There Will Be Blood
Inhalt
Nachdem Ausnahmeregisseur Paul Thomas Anderson im Jahr 2000 mit "Magnolia" den Goldenen Bären gewonnen hat, ist er mit seinem neuen Meisterwerk "There Will Be Blood" erneut auf der diesjährigen Berlinale im Wettbewerb vertreten.Irgendwo in Kalifornien schlägt der Ölmann Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) seine Spitzhacke in den unterirdischen Fels, dass die Funken nur so sprühen. Zunächst allein, dann mit Unterstützung eines kleinen Teams, arbeitet er langsam, aber ununterbrochen, um Erdöl zu finden und das große Geschäft zu machen. Auf der Suche nach dem schwarzen Gold lässt es sich von nichts und niemanden abbringen - selbst dann nicht, als der erste Tote zu beklagen ist. Eine Szene später befindet sich Daniel Plainview mit dem Sohn des Toten wieder vor einer Bürgerversammlung, die über den Kauf von Land beraten. Er sei ein Familienmensch, sagt er und legt Wert darauf, dass sein Bohrunternehmen als ein Familienunternehmen etabliert ist. Um seine Pläne durchzusetzen, schreckt er auch nicht davor zurück eine fromme Familie um ihr Land, auf dem sie ihr Haus haben, zu betrügen. Der Erdölfund auf dem Gebiet wird Plainview reich machen.
Kritik
Bereits im Vorfeld gab es wilde Spekulationen darüber, wie der neue Film von Paul Thomas Anderson ausfallen würde. Eins war jedoch von dem ersten Drehtag an sicher: Mit Daniel Day-Lewis in der Hauptrolle durfte man sich auf einen interessanten Film freuen.Ein Hauch des Ursprünglichen liegt in der Luft, wenn man "There Will Be Blood" sieht. Die Atmosphäre dominiert komplett den ersten Teil des Films, keine Dialoge, kein Daniel Plainview der sich später ausbreiten und ins völlige Zentrum rücken wird. Musik und Kameraperspektive, Schnitt und Bildlauf sind darauf abgestimmt, den Zuschauer einen folgenreichen Moment nahezubringen: Die Gier erweist sich als Motor des wirtschaftlichen Erfolgs, aber auch als Saat der Selbstzerstörung, der Selbstaufgabe. Nichts Gutes kann da auf einem zu kommen, wenn man die Musik der ersten viertel Stunde im Ohr hat.
Der Vorwurf, dass Anderson sich hier was bei Kubrick abgeschaut hat, mag zutreffend sein, schlimm ist es aber nicht. Denn nach der virtuosen Einführung rückt die meisterhafte Rolle von Daniel Day Lewis in das Zentrum des Films. Ähnlich wie bei Scorsese's "Gangs of New York" geht Day-Lewis vollkommen in der Rolle des Ölmanns auf. Keine Regung, kein Satz und keine Emotion von Plainview verfehlen ihre Wirkung im Film, schnell ahnt man, das was er später seinem Bruder sagen wird: "Ich hasse alle Menschen! Ich will so viel Geld verdienen, dass ich keinen mehr sehen muss!"
Die anderen Figuren des Films, Fletcher Hamilton (Ciarán Hinds) als Plainviews Partner und Eli Sunday (Paul Dano) als Priester einer anglikanischen Kirche, stehen fast nur hinter Plainview, der permanent alle in den Schatten stellt. Nur Priester Sunday versucht ihm das Wasser zu reichen, als er Plainview zur Taufe zwingt, damit dieser ein Grundstück erwerben kann, wobei er Plainview erniedrigt. Dies wird nicht ohne Folgen bleiben, denn am Ende bittet auch Sunday Plainview um einen finanziellen Gefallen, bei dem sich Plainview rächt: Vor seinem Augen zwingt er Sunday zur Verleugnung seiner Religion.
Dass sich der gesamte Film um die Rolle von Daniel Day-Lewis dreht, ist der Erzählstruktur, die der Regisseur und Drehbuchautor Anderson gewählt hat, zu verschulden. Dass Daniel Day-Lewis alle anderen Darsteller in den Schatten stellt, mag für seine Chancen den Oscar zu gewinnen, gut sein. Dem Film tut dies an einigen Stellen nicht gut, zu lange wirkt er vor allem zum Ende hin. Anders als zuvor wählt der Regisseur von "Magnolia" eine lineare Erzählstruktur, die gerade durch ihre Einfachheit verblüfft.
Fazit: Um die zwei Hauptmotive - die Religion und Geldgier - spinnt Anderson seinen Film, den viele für den besten des Jahres halten. Wer Atmosphäre in Filmen mag, sollte sich diesen Film auf jeden Fall zu Gemüte führen.
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Regisseur
Schauspieler
Daniel Day-Lewis, Martin Stringer, Kevin J. O'Connor, Jacob Stringer, Matthew Braden Stringer, Ciarán Hinds, Dillon Freasier, Joseph Mussey, Barry Del Sherman, Russell Harvard, Harrison Taylor, Stockton Taylor, Paul F. Tompkins, Kevin Breznahan, Jim Meskimen, Erica Sullivan, Randall Carver, Coco Leigh, Paul Dano, Sydney McCallister, David Willis, Christine Olejniczak, Kellie Hill, James Downey, Dan Swallow, Robert Arber, Bob Bell, David Williams, Joy Rawls, Louise Gregg, Amber Roberts, Robert Caroline, John W. Watts, Barry Bruce, Irene G. Hunter, Hope Elizabeth Reeves, John Chitwood, David Warshofsky, Tom Doyle, Colton Woodward, John Burton, Hans Howes, Robert Barge, Huey Rhudy, Steven Barr, Robert Hills, Colleen Foy, Rev. Bob Bock, Vince Froio, Phil Shelly



Tafkas / 29.01.2008 15:25:26
Hammergeiler Film. Leider war das Ende etwas schwach.
nicht bewertet
Kaspian / 30.01.2008 15:38:10
Stimme ich zu, das Ende hätte wirklich besser sein können. Doch bisdahin war es ein genialer Film-
5 Sternen
siBBe / 30.01.2008 17:38:30
ich will den auch endlich sehen ! xD
5 Sternen
siBBe / 18.02.2008 10:44:41
So nun hab ich ihn auch endlich gesehen und muss auch sagen: genialer Film, hat mich in meinen Erwartungen nicht enttäuscht! Allerdings fand ich das Ende im Gegensatz zu euch nicht schlecht, sondern eigentlich ganz passend, irgedwann musste es einfach soweit kommen.
5 Sternen