Verfasst von Thorsten Meiritz am 17.06.07 03:06:01 - 8 Kommentare

Stirb langsam

Die Hard

Moviereporter-Bewertung:
  • 6.0/6 Sterne.
Leserwertung (22): 5.81 / 6

Land USA

Genre Action, Thriller

Laufzeit: 131

Jahr 1988


Kinostart: 10.11.1988
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Inhalt

Bruce Willis kämpft als John McClane die Geiseln in einem Hochhaus frei. Ein Klassiker des Actionkinos!

Der New Yorker Cop John McClane (Bruce Willis) reist nach Los Angeles, um das Weihnachtsfest gemeinsam mit seiner Frau Holly (Bonnie Bedelia) zu verbringen. Diese zog nach L.A. um bei der renommierten japanischen Gesellschaft Nakatomi einen leitenden Posten zu bekleiden. John kommt pünktlich zur Weihnachtsfeier im firmeneigenen Wolkenkratzer an. Doch dann bricht urplötzlich das totale Chaos aus. Eine Gruppe von schwer bewaffneten gut organisierten Kriminellen stürmt unter der Führung von Jack Gruber (Alan Rickman) das Gebäude und bringt die Partygäste in ihre Gewalt. Sie haben es auf die millionenschweren Inhaberpapiere abgesehen, die gut gesichert im Tresor des Gebäudes lagern. Auch Holly befindet sich unter den Geiseln.
Einzig und allein John kann den Kidnappern entkommen. Sein erster Gedanke ist es die Polizei zu alarmieren, doch alle Telefone sind tot. Auch der Versuch die Feuerwehr in Alarm zu versetzen schlägt fehl. Schließlich nimmt er den Kampf mit den Gangstern auf eigene Faust auf und schaltet so einen nach dem anderen aus – und das ohne Schuhe. Dabei fällt ihm eines der Funkgeräte in die Hände, die von den Verbrechern mitgebracht wurden. So gelingt es ihm schließlich doch die Polizei von der Geiselnahme in Kenntnis zu setzen, die zunächst eine Streife zur Kontrolle vorbeischickt. Als der Wagen von Seargent Al Powell (Reginald VelJohnson) schließlich total durchlöchert wird, ist die gesamte Polizei von Los Angeles alarmiert. Und auch das FBI trifft unter der Leitung von Special Agent Johnson (Robert Davi) am Tatort ein und reißt das Kommando an sich. Doch im Inneren des Gebäudes kämpft John McClane weiter einen einsamen entbehrungsreichen Kampf – auf Unterstützung von Außen kann er kaum hoffen und so kriecht er durch Röhren oder klettert in Fahrstuhlschächten herum, um nicht gefasst zu werden. Trotzdem dezimiert er dabei die Gangster Mann für Mann und treibt ihren Anführer zur Weißglut.
Die Lage spitzt sich zu, als Gruber erfährt, dass sich Johns Frau unter den Geiseln befindet. Er setzt sie als Druckmittel gegen seinen unbequemen Widersacher ein und treibt John dadurch zum Äußersten, bis sich die beiden Kontrahenten schließlich Auge in Auge gegenüberstehen…

