Verfasst von Alexander Bast am 16.07.08 13:20:00 - 6 Kommentare

Get Smart

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.0/6 Sterne.
Leserwertung (17): 3.82 / 6

Land USA

Genre Action, Crime, Komödie

Laufzeit: 110

Jahr 2008

Webseite
Trailer

Kinostart: 17.07.2008
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Inhalt

Ein wahrer Held: Steve Carell rettet das Remake der Kultserie "Mini Max"

Maxwell Smart (Steve Carell) ist Analytiker bei CONTROL, einer streng geheimen US-Geheimorganisation und wünscht sich nichts sehnlicher als Agent zu werden und außerhalb des Büros zum Einsatz zu kommen - wie sein Idol Agent 23 (Dwayne "The Rock" Johnson). Doch selbst seine bestandene Außendienstprüfung scheint ihn nicht zum Ziel führen zu können. Sein Chef (Alan Arkin) will ihn nicht gehen lassen, da er als Analyst zu wertvoll ist. Das ändert sich schlagartig als CONTROL von der Kriminellenorganisation KAOS angegriffen wird und die Identitäten aller Agenten weltweit KAOS zufallen. Nach der folgenden Eliminierung mehrer Mitarbeiter werden die noch verliebenden Spione zum Bürodienst verpflichtet - und umgekehrt. So wird Max als neuer Agent 86 der erfahrenen (durch plastische Chirurgie unerkennbar veränderten) Agentin 99 (Anne Hathaway) zur Seite gestellt. Derweil arbeitet Siegfried (Terence Stamp), der Chef von KAOS, einen perfiden Plan aus, der 86 und 99 and die Grenzen ihrer Belastbarkeit führen wird. Und die ist bei dem Theoretiker Maxwell ziemlich schnell erreicht.

Kritik

Es ist wie ein ungeschriebenes Gesetz in Hollywood: Alle Jahre wieder werden Serien aus vergangenen Jahrzehnten ausgegraben und in abendfüllende Spielfilme verwandelt. Die Verlockung, mit solchen Filmen auf eine vermeintlich finanziell sichere Bank zu setzen ist für die Studios einfach zu groß. Mit dieser fragwürdigen Motivation wurden in den letzten Jahren aus Serien Filme wie u.a. "Starsky und Hutch" oder "Verliebt in eine Hexe". Jetzt allerdings hat man sich an echtem Kult vergriffen: "Get smart" ist die Neuauflage der gleichnamigen Serie, die zwischen 1965 und 1970 ausgestrahlt wurde und in Deutschland unter dem Namen "Mini Max - Die unglaublichen Abenteuer des Maxwell Smart" lief.

Das von Mel Brooks entwickelte Format dreht sich um Maxwell Smart, der als Agent 86 der Spionageorganisation CONTROL die Verbrecher der Gegenpartei KAOS von der Übernahme der Weltherrschaft abhalten soll. Dies gelingt in allen 123 Folgen und zwei Spielfilmen - und das obwohl Smart ziemlich unfähig ist: Zwar kann er gelegentlich kämpfen und auch passabel schießen, sonst ist er aber das Paradebeispiel eines Tollpatsches. Seine Fälle löst er mehr oder weniger per Zufall, ist aber immer davon überzeugt, selbst entscheidend zur Lösung beigetragen zu haben. Die Serie war, noch vor dem Film "Casino Royale" (1967), wohl die erste konsequente Persiflage auf die Figur des James Bond. Mehr noch, muss man sagen, schuf "Get smart" die Grundlage für viele Figuren der nachfolgenden Kino-Jahrzehnte. Charaktere wie Austin Powers ("Austin Powers" 1-3) oder Frank Drebin ("Die nachte Kanone" 1-3, "Die nackte Pistole") wären ohne Maxwell Smart kaum denkbar.

