Verfasst von Sebastian Stumbek am 14.10.06 12:21:52 - 0 Kommentare

Lady Vengeance

Chinjeolhan geumjasshi

Moviereporter-Bewertung:
  • 5.5/6 Sterne.
Leserwertung (3): 5.33 / 6

Land Südkorea

Genre Drama, Thriller

Laufzeit: 112

Jahr 2005

Webseite
Trailer

Kinostart: 11.01.2007
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Inhalt

Director Chan-wook Parks SYMPATHY FOR LADY VENGEANCE stellt den letzten Teil seiner Revenge-Trilogie dar.

Geum-Ja (Yeong-ae Lee), ein 19-jähriges Mädchen, wird zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie bekannte sich schuldig für die Entführung eines kleinen Jungens und dem anschließenden Ermordens. Die Öffentlichkeit ist entsetzt, da sie einer so hübschen jungen Frau eine solch entsetzliche Tat niemals zugetraut hätte. Ein gefundenes Fressen für die Presse. Während ihrer Haft bemerkt Geum-Ja, dass sie hintergangen wurde. Im Gefängnis macht sie sich durch ihre große Hilfsbereitschaft schnell Freunde und nutzt die 13 Jahre, um einen tödlichen Plan auszuarbeiten, wie sie sich an Mr. Beak (Min-sik Choi) rächen kann. Nach außen hin macht sie nach ihrer Entlassung den Eindruck, als hätte sie sich geändert, doch kaum auf freiem Fuß beginnt sie ihren Rachefeldzug – ihre ehemaligen Mithäftlinge als Verstärkung im Schlepptau.

Kritik

Chan-wook Park gilt ja als bester Regisseur Koreas. Und das zu Recht. Vor allem ist er bekannt für seine "Rache"-Trilogie, bestehend aus "Sympathy for Mr. Vengeance", "Oldboy" und nun "Sympathy for Lady Vengeance", dem Abschluss der Trilogie. Was die Trilogie aber einzig gemeinsam hat ist das Thema der Rache, ansonsten haben die Stories der 3 Filme nichts miteinander zu tun – und auch stilistisch unterscheiden sich die Filme stark voneinander. In "Sympathy for Mr. Vengeance" wurde gleich mehrfach Rache ausgeübt, in "Oldboy" kommt es zur bösen Überraschung und "Lady Vengeance" wiederum geht auch einen ganz anderen Weg.

Der Film beginnt damit, wie Geum-Ja nach 13 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird und sich sofort daran macht, ihren tödlichen Rachefeldzug auszuführen. Allerdings wird "Sympathy for Lady Vengeance" nicht gradlinig erzählt, sondern die Geschichte zwischendurch immer wieder in Rückblenden gezeigt, in denen man Geum-Ja vor dem Gefängnis oder auch im Gefängnis sieht und wie sie sich dort Freunde macht, die ihr nachher helfen sollen, so dass der Zuschauer nach und nach immer mehr von Geum-Ja erfährt und sie langsam mehr und mehr versteht. Anfangs ist sie nämlich sehr mysteriös, man kennt ihre Motive nicht und weiß auch nicht was eigentlich vorgefallen ist und wieso sie denn Rache ausführen will. Chan-wook Park weiß aber geschickt diese Puzzlestückchen zusammenzusetzen, so dass nach und nach ein Licht im Dunkeln aufgeht.

Im Vergleich zu "Oldboy" ist "Lady Vengeance" ein sehr ruhiger Film geworden. Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei "Lady Vengeance" vor allem um ein Drama, das im Laufe des Films immer mehr an Intensität gewinnt. Das ist aber gerade das geniale am Film, denn so hart und erschreckend das Thema ist, der ruhige Erzählstil, den man einfach nur als wunderschön bezeichnen kann, da Chan-wook Park vor allem auf große Bildgewalt setzt, ist ein gelungener Kontrast, der der die Intensivität nochmals steigert. Verstärkt wird dies nochmals durch die Hauptfigur Geum-Ja, die einerseits einen zerbrechlich liebenswürdigen Eindruck macht und der man nie etwas Böses zutrauen würde, die aber auf der anderen Seite eiskalt ist und nach Blut dürstet. So baut sich der Film immer stärker auf – und geht einem immer näher – bis es schließlich im grandiosen Finale richtig kracht. Natürlich soll an dieser Stelle nicht verraten werden, was sich am Ende ereignen wird, aber man kann Chan-wook Park einfach nur gratulieren für dieses grandiose Ende. Die Frage, die sich der Zuschauer dann stellt ist, ob er genau so wie Geum-Ja bzw. die "Beteiligten" handeln würde oder nicht – die jeder für sich beantworten darf.

Als absolut genial muss man Chan-wook Park's Stil bezeichnen, in dem er seine Filme erschafft. "Lady Vengeance" ist aus der Rache-Trilohie der bildgewaltigste und "schönste" Film. Eine so gute Komposition aus Bildern, Kameraeinstellungen und grandioser Musik gab es lange nicht. Die Art und Schönheit, wie sich der Film dem Zuschauer darbietet, ist einfach perfekt gelungen.

Auch der Cast von "Lady Vengeance" ist sehr gut besetzt worden. Yeong-ae Lee liefert in ihrer Rolle als Geum-Ja eine mehr als überzeugende Leistung ab. Man kauft ihr sowohl die unschuldige, wie auch die harte Seite ab. Min-sik Choi, der in "OldBoy" noch der Protagonist und nach Rache dürstende war, wechselt diesmal die Fronten und spielt in "Lady Vengeance", wenn auch nur in wenigen Momenten zu sehen, die Rolle des Bösen. Als Mr. Beak ist er das Ziel von Geum-Ja und weiß in dieser Rolle durchaus zu überzeugen.

Fazit: Sympathy for Lady Vengeance ist ein würdiger Abschluß von Chan-wook Park’s Rache-Trilogie. Ein hartes, ernstes Thema wurde in einem stilistisch perfekten Film wunderbar verpackt und so entstand ein wie von Park bereits gewohnt, sehr guter Film.


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