Pakt der Wölfe
Le Pacte des loups
Inhalt
Im 18. Jahrhundert treibt eine mysteriöse Bestie in einer kleinen französischen Provinz ihr Unwesen...Frankreich im Jahre 1764: in der Provinz von Gévaudan treibt eine geheimnisvolle Bestie ihr Unwesen. Sie macht Jagd auf Frauen und Kinder – vor Männern ergreift sie die Flucht. Ein Jahr später sind ihre Gräueltaten weit über die Grenzen der Provinz hinaus bekannt und es scheint so, dass kein Sterblicher sie jemals zur Stecke bringen könnte.
Zu dieser Zeit begeben sich zwei Männer in das nebelige Gebiet von Gévaudan: der Chevalier Grégoire de Fronsac (Samuel Le Bihan), ein Naturforscher am Hofe des Königs, der als Freidenker und Schöngeist gilt und sein geheimnisvoller Begleiter Mani (Mark Dacascos) ein Indianer vom Stamm der Irokesen, den der Chevalier bei seiner Rückkehr nach Frankreich aus Amerika mit sich nahm, denn die beiden verbindet eine enge Freundschaft. Sie beziehen für ihre Zeit des Aufenthalts im Gévaudan Quartier beim Marquis D’Apcher und dessen Sohn Thomas (Jérémie Renier).
Die Bestie bereitet dem ortsansässigen Adel große Schwierigkeiten und stellt auch den König von Frankreich, Louis XV, vor eine Herausforderung, denn die Bestie untergräbt seine absolutistische Herrschaftsgewalt. Daher sendet er einige seiner Truppen in die Provinz aus, die die Bestie erlegen sollen – man hält sie langläufig für einen Wolf. Doch Grégoire findet heraus, dass es sich bei der Bestie keinesfalls um einen Wolf handelt, er entdeckt sogar ein Metallstück in der Wunde eines ihrer Opfer. Die Hinweise sind äußerst mysteriös und alles deutet darauf hin, dass die Bestie von Menschenhand gelenkt wird und nur Befehle ausführt, Befehle von Menschen, die ein blutiges Ziel verfolgen.
Während seines Aufenthalts verliebt sich der Chevalier in die junge Adlige Marianne de Morangias (Émilie Dequenne). Ihr Bruder Jean-François (Vincent Cassel) überwacht sie mit Argusaugen und er steht Grégoire ohnehin von Anfang an sehr misstrauisch gegenüber. Gleiches gilt auch für den Großteil des übrigen Adels, die den Chevalier am liebsten so schnell wie möglich wieder loswerden wollen, gerade so, als wenn sie etwas zu verbergen hätten.
In einem Bordell lernt Fronsac die mysteriöse italienische Schönheit Sylvia (Monica Bellucci) kennen, die auch mehr zu sein scheint, als sie vorgibt, denn sie weiß sehr gut über die Bestie und ihre Gräueltaten bescheid.
Grégoire begibt sich gemeinsam mit seinem kampferprobten Gefährten Mani und Thomas D’Apcher auf die Jagd nach der Bestie, ein allerletztes Mal und sie wollen die Hintermänner der Verschwörung zur Stecke bringen…
Kritik
"Pakt der Wölfe" basiert auf einer Geschichte, die sich im Franreich des 18. Jahrhunderts unter König Louis XV zugetragen hat. Zwischen 1765 und 1768 terrorisierte die "Bestie von Gévaudan" auf furchtbarste Weise eine dünn besiedelte Region in Südfrankreich. Selbst heutzutage erzählt man sich in Frankreich noch von den mysteriösen Ereignissen, dem Mythos der "Bestie von Gévaudan". Damals kamen hunderte Menschen, überwiegend Frauen und Kinder unter rätselhaften Umständen auf bestialische Art und Weise ums Leben, oder wurden als vermisst gemeldet. Die Leichen, die geborgen wurden, waren mit Verletzungen übersät, die von einem brutalen Angriff durch ein wildes Tier stammen mussten – die wahren Umstände konnten nie aufgeklärt werden.Der absolutistische König Louis XV konnte sich nicht erlauben, als schwach dazustehen, und dass seine Autorität von einer wütenden Bestie untergraben wird. Also ließ er einen Wolf erlegen und ihn als "die Bestie" in Paris ausstellen, um seine Macht zu demonstrieren. In Gévaudan verschwanden dennoch weiterhin Menschen, allerdings sprach niemand mehr darüber, denn die Bestie galt ja als tot.
Die geschilderten Ereignisse und die Protagonisten, die tatsächlich existiert haben, bilden die Grundlage von "Pakt der Wölfe" und münden in eine Story rund um politische Intrigen, religiösen Fanatismus und Liebe. Eine sehr spannende und actionreiche Auslegung des Geschehens, wie es sich vor ca. 200 Jahren zugetragen haben könnte.
Der französische Regisseur Christophe Gans hat dieses Historiendrama sehr modern interpretiert. Er ließ sich hierbei besonders von japanischen Samuraifilmen und den Westernklassikern von Regieikone Sergio Leone, inspirieren. Beides sind große Vorbilder für Gans. Er schaffte mit seinem viel beachteten Film "Crying Freeman – Der Sohn des Drachen" 1995 den internationalen Durchbruch, schon damals mit Mark Dacascos in der Hauptrolle, der auch in "Pakt der Wölfe" eine tragende Rolle Spielt, aber dazu später mehr. Christophe Gans entwickelte schon als Teenager eine große Leidenschaft, für Kung-Fu-, Fantasy- und Science-Fiction-Filme. Er studierte an Frankreichs renommiertester Filmhochschule und auch sein Abschlussfilm fand viel Beachtung. Dennoch musste er lange warten, bis ihm ein französischer Produzent die Möglichkeit gab, seine Visionen zu verwirklichen. Samuel Hadida, der auch "Pakt der Wölfe" produziert hat, gab ihm diese Chance und so entstand "Crying Freeman". Gans bezeichnet diesen Film selbst als "Kostümdrama, das in unserer heutigen Zeit spielt". Da ist es nur eine logische Konsequenz, dass der Regisseur mit "Pakt der Wölfe" einen Action- und Abenteuerfilm dreht, der im 18. Jahrhundert spielt. Dieser Film lebt aber nicht von Action und Spannung allein, sondern auch die tollen Kostüme und die Atmosphäre, die die düstere nebelige und doch anmutige Landschaft ausstrahlt, tragen dazu bei, dass der Zuschauer sich ins 18. Jahrhundert in eine ländliche französische Provinz versetzt fühlt. Der Film ist phasenweise aber auch sehr dynamisch, was zum einen sicherlich an den, von Asienspezialist Philip Kwok hervorragend choreographierten Actionszenen liegt, aber auch an der Art und Weise, wie Gans diese bildtechnisch umgesetzt hat. Er arbeitet in diesen Szenen häufig mit Stilmitteln, wie Stop- und Slowmotion, sowie Close-Ups seiner Darsteller, die besonders den Martial-Arts Elementen im Film eine ungeheure Kraft verleihen. Außerdem verwendet der Regisseur sehr gerne rasante Kamerafahrten die immer wieder von Slowmotion unterbrochen werden, was er gleich in der ersten Actionszene des Films andeutet. Im Kontrast dazu stehen ruhige und wunderbar eingefangene Landschaftsbilder.
Vor dem beschrieben Hintergrund wissen die Darsteller durchweg zu überzeugen. Man konnte einige der begehrtesten Jungstars des französischen Kinos für die Besetzung gewinnen, unter anderem Samuel Le Bihan, Vincent Cassel, Monica Bellucci und Émilie Dequenne. Zudem wirkt der bereits erwähnte Martial-Arts Star Mark Dacascos im Film mit.
Samuel Le Bihan spielt den Chevalier Grégoire de Fronsac, einen jungen hochbegabten Naturwissenschaftler, der vom König nach Gévaudan geschickt wird, um die Situation aufzuklären. Er ist ein Mann der Aufklärung und dazu noch ein brillanter Wissenschaftler. Le Bihan, der ursprünglich von der Theaterbühne kommt, verkörpert diese Rolle sehr glaubwürdig und gegen Ende des Films offenbart er ungeahnte Kampfkünste.
Ständig an Fronsacs Seite ist dessen Blutsbruder Mani, gespielt von Mark Dacascos. Der gebürtige Hawaiianer ist ein absolutes Kampfsportass, was er in Filmen wie "Crying Freeman" oder "Drive" bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. In "Pakt der Wölfe" spielt er einen Indianer vom Stamm der Irokesen, der sich mit ungewöhnlichen Kampftechniken auskennt und in den Wäldern mit den Wölfen verbündet, um das Versteck der Bestie ausfindig zu machen. Er ist sehr spiritistisch veranlagt und vermag mit der Natur und ihren Bewohnern zu "sprechen". Dacascos führt wie üblich seine Stunts im Film selbst aus.
Einer der Gegenspieler der Beiden ist Jean-François de Morangias, der von Vincent Cassel ("Ocean’s Twelve") verkörpert wird. Die Familie der Morangias gehört dem Hochadel an und hat in der Gegend von Gévaudan das Sagen. Jean-François wurde bei einer Afrikareise während der Jagd von einem Tier angefallen und schwer verletzt. Er überlebt den Angriff zwar, jedoch fehlt ihm fortan ein Arm. Durch diesen schweren Schlag ist er zutiefst zynisch gegenüber seiner Umwelt geworden. Er steht Grégoire und Mani von Anfang an misstrauisch und feindselig gegenüber. Es scheint so, als würde er ein dunkles Geheimnis hüten. Einzig zu seiner Schwester Marianne hat er ein sehr inniges Verhältnis. Gegen Ende des Films, lässt auch Vincent Cassel seine Kampfsportqualitäten aufblitzen.
Die im Jahr 1981 in Belgien geborene Schauspielerin Èmilie Dequenne agiert als besagte Marianne. Sie stellt die junge unschuldige Adlige sehr glaubhaft dar und harmoniert zudem sehr gut im Zusammenspiel mit Samuel Le Bihan. Sie ist eine der wenigen, die nichts von der blutigen Verschwörung ahnt, die hinter der Bestie steckt. Sie verliebt sich in Grégoire und würde gerne mit ihm zusammen sein, jedoch verwehrt ihre Familie ihr dieses Glück, besonders ihr eifersüchtiger Bruder steht den Beiden im Weg.
Den letzten Charakter den ich innerhalb dieser Review näher vorstellen möchte, ist die Rolle von Monica Bellucci ("Irréversible"), die die geheimnisvolle Schönheit Sylvia darstellt. Fronsac lernt sie in einem Bordell in Gévaudan kennen. Zwischen den Beiden ist sofort ein Knistern zu spüren, was auch daran liegt, das die Chemie zwischen den beiden Darstellern einfach gepasst hat, obwohl Belluccis Ehemann