Da es bereits zwei mittelmäßige Nachfolge-Filme (noch mit dem Originaldarsteller Don Adams) gegeben hat und einen gescheiterten Versuch, die Serie in den 90ern neu aufzulegen, waren die Befürchtungen der Fans des Originals groß, als bekannt wurde, dass man sich erneut an einem Remake versuchen würde. Beim Betrachten kann man feststellen, dass diese Ängste nur zum Teil berechtigt waren: "Get smart" ist -insbesondere in der ersten Stunde- ein durchaus überzeugender Film, der, wie es sich für eine Agentenpersiflage gehört, elegant die Balance zwischen Action, Komödie und Klamotte hält. Allerdings nimmt die Qualität stetig ab und spätestens beim explosiven Finale hat man das Gefühl einen anderen Film zu sehen: Witz und Einfallsreichtum bleiben zugunsten völlig übertriebener Actionszenen, die nicht nur überflüssig sind sondern zusätzlich noch katastrophal gefilmt und allenfalls mittelmäßig computeranimiert wurden, auf der Strecke. Hier zeigt sich deutlich, dass die Erfahrungen von Regisseur Peter Segal ("50 erste Dates", "Die Wutprobe") weniger im Actionfach als im komödiantischen Bereich liegen. In letzterem kann er -zumindest am Anfang des Films- seine Stärken jedoch voll ausspielen, beweist ein gutes Gespür für das Timing und hält sowohl die Gagdichte als auch die Treffsicherheit hoch. Das ist für jemanden, der zuletzt 3 Filme mit Adam Sandler gedreht hat durchaus beachtlich.

Das große Plus des Films lässt sich aber ohne Probleme auf einen anderen Namen zurückführen: Steve Carell. Auch wenn dieser während eines Interviews sagte, er hätte gar nicht versucht, Don Adams zu imitieren, weil man ihn nicht toppen könnte, sorgt Carell dafür, dass man meint, die Rolle sei eigens für ihn kreiert worden. Dass er so stark ankommt liegt aber nicht nur an seiner exzellenten Performance, sondern auch an der Schwäche seiner Mitstreiter: Alan Arkin als Chef von CONTROL bleibt genauso blass und witzlos wie Terence Stamp in seiner Paraderolle als Bösewicht. Und Anne Hathaway, eine schon von Natur aus recht blasse Darstellerin, geht als Agent 99 neben Carell förmlich unter. Mithalten kann mit ihm hier keiner, allenfalls The Rock als herrlich übertrieben cooler Agent 23 und James Caan als grenzdebilen George W. Bush-Verschnitt könnte man noch herausheben.

Beachtlich ist, dass sich "Get smart" im Unterschied zu vielen anderen Remakes eng am Original orientiert. Viele der Gimmicks tauchen wieder auf, unter anderem das berühmte Schuh-Telefon oder der "Cone of Silence": Ursprünglich senkte sich über zwei Gesprächspartner eine Glocke aus Plexiglas mit der gewünschten Funktion zu verhindern, dass Gespräche abgehört werden konnten. Das funktionierte aufgrund von Konstruktionsfehlern fast nie, meist konnte man von außen alles hören, während sich die Gesprächspartner im Inneren trotz Schreiens nicht verständigen konnten. Eine klassische Szene, die im Film -wenn auch etwas lieblos computeranimiert- praktisch identisch nachgespielt wird. Trotzdem ist nicht alles beim Alten geblieben: "Get smart" ist wesentlich actionlastiger geworden als man erwarten konnte. Und Agent 86 ist ein ganzes Stück talentierter und smarter als im Original und zeigt sich nur zeitweise als der unfähige Spion als der die Figur ursprünglich konzipiert war. Insbesondere beim Finale ist Smart dann leider weniger Bond-Persiflage als Bond selbst; eine Entwicklung, die für einen deutlichen Tritt auf die Spaßbremse sorgt. Schön allerdings, dass sich zumindest Agent 13 einer solchen Weiterentwicklung entziehen konnte: Im Original als Informant in Schließfächern, Waschmaschinen oder Gullideckeln taucht er auch wieder auf - an einem Ort, der hier ebenso wenig preisgegeben werden soll, wie der Darsteller, der ihn in einem wundervollen Cameo-Auftritt verkörpert.