Kritik

Am 15. Juli 1988 wurde ein Stück Actiongeschichte geschrieben, eine neue Art von Superheld definiert und ein bis dahin nahezu unbekannter Schauspieler über Nacht zum internationalen Superstar. Nachdem die Rolle des John McClane zuvor namhaften Stars wie Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Burt Reynolds und Richard Gere angeboten wurde, ging sie schließlich an den damals 33-jährigen Bruce Willis, der zuvor lediglich durch die Komödie "Blind Date" (1987) Aufmerksamkeit vom internationalen Publikum erlangte. Im Nachhinein kann man wohl mit Fug und Recht behaupten, dass die Erstgenannten zum Glück allesamt die Rolle ablehnten, denn Willis machte die Figur des John McClane zu etwas Einzigartigem, zu einer wahren Ikone des Actiongenres. Dabei ist der New Yorker Cop kein besonderer Superheld, sondern eigentlich ein ganz normaler Typ, der lediglich zur falschen Zeit am falschen Ort auftaucht und so unfreiwillig zum Held der Stunde wird. Außerdem ist er, wie viele andere Actionhelden, auch nicht unverwundbar, sondern muss unter seinen eigenen Taten leiden. Das ist sicherlich ein Grund, wieso sich viele mit der Figur identifizieren können. Wie würde man wohl selbst reagieren, wenn man an seiner statt in eine solche Situation geraten würde? Ein weiterer sicherlich wichtiger Faktor für die Beliebtheit dieser Filmfigur ist der staubtrockene Humor McClanes, der, egal in welcher ausweglosen Situation er auch gerade steckt, stets einen lustigen Spruch auf den Lippen hat.
Dabei war nicht einmal 20th Century Fox selbst davon überzeugt, ob der Film denn mit einem Bruce Willis in der Hauptrolle ein Kassenerfolg werden könnte. Daher war auf dem ursprünglichen Kinoplakat auch lediglich das Nakatomi-Gebäude abgebildet – der Kopf von Bruce Willis wurde erst im Nachhinein eingefügt, als sich herausstellte, dass der Film ein Erfolg wird. Insgesamt spielte "Stirb langsam" letztendlich weltweit mehr als 138 Millionen US-Dollar ein, was bei einem Budget von lediglich 28 Millionen definitiv als Erfolg gewertet werden darf. Zeitgleich mit "Die Hard" drehte Bruce Willis auch noch die TV-Serie "Moonlighting", zu Deutsch "Das Model und der Schnüffler"; tagsüber drehte er die Serie und nachts den Film. Übrigens brachte der Erfolg des Films auch Willis’ deutschem Synchronsprecher große Anerkennung ein, denn Manfred Lehmanns markante Stimme sollte fortan stets mit Bruce Willis in Verbindung gebracht werden.

Für die Regie dieses Kult-Action-Films zeichnet John McTiernan verantwortlich, der bereits ein Jahr zuvor mit "Predator" sein Gespür für großes Actionkino unter Beweis stellte – weitere Actionblockbuster sollten noch folgen. Mit seinem einzigartigen Regiestil treibt er den Film stets voran, so dass er zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Bei den vielen Actionsequenzen setzte er auf gute alte Handarbeit. Er arbeitete viel mit Modellen, und bei der Mehrheit der Außenaufnahmen rund um das Nakatomi-Gebäude, in denen Explosionen zu sehen sind, handelte es sich um echte originalmaßstabsgetreue Detonationen. Auch bei den Stunts legte der Regisseur höchsten Wert auf Authentizität. Der Todesfall von Jack Gruber zeigt tatsächlich Alan Rickman, der aus mehr als 20 Meter Höhe in einen Luftsack springt. Dabei musste der Regisseur jedoch mit gutem Vorbild vorangehen, denn Rickman wollte erst springen, nachdem ihm der Regisseur bewies, dass es ungefährlich ist. John McTiernan sollte später auch den dritten Teil der Filmreihe in Szene setzen. Für seine tollen visuellen und Soundeffekte erhielt "Stirb langsam" im Jahr 1989 sogar vier Oscarnominierungen. Der Film basiert auf einem Buch von Roderick Thorp, dass den Titel "Nothing Lasts Forever" trägt. Die Kameraführung übernahm ein Holländer namens Jan de Bont, der sich später mit Filmen wie "Speed" oder "Twister" auch als Regisseur einen Namen im Actiongenre machen sollte. Für die deutsche Version des Films wurden einige Veränderungen vorgenommen. Die Gangster sprechen in der englischen Version alle deutsch und  Jack heißt eigentlich Hans Gruber. In der deutschen Synchronfassung sind die Verbrecher "Europäer" und ihre Namen wurden alle ins Englische transferiert. Dies stellte besonders ein Problem für die Verknüpfung zwischen dem ersten und dem dritten Teil dar, denn dort heiß Jack nun auch in der deutschen Version plötzlich wieder Hans Gruber.

