneut zu sehen. Weitere bekannte Darsteller des Films sind unter anderem Michelle Monaghan, Marton Csokas oder auch Karel Roden.

Für die Musik des Films zeichnet, wie schon für den ersten Teil, erneut John Powell verantwortlich, der das bekannte Bourne-Thema wieder erklingen lässt. Und doch bietet der Score auch einige neue Passagen, die gut auf den Film abgestimmt sind und ihn im Fluss halten. Am Ende des Films erklingt, wie es bereits beim Abspann des ersten Teils der Fall war, das Lied "Extreme Ways" von Moby.
Als Besonderheit sollte man abschließend erwähnen, dass viele der Filmszenen in Berlin und den Babelsberg Filmstudios entstanden sind. Mit dem Alexanderplatz, dem Kurfürstendamm und weiteren Berliner Locations, kommen viele Schauplätze in dem Film vor, die natürlich besonders den Berliner Zuschauern, zu denen auch ich zähle, ins Auge fallen.

Fazit: Der zweite Teil der "Bourne"-Reihe knüpft beinahe nahtlos an seinen Vorgänger an. Matt Damon überzeugt in "The Bourne Supremacy" erneut in der Rolle des von Amnesie geplagten CIA-Auftragskillers. Der Film bietet eine ansprechende Story, einige gute Actionsequenzen und einen Score der ins Ohr geht. Es bleibt nun abzuwarten, wie die Story im anstehenden dritten Teil weiter gesponnen wird.

Jetzt kommentieren? / 4 Kommentare

  1. Rusty

    Rusty / 17.12.2007 18:00:40

    ein guter film, aber im vergleich zu den anderen beiden ist das der schlechteste teil


    4 Sternen

  2. Veremar

    Veremar / 17.12.2007 20:00:25

    Ganz deiner Meinung, hatte mehr erwartet...


    nicht bewertet

  3. ThorriZ

    ThorriZ / 18.12.2007 14:46:57

    richtig gute musik, teilweise nette action, aber auch ich finde, dass es der schlechteste der drei teile ist, wenn auch trotzdem sehenwert


    4 Sternen

  4. Gambit521

    Gambit521 / 23.07.2008 04:34:33

    JUp seh ich genau so


    nicht bewertet


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