21
Inhalt
Eine Gruppe amerikanischer Studenten und ihr charismatischer Mathematikprofessor plündern Casinos in Las Vegas aus.Ben Campbell (Jim Sturgess) ist Mathematikstudent am renommierten M.I.T. und ein wahres Genie auf seinem Gebiet. Eines Tages erhält er ein verlockendes Angebot: Einer seiner Lehrer, der Mathematik-Professor Mickey Rosa (Kevin Spacey), will ihn für sein „Blackjack Team“ anheuern. In diesem Team bildet Rosa hochbegabte M.I.T.-Studenten als Spezialisten im Kartenzählen aus. Nicht ohne Hintergedanken, denn er hat etwas entwickelt, von dem viele nicht einmal zu träumen wagten: Die perfekte Formel, um jedes Casino auszunehmen. In Las Vegas gelingt es dem cleveren Experten-Team, die Casinos mit einem ausgeklügelten System – und auf mehr oder weniger legale Weise – um Millionen zu erleichtern.Doch die Casino-Security ist ihnen bereits dicht auf den Fersen...
Kritik
Filmkritik:
Das ist der Stoff, aus dem Hollywood seine Träume spinnt. Und wenn die Geschichte nicht wahr wäre, hätte Hollywood sie bestimmt irgendwann erfunden: Eine Gruppe von hochbegabten Collegestudenten erleichtert in den 1990er Jahren mithilfe eines genialen Kartenzählsystem die Casinos in Las Vegas um Millionen. "Blackjack is beatable“ (Blackjack, auch 17 und 4, ist schlagbar) lautet ihr unglaublicher Slogan. Der Trick dabei: Es gibt keinen Trick. Alles geschieht legal (vielleicht "semi-legal"...) alles Mathematik, höhere Mathematik... Die unglaubliche Geschichte hat Hollywood nun in dem temporeichen Thriller "21" verarbeitet; mit den üblichen Ingredienzen der Traumfabrik: Smarte Jungs wie Hauptdarsteller Jim Sturgess ("Across the Universe"), ein charismatischer Superstar (Kevin Spacey, der auch mitproduzierte), eine hübsche junge Lady (Kate Bosworth, "Superman Returns") und die Hochglanz-Traum-Atmosphäre der Spielerstadt Las Vegas, die schon Kinobesucher in "Ocean´s Eleven" so grandios verführte. Der augenfällige Kitsch wird jedoch durch Wahrhaftigkeit geadelt; der Film lebt von dem Kernstück eines Geniestreichs, er lebt von dem reizvollen Kontrast der Charaktere, er lebt von der Attraktivität gegensätzlicher Welten.
Die studentisch-intellektuelle Bostoner Ostküstenatmosphäre trifft auf die leichtlebig-leichtfertige Glitterwelt des Spielerparadieses Las Vegas. Das linkisch-scheue Mathematikgenie Ben Campbell (Jim Sturgess) wird zum abgebrühten, lebemännischen Zockerstar. Da sind Gegensätze zu überbrücken, Welten zu vereinigen - dies kann nur einem Engel oder einem Teufel gelingen. Letzterer tritt denn auch auf: Mickey Rosa alias Kevin Spacey, der geniale, sardonische Gamble-Guru bei Nacht, am Tag und im Zivilleben Mathematikprofessor am Massachussets Institute of Technology. Aus den besten M.I.T.Studenten rekrutiert der gerissene Professor seine Leute für sein winning team, das an den Blackjack-Tischen in Las Vegas regelmäßig die Spielerszene aufmischt. Millionen stehen auf dem Spiel, und Millionen werden von Mickey´s Meisterspielern gewonnen, mithilfe eines aus statistischen Berechnungen bestehenden Kartenzählsystems und einer ausgeklügelten Spielstrategie. Mickey nimmt nur die Besten - und Ben ist der Beste von allen, ein Mathematikgenie, aber scheu, linkisch,der Welt ab - und nur seinen Studien zugewandt. Aber der teuflische Professor kann naturgemäß in Seelen blicken, und er entdeckt bei Ben, was dieser selbst nicht weiß: Er hat das Zeug zum "Big Player". Und Ben wird´s auch, nachdem er sich lange geziert hat. Doch die Verführungskünste von Jill Taylor (Kate Bosworth) und die Unbill des Lebens (kein Geld für sein Traumstudium an der Harvard Medical School) treiben Ben in die weitgeöffneten Arme des Spielergurus und direkt an die Blackjack Tische in Las Vegas. Dort wird er zum Spielerstar im Team, erspielt sich Unsummen, lebt ein Leben in Luxus, Schönheit und sorglosem Reichtum. Dies alles und die Liebe der schönen Jill... was will ein armer Student mehr; aber Ben will noch mehr,er spart nämlich das meiste Geld für sein Studium. Ben spaziert nun also auf der sunny side of the street, aber lästige Schatten werden darauf geworfen: Die Security-Leute des Casinos, allen voran der furchteinflößende Cole Williams (herrlich kaltschnäuzig: Laurence Fishburne) sind Ben und Co.auf der Spur. Immer ist da doch einer,der einem in die Suppe spuckt oder sogar eins auf die Nase gibt…der showdown kommt rasch, Blut fließt und Ben wird daran erinnert,wie problematisch es ist,mit dem Teufel Geschäfte zu machen,außer…einer ist so clever und solch ein freches Genie wie er.