Letzterer wird wie bereits erwähnt von dem britischen Schauspieler Alan Rickman verkörpert, der mit dieser Rolle des charismatischen Bösewichts sein fulminantes Kinodebüt gab. Die Rolle des aalglatten, durchgestylten und eiskalt berechnenden Profi-Gangsters ist Rickman wie auf den Leib geschrieben. Diesem Auftritt sollten viele weitere Rollen in großen Produktionen folgen. Zurzeit agiert er beispielsweise in der "Harry Potter" Filmreihe als Severus Snape.
Eine weitere wichtige Rolle hat Reginald VelJohnson in dem Film inne. Er mimt den sympathischen Streifenpolizisten Seargent Al Powell, der als einziger von Anfang an an McClane glaubt und jederzeit zu ihm hält. Der Part des gemütlichen, etwas dicklichen Staatsbeamten kam scheinbar gut beim Publikum an, denn Al Powell trat, wenn auch nur sehr kurz, auch im zweiten Teil auf. Seinen größten Erfolg neben "Die Hard" feierte VelJohnson wohl mit der Sitcom "Family Matters", die in Deutschland unter dem Titel "Alle unter einem Dach" bekannt wurde.
Bonnie Bedelia spielt John McClanes entfremdete Frau Holly Gennero. Sie wurde auf persönlichen Wunsch von Bruce Willis für diese Rolle engagiert. In weiteren Rollen sind William Atherton als Reporter Richard Thornburg und Robert Davi zu sehen. Letztgenannter verkörperte im darauf folgenden Jahr den Bösewicht in dem James Bond Film "Lizenz zum Töten" (Licence to Kill).

Für den unvergleichlichen Score des Films sorgte Michael Kamen, der daraufhin auch für die beiden Fortsetzungen verpflichtet wurde. Mit dem ersten Teil schuf er ein unverwechselbares Thema, welches auch in den weiteren Filmen immer wieder auftauchen sollte. Speziell für den ersten Teil lehnte er die Musik immer wieder an das klassische Stück "Ode an die Freude" von Ludwig van Beethoven an – ein äußerst gelungener Mix.

Fazit: "Stirb langsam" ist und bleibt ein Kultfilm des Actiongenres. Er definierte Selbiges neu und schuf eine neue Art von Actionheld. Bruce Willis ballerte sich mehr oder weniger über Nacht in die Herzen der Kinofans und wurde zum Inbegriff des modernen Actionhelden. Wer Actionfilme gern hat, der wird "Die Hard" einfach lieben, auch heute noch, denn trotz des Alters gehört er immer noch zu den besten Actionfilmen aller Zeiten. Klar, dass nach dem grandiosen Erfolg weitere Fortsetzungen nicht ausblieben – zum Glück!

Jetzt kommentieren? / 8 Kommentare

  1. mye

    mye / 09.12.2007 14:23:41

    unangefochten: der beste action-film aller zeiten


    6 Sternen

  2. Rusty

    Rusty / 17.12.2007 18:28:06

    ich würde deine aussage ein wenig modifizieren: eines der besten action-filme aller zeiten.


    6 Sternen

  3. DocProc

    DocProc / 18.12.2007 20:41:05

    Die Geburt des coolsten Action - Helden aller Zeiten!


    6 Sternen

  4. stallone

    stallone / 21.12.2007 18:30:48

    mit diesem film hat willis hollywood einwenig verändert!


    nicht bewertet

  5. Nightwalker

    Nightwalker / 22.03.2008 12:31:06

    Einer der besten Actionfilme.

    10/10


    6 Sternen

  6. Veremar

    Veremar / 22.03.2008 18:19:15

    Da kann man nichts dagegen sagen...


    6 Sternen

  7. Kaspian

    Kaspian / 22.03.2008 20:22:03

    Ob er jetzt soooooooviel besser wie Lethap Weapon is....ich weiß nich...Würd da sogar Riggs und Murtaugh den Zuschlag geben.


    nicht bewertet

  8. BlackSheep

    BlackSheep / 25.03.2008 14:03:35

    Stirb Langsam und Lethal Weapon sind einfach die Besten Actionfilme aller Zeiten...
    Wobei ich dem zustimmen muss das Ich Lethal Weapon glaub ich auch nen Tick besser finde. Aber nur ein wenig...Weil ne steigerung von so gut wie Stirb Langsam ist kann ja nicht groß sein... =)
    Aber Lethal Weapon hat mehr Realistisches...


    6 Sternen


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