Verfasst von André Gabriel am 21.02.05 00:00:00 - 2 Kommentare

Land of the Dead

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.0/6 Sterne.
Leserwertung (10): 4.7 / 6

Land USA

Genre Horror

Laufzeit: 93

Jahr 2005

Webseite
Trailer

Kinostart: 01.09.2005
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Inhalt

Ein Mann, der ein Denkmal gesetzt hat. Nun kehrt er zurück und präsentiert einen neuen Kampf zwischen Leben und Tod.

In George A. Romeros erschreckender neuer Vision ist die Welt, wie die Menschheit sie kannte, nur noch eine verblassende Erinnerung. An ihrer Stelle steht der albtraumhafte Existenzkampf zwischen uns, den Lebenden, und ihnen, den "Walkers", den Zombies.

Was übrig ist von der Menschheit, hat sich hinter den verstärkten Mauern und Wällen einer Stadt verbarrikadiert, während Zombies in der Einöde vor den Mauern wüten. Die wenigen Reichen und Mächtigen der lebenden Restgesellschaft versuchen, sich die Illusion eines normalen Lebens zu bewahren. Sie thronen in den exklusiven Fiddler`s Green-Türmen, der letzten Bastion der Oberschicht. Auf den Straßen darunter führen die übrigen Bewohner ein lange nicht so sorgloses Leben zwischen Spielen, Fleischhandel und Drogen. Sie greifen nach allem, was auch nur eine vorübergehende Ablenkung von der Hölle verspricht, zu der ihr Leben geworden ist.

Sowohl die luftigen Höhen von Fiddler`s Green wie auch die traurigen Niederungen der Stadt werden von einer Handvoll skrupelloser Opportunisten in Schach gehalten, die von Kaufman (Hopper) angeführt werden, der seine Hände in allen Geschäften der Stadt hat: vom legalen Immobilienhandel bis zu den weniger korrekten Machenschaften einer Welt am Abgrund. Um Essen und andere wichtige Güter für die Stadtbewohner zu beschaffen und den Wohlhabenden den gewöhnten Luxus zu besorgen, geht eine Gruppe von hart gesottenen Söldnern immer wieder auf Bergungsmission außerhalb der Stadt. Angeführt von Riley (Baker) und seiner rechten Hand Cholo (Leguizamo), beschützt von ihrem gepanzerten Gefährt Dead Reckoning.

Rileys Traum ist eine Flucht in den Norden, wo eine freie Welt ohne Zäune existieren soll, und Cholo will in den luxuriösen Höhen von Fiddler`s Green leben, weit weg von der Gewalt, mit der er aufgewachsen ist.

Derweil verändert sich das Leben sowohl vor als auch hinter den Mauern der Stadt. Unruhen und Anarchie machen sich breit bei den Unterprivilegierten, während außerhalb der Stadt eine Evolution unter den Untoten beginnt. Sie beginnen zu lernen, sie organisieren sich und sie beginnen, miteinander zu kommunizieren.

Als Cholo mit Dead Reckoning versucht, Millionen von Kaufman zu erpressen, werden Riley und seine Truppe - darunter Slack (Argento) und Charlie (Joy) - losgeschickt, um Cholo zu stoppen und gleichzeitig die Stadt vor der näher rückenden Zombiearmee zu schützen.

Kritik

They are coming to get you Barbara

1968 - das Zombiegenre erfährt seinen Ursprung mit dem Klassiker Night of the Living Dead (IMDb). George A. Romero schreibt das Drehbuch selbst und führt Regie, ein Engagement, dem er auch in den folgenden Sequels treu bleiben soll.

1978 - die legendäre Trilogie wird fortgeführt. Der in Monroeville gedrehte Dawn of the Dead (IMDb) erscheint und begeistert.

1985 - mit Day of the Dead (IMDb) schließt sich der Kreis erst einmal und für zwei Jahrzehnte hören wir kein Schlurfen untoter Füße über die nachtdunklen Straßen.

Zwanzig Jahre mussten vergehen. Der nun 64-jährige Romero kehrt zurück und liefert dem schon wartenden Publikum praktisch eine Erweiterung seiner eigens kreierten Zombie-Trilogie - Land of the Dead kommt in die Kinos und verfolgt die Tradition, die man in jedem der Filmtitel erkennen kann: Dead.
Der Film startet furios, so etwas bekommt man selten geliefert. Eine Einleitung gibt es lediglich in Form von bildlichen Rückblicken, meist in schwarz-weiß, die Szenen der früheren Filme zeigen. So wird der Bezug untereinander gut deutlich, man erhält en Eindruck, als würde es sich hier um etwas Zusammenhängendes handeln, so dass die Inhalte von Land of the Dead als chronologische Folge dessen erscheinen, was man in den anderen Streifen zu sehen bekommt. Aber der Anfang bombadiert den Zuschauer gleich mit den realen Umständen in dieser untergehenden Welt. Ohne auch nur ein Wort der Einleitung zu verlieren, wird der Zuschauer sozusagen gleich ins kalte Wasser geworfen, was aber definitiv wirksam ist.
Die Invasion wird erdrückender, die Untoten scharen sich zu einer regelrechten Armee zusammen und auch schnell wird dem Zuschauer klar, dass es am Kopf dieser scheinbar gehirnlosen Masse eine Art Anführer gibt. Sie lernen, ja tatsächlich. Vor allem jener anführende, dunkelhäutige Zombie ist es, der das Gefühl vermittelt, als würde es hier nicht nur um Nahrungssuche, sondern auch um Dazugehörigkeit geht, um etwas, das weit mehr ist als das bloße Nagen an menschlichem Fleisch. Eine Art politischer Hintergrund in einem Zombiefilm? Nun ja, festlegen möchte ich mich an dieser Stelle nicht, aber eine Interpretation in diese Richtung wäre vielleicht nicht verkehrt.
Aber funktioniert diese Neuerung? Das muss wohl jeder für sich entscheiden, ich denke, dass es so zu modern wird. Zombies und Lernen, den Denkapparat ein wenig rattern lassen, das passt einfach nicht zusammen und bricht auch demnach mit dem gängigen Zombie-Verständnis. Ein Schritt von Romero, der sehr gewagt ist.

Erfüllt Land of the Dead das, was ein guter Film in diesem Genre erfüllen muss? Beginnen wir beim blutigen Teil, denn das ist es doch, was sich einem primär aufdrängt, denkt man nur an die wandelnden, nach Menschenfleisch trachtenden untoten Geschöpfe, hier und da deformiert, mal mit fehlenden Gesichtsteilen, mal einfach kreidebleich.
An dieser Stelle: das Äußere der Zombies ist sehr gelungen. Das Make-up, die Latexmasken, was auch immer genutzt wurde, um all die Statisten zu entstellen, die man für einen solchen Film benötigt, wirkt real, so weit man das in dem Zusammenhang sagen kann.
Also, der Splatter ist grandios, mehr kann und muss man dazu eigentlich gar nicht sagen. Man merkt förmlich, dass Romero sich in Sachen Ideenreichtum allerhand Mühe gegeben hat, um möglichst neue, noch nicht da gewesene Metzelszenen zu liefern. Der Directors Cut-Trailer hat es ja schon gezeigt, also ein Beispiel: Zombie zieht Opfer die Zunge raus und verspeist sie genüsslich. Nicht von schlechten Eltern und so geht es im Grunde genommen den ganzen Film weiter. Neben den vielen Headshots, die einfach nicht fehlen dürfen, wird dem Zuschauer ein nettes Ensemble blutgetränkter Splatterszenen dargeboten, die zum einen ausreichend, zum anderen gut ausgearbeitet sind.
Sehr gelungen sind auch die Schockeffekte, denn von ihnen gibt es einige und nicht wenige erschrecken auch tatsächlich, was ja -wenn sich die Zielgruppe aus eingefleischten Horrorfans zusammensetzt- nicht wirklich einfach ist.

Nun ist ein Zombiefilm aber auch ein Horrorfilm und zu einem Horrorfilm gehört auch Spannung. Und die kommt in Land of the Dead definitiv zu knapp, beziehungsweise gibt es so gut wie keine spannenden Szenen. Ich meine Gänsehautfeeling, einen Protagonisten, der langsam durch ein verlassenes Haus schleicht, weil er ein Geräusch gehört hat - Spannung eben. Schade, denn eine gute Mischung hätte wesentlich besser funktioniert, denke ich. So bleiben zwar richtig gute Action und Blutszenen, die sich allemal sehen lassen, aber es bleibt auch das Gefühl, dass eine wichtige Komponente leider fehlt.

Das Setting ist nicht allzu gut gelungen, doch das ist auch mal wieder eine rein subjektive Meinung. Definitiv genial sind die verlassenen Stadtviertel, die sich außerhalb der durch Mauern geschützten Stadt befinden. Das erinnert vor allem auch an das Sequel von Resident Evil oder an den absolut schlechten Zombiefilm 28 Days. Ein schönes Szenario, das aber zu selten und spärlich genutzt wurde, denn vor allem hier hätte man durchaus mit Spannung arbeiten können.
Ansonsten ist es irgendwie logisch, dass die Action sehr modern ist. So ist das Gefährt, der selbst gebaute Kampfpanzer, natürlich recht ansehnlich, aber nicht jedem wird dies in Anbetracht der klassischen Zombiestreifen von Romero gefallen.
 
George A. Romero hätte den Film übrigens sehr gern in seiner Heimatstadt Pittsburgh gedreht, doch die Produzenten haben schließlich entschieden, dass die Dreharbeiten  in Toronto statt finden sollen.
Ursprünglich standen noch drei weitere Titel zur Wahl: Dead City, Dead Reckoning und Night of the Living Dead: Dead Reckoning. Ich denke, dass die letztliche Wahl dann auch die beste Entscheidung war, doch wie bereits erwähnt findet man in jedem der möglichen Titel das sehr präzise Wort Dead wieder.

Fazit: ein wunderbarer Genrefilm, der absolut gute Unterhaltung liefert, wenn man etwas mit Blut und Gekröse anfangen kann, wenn man auch mal lachen kann, wenn sich ein Soldat selbst in die Luft sprengt, und wenn einem beim Anblick von triefenden Gedärmen nicht übel wird.
Da die Unterhaltung im Mittelpunkt steht, ist das endgültige Produkt auch ein Erfolg, doch der Film hätte meine hohen Ansprüche mehr erfüllt, wenn die Komponente Spannung auch bedient worden wäre. So ist der Film zwar in seiner Art sehr gut, aber nicht herausragend.


Jetzt kommentieren? / 2 Kommentare

  1. Nightwalker

    Nightwalker / 02.04.2008 18:40:56

    Eklig, manchmal Witzig, spannend. Cooler Zombie-Film mit guten Ideen.

    9,5/10


    6 Sternen

  2. Jigsaw

    Jigsaw / 05.04.2008 11:51:13

    Verneigung vor George A.Romero dem Gott der Zombiefilme.Das Remake Dawn of the Dead war zwar besser aber Land of the Dead braucht sich sicher net zu verstecken.Ich bin auf Romeros neuestes Werk Diary of the Dead gespannt,lassen wir uns mal überraschen.


    4 Sternen


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