Fazit: So verneigt sich "Get smart" vor seinem Vorbild wohl auch in dem Bewusstsein, es nicht erreichen zu können. Dafür fehlen der Neuauflage im Vergleich zum Original insbesondere zwei Attribute: Charme und, wer hätte es gedacht, Smartness. Insofern hätte man den Titel "Get smart", insbesondere im letzten Drittel des Films, durchaus wörtlicher nehmen dürfen. Trotzdem muss man feststellen, dass "Get smart" als eigenständiger Film gesehen gut funktioniert und sich auch als Remake wenig Blöße gibt. Und das ist weit mehr als man ursprünglich erwarten durfte. Danke, Steve Carell.


Jetzt kommentieren? / 6 Kommentare

  1. Avatar_50

    ascendic / 14.07.2008 21:10:09

    Nach dem leichten Evan Almighty-Flopp haut dieser Film mich hoffentlich etwas mehr vom Hocker. Die Trailer sind toll, die Story überschneidet sich schön mit der aus der alten Serie und das kultige (heutzutage mittlerweile veraltete) Schuhtelefon ist auch wieder dabei. ;-)


    5 Sternen

  2. siBBe

    siBBe / 16.07.2008 17:52:54

    Die Trailer sind Top, hatte mich riesig auf den Film gefreut. Als ich ihn sah war ich ein klein wenig enttäuscht weil er nicht SO gut war wie ich es mir erhofft hatte, trotzdem aber eine gute Comedy die man sich ruhig ansehen kann


    4 Sternen

  3. crtim

    crtim / 19.07.2008 10:22:17

    Puh...endlich draußen.
    Der Film war der reinste Horror für mich. Langeweille bis zum abwinken und die ganzen Gags wurden schon im Trailer verbraten. Ein-zweimal kann man noch schmunzeln, aber nicht mehr,
    Wer dann noch ein bisschen auf Action hofft, wird auch enttäuscht. Ich meine die Action-Sequenzen sind da, aber man müsste da auch was erkennen. Mir kam es sovor als wäre der Kameramann dauerdn besoffen. Was für eine Figur spielt Steve Carell eigentlich in dem Film?! Man hätte entscheiden sollen, ob er einen a) völlig überforderten Chaoten spielt oder b) einen, der stets alles richtig macht. Aber diese "Zwischendrinnlösung" macht alles kaputt,
    So einen Schund solltet ihr euch nicht anschauen, guckt stattdesen zum x-ten mal "Nackte Kanone", davon werdet ihr wesentllich mehr haben. "Johnny English" ist hier auch noch meilenweit besser.


    1 Sternen

  4. Gambit521

    Gambit521 / 23.07.2008 05:51:38

    Danke hört sich gut an die Kritik werde mir auf jeden Fall NICHT Anschauen DANKE :-)


    nicht bewertet

  5. matze

    matze / 04.09.2008 01:12:05

    Ich hab den Film noch nicht gesehen, weil ich die Serie nicht kenne und mich der Trailer nicht so sehr überzeugte. Vielleicht werde ich mir aber mal die DVD ausleihen.

    UNGLAUBLICH was der Film eingespielt hat. Ohne USA 874 Millionen US$ (Platz 2 ewige Bestenliste) und mit USA über 1 Milliarde US$ (Platz 4 ewige Bestenliste).
    NOCH vor The Dark Knight. (Quelle: IMDb)

    @crtim: Yeah! Die nackte Kanone gehört für mich auch zu den besten Komödien aller Zeiten (100x gesehen 1000x gelacht) und bei Johnny English konnte ich auch gut feiern.


    4 Sternen

  6. matze

    matze / 08.09.2008 13:33:51

    Das mit IMDb nehm ich zurück. Wurde geändert. Waren Tippfehler bei den Zahlen.


    4 Sternen


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