Regisseur Robert Luketic ("Das Schwiegermonster", "Natürlich blond") hat ein solides Stück Unterhaltung abgeliefert; als Basis ein hervorragendes Drehbuch, rasante Closeups an den Spielertischen, ein gut aufgelegtes Schauspielerensemble. An seiner Spitze: Oscarpreisträger Kevin Spacey ("American Beauty“), der hinreißend die Doppelbödigkeit seines Charakters darstellt und von Anfang an klarmacht: der (Boß), der Star bin ich.
Luketic war gut beraten, die beiden Hollywood-Profis Peter Steinfeld und Allan Loeb mit der Adaption des Sachbuchs von Ben Mezrich zu betrauen. Dieser in vielen Sprachen übersetzte Bestseller mit dem Titel "Bringing down the house - how six students took Vegas for Millions" beschreibt ebenso unterhaltsam wie komplex das amerikanische Zocker-Husarenstück der M.I.T.Studenten. Wer das Buch gelesen hat, (bisher leider noch nicht auf deutsch im Taschenbuch) weiß, welch gute Drehbucharbeit die beiden geleistet haben. Der Buchautor Ben Mezrich hat übrigens in dem Film eine kleine Rolle als Dealer übernommen.
In seinem Buch wird am Ende behauptet: Blackjack is still beatable, also noch schlagbar, obwohl die Casinos nach dem Studentencoup entsprechende Änderungen vorgenommen haben.
Aber wer nach diesem Film Lust bekommen hat auf Las Vegas, sollte vielleicht weniger seinem Grips vertrauen (außer er ist ein Mathematikgenie wie Ben) als seinem Glück. Dies mag zwar nicht so erfolgversprechend sein, ist aber garantiert weniger anstrengend. Und von den Casinos kriegt man dann auch den roten Teppich ausgerollt statt eine rote Nase verpaßt...
Jetzt kommentieren? / 4 Kommentare
Regisseur
Schauspieler
Kevin Spacey, Jim Sturgess, Kate Bosworth, Laurence Fishburne, Aaron Yoo, Liza Lapira, Jacob Pitts, Jack McGee, Josh Gad, Sam Golzari, Helen Carey, Jack Gilpin, Donna Lows, Butch Williams, Jeffrey Ma, Frank Patton, Steven Richard Vezina, Chaska T. Werner, Kyle Morris, Ernell Manabat, Frank DeAngelo, Marcus Weiss, Anthony DiMaria, Christopher Michael Holley, Scott Clark Beringer, Terasa Livingstone, Jeffrey J. Dashnaw, Colin Angle, Supriya Chakrabarti, Bradley Thoennes, Alice Lo, Sally Livingstone, Henry Houh, Frank Chen, Spencer Garrett, Celeste Oliva, Tom McGowan, Ruby Hondros, Christian Mello, Gregory Seymore, Christopher Tranchina



mye / 17.03.2008 20:08:20
trailer sieht ja ganz gut aus... ich freue mich vor allem, spacey mal wieder zu sehen
nicht bewertet
Kai / 04.04.2008 09:58:49
Zuerst muss ich sagen, das mich das Zählen von Karten und die ganzen Machenschaften in Casinos sehr interessieren. 21 zeigt genau diese Aspekte wie Teams die Casino's um ihr Geld berauben, was offiziel ja erlaubt ist.
An sich spielen die Schauspieler überzeugend und machen ihren Job gut... nicht überdurchschnittlich gut, aber auch nicht schlecht. Kevin Spacey hat mich sehr erfreut, er spielt zwar eher zurückhaltend, seine Präsenz ist für Filmfans jedoch immer schon ein Jackpot gewesen.
Im großen und ganzen gute Unterhaltung... Kauf für DVD durchaus Wert. Aber kein Hitgigant.
4 Sternen
Jigsaw / 16.04.2008 14:52:24
Ich selbst bin kein großer Freund von Kartenspielen und versteh auch nicht warum Meisterschaften im Poker im Fernsehen übertragen werden müssen,aber die Story des Film klinngt spannend und werd ihn mir auf jeden Fall mal reinziehen.
nicht bewertet
Jacke / 22.04.2008 19:04:56
wirklich guter Film , spannende Story , gute Schauspieler ...alles in allem den Kinobesuch wert gewesen ! :)
6 Sternen