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Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull)

Paramount Pictures International Germany

Laufzeit: 122 min

Land: USA

Genre: Action, Adventure, Thriller



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Startdatum: 22.05.2008

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Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008)

Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull

Moviereporter Bewertung

2

Handlung

Vierter Teil der "Indiana Jones"-Reihe

Nevada 1957. Der ein wenig in die Jahre gekommene Archäologe Indiana Jones (Harrison Ford) wird gemeinsam mit seinem Freund und Kampfgefährten George 'Mac' McHale (Ray Winstone) von sowjetischen Spionen unter der Führung der hoch dekorierten russischen Wissenschaftlerin Dr. Irina Spalko (Cate Blanchett) gefangen genommen und dazu gezwungen in einem geheimen Militärdepot eine verschollene Kiste aufzuspüren. Bei dem Versuch deren brisanten Inhalt vor den Eindringlingen zu schützen wird er jedoch von seinem Freund verraten. Dennoch gelingt ihm in halsbrecherischer Manier die Flucht.
Nachdem er in einem Kühlschrank auch noch einen Atombombentest überlebt hat, findet er sich schließlich in einer Militärbasis wieder, wo er von zwei FBI Agenten verhört wird. Jones wird vorgeworfen mit den Kommunisten gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sein Ruf als Wissenschaftler ist ruiniert und so beschließt er das Land zu verlassen.
Am Bahnhof wird er jedoch von dem jungen Draufgänger Mutt (Shia LaBeouf) abgefangen. Dieser erzählt ihm, dass der befreundete Wissenschaftler Professor Oxley (John Hurt) bei der Suche nach einem sagenhaften Kristallschädel verschwunden ist. Zudem wurde Mutts Mutter entführt und er bittet Indy um Hilfe. Die Spur führt die zwei nach Nasca in Peru. Dort entdecken sie auf einem alten Friedhof das Grab des Konquistador Francisco de Orellana ... und den Kristallschädel, der einer Legende zu Folge der Schlüssel zur Stadt aus Gold, Eldorado, sein soll. Doch beim Verlassen des Grabes werden sie bereits von Irina Spalko und ihren Schergen erwartet und in Regenwald Amazoniens verschleppt.
Dort angekommen finden sie endlich den geistig verwirrten Professor Oxley und Indy trifft auch eine gute alte Bekannte wieder - Marion Ravenwood (Karen Allen), Mutts Mutter...

 

Bilder

  •  Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull)
  •  Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull)

Kritik

Nach 19-jähriger Leinwandabstinenz setzt Henry "Indiana" Jones alias Harrison Ford wieder seinen unverwechselbaren Hut auf und lässt die Peitsche knallen. Und 19 Jahre sind auch in der Story vergangen. Nachdem Indy im vorerst letzten Teil im Jahre 1938 den Heiligen Gral vor dem Zugriff der Nazis bewahrt hat, schreiben wir nun das Jahr 1957. Im dazwischen liegenden 2.Weltkrieg hat der Archäologe im militärischen Geheimdienst OSS gedient und ist mittlerweile in den Rang eines Colonels aufgestiegen. Sein Vater Henry Jones Sr. und sein Freund Dr. Marcus Brody sind in der Zwischenzeit verstorben. All dies sind Dinge, die man am Rande der eigentlichen Story erfährt.

Indy ist zwar sichtlich in die Jahre gekommen, allerdings macht Ford in der Rolle immer noch eine gute Figur. An seinem unverkennbaren Outfit mit Hut, Lederjacke und Peitsche hat sich natürlich nichts verändert. Hierbei legten die Kostümbildner besonderen Wert auf Authentizität. Sogar in den Actionsequenzen spielt Ford seine Rolle überzeugend. Allerdings hört hier der Lobgesang auch schon wieder auf, denn trotz des Indy-üblichen Konzepts mit einem überzeichneten Bösewicht, einem Freund und Helfer und einer Frau an seiner Seite will das ursprüngliche "Indiana Jones"-Flair nicht so recht aufkommen. Lediglich die Anfangssequenz und die Szenen, in denen er dunkle Höhlen erforscht, erinnern entfernt an die alten Filme. Aber auch hier fehlt irgendwie Etwas denn man erwartet eigentlich, dass in diesen Situationen urplötzlich ein Mechanismus ausgelöst wird, der Indy um sein Leben fürchten lässt, aber es passiert einfach rein gar nichts. Ein weiteres Manko des Films ist ein gewisser Realitätsverlust. Sicherlich waren die Actionszenen auch in den alten Filmen übertrieben dargestellt, allerdings wirkten sie trotzdem noch glaubwürdig und trugen zum Charme der Reihe bei. In "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" wirken sie aber leider nur noch unglaubwürdig und sehen zum Teil auch ziemlich schlecht aus, trotz, oder vielleicht auch gerade wegen dem Einsatz moderner Computeranimation.

Einer der Hauptgründe für die lange Wartezeit bis zum vierten Teil war nach Aussage von Produzent George Lucas, Regisseur Steven Spielberg und Hauptdarsteller Harrison Ford das Fehlen eines guten Drehbuches. Zwischenzeitlich stand ein Script von Frank Darabont, seines Zeichens Autor und Regisseur von "Die Verurteilten", im Raum, dass allerdings von den Verantwortlichen abgelehnt wurde - Fans hingegen zeigten sich begeistert von dessen Idee. Wahrscheinlich war George Lucas einfach zu eitel, um ein fremdes Drehbuch für sein Projekt anzunehmen. Hätte er es lieber getan, denn was jetzt dabei herausgekommen ist, dass ist in meinen Augen schlichtweg schlecht. Die Story versucht verschiedene "wahre" Elemente, wie den Mythos der "Nasca-Linien" oder den Fund eines Kristallschädels, den so genannten "Mitchell-Hedges Schädel" mit der Legende von Eldorado zu verknüpfen und driftet dabei jämmerlich ins Paranormale ab - ein Aspekt, der in meinen Augen absolut nicht zu einem "Indiana Jones" Film passt. Zwar hat sich Jones schon immer mit Sagen und Legenden befasst, jedoch nie außerirdischen Ursprungs. Man kommt sich teilweise eher wie in einer Folge von "Akte X" vor, als in einem Indiana Jones Film - besonders zum Ende, das an dieser Stelle jedoch natürlich nicht Preis gegeben wird. Ich hatte das Gefühl als wollte Lucas dieses Projekt mit seinem anderen Lieblingsprojekt "Star Wars" verbinden. Es hätte nur noch gefehlt, dass Indy in den Millennium-Falken einsteigt und davon fliegt.

Und auch der Bösewicht des Films, in diesem Fall ein weiblicher funktioniert nicht so recht. Im Gegenteil ich war von Irina Spalko nach einer gewissen Zeit eher genervt. Cate Blanchett, die ich ansonsten für eine hervorragende Schauspielerin halte, ist mit ihrem gelinde gesagt unansehnlichen Haarschnitt, ihrem Akzent und dem nervigen Paranormal-Getue meiner Meinung nach eine totale Fehlbesetzung. Nun aber genug der Polemik. Trotz der Kritik gibt es auch den einen oder anderen Lichtblick. Mit der Zusammenführung von Indy und seiner alten Liebe Marion Ravenwood, die wie im ersten Teil von Karen Allen verkörpert wird, schließt sich der Kreis. Auch die Einführung der neuen Figur Mutt, dem Sohn von Marion, ist eine gelungene Idee. Und Jungstar Shia LaBeouf macht anfangs in der Rolle des jungen rebellischen 50-Jahre Teenager mit der typischer Tolle und Lederjacke eine gute Figur. Allerdings wird er nach und nach immer weiter in den Hintergrund gedrängt und spätestens als er sich wie Tarzan in Mitten von Affen an Lianen durch den Dschungel schwingt wird auch seine Rolle ins Lächerliche gezogen, leider. Der geistig verwirrte Professor Oxley wird von Altstar John Hurt gespielt, der praktisch während des gesamten Films vor sich hinstammelt und mit einem Schädel durch die Gegend spaziert. Schließlich wäre noch Ray Winstone zu nennen, der Indys Freund George 'Mac' McHale mimt. Der alte Kampfgefährte hintergeht seinen Freund allerdings, oder doch nicht, oder doch? War die erste Wendung noch einigermaßen überraschend, so wirkt das ewige Hin- und Her irgendwann auch eher nervig als unterhaltsam.

Handwerklich und visuell ist der Film hingegen gut gelungen. Kameraführung, Schnitt und Ton lassen eigentlich nichts zu wünschen übrig und auch die vielen Landschaftsaufnahmen sind sehr ansehnlich - hätte man doch nur auf die vielen unnötigen Computereffekte verzichtet.
Für die Musik zeichnet einmal mehr Steven Spielbergs Haus- und Hofkomponist John Williams verantwortlich. Der mehrfache Oscarpreisträger liefert wie üblich sehr solide Arbeit ab. In einigen Schlüsselszenen lässt er immer wieder das bekannte und beliebte Indiana Jones-Thema anklingen. An vielen anderen Stellen rückt der Score jedoch ziemlich in den Hintergrund.

Fazit: Für mich als großen Fan der alten "Indiana Jones" Trilogie ist "Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull" eine herbe Enttäuschung. Der ursprüngliche Flair der Filme will einfach nicht aufkommen. Die unnötig übertriebenen Actionsequenzen und der verstärkte Einsatz von CG-Effekten schaden dem Film eher, als dass sie ihn sehenswert machen. Das schlechte Drehbuch tut ein Übriges. Harrison Ford konnte in seiner Rolle trotz fortgeschrittenen Alters zwar überzeugen und auch der junge Shia LaBeouf machte anfänglich eine gute Figur, jedoch schaue ich mir lieber die alten Filme zum X-ten Mal an.

Kommentare

siBBe

geschrieben am 01.12.2007 um 12:14:46

Man bin ich gespannt auf Indy 4, mein mit Abstand Most Wanted für 2008. Ich hoffe dass Indy wieder das selbe Feeling wie zu alten Zeiten hinkriegt und dass daraus nicht ein Episode I wird.

smeidu

geschrieben am 01.12.2007 um 13:57:28

der unoffizielle movieblog hier ist wirklich lesenswert. immer die neuesten fotos usw. vom dreh.

Kaspian

geschrieben am 01.12.2007 um 21:38:31

Wird wohl einer der Top3 der erfolgreichsten Filme 08 werden.

SERF

geschrieben am 03.12.2007 um 10:32:42

Na wenn der nicht auf meine Topf-Five-2008-Liste kommt, weiss ich auch nicht...

mye

geschrieben am 10.12.2007 um 15:14:30

top-five?? top-three auf jeden fall ;-) ... na mal schauen, aber die vorfreude ist auf jeden fall riesig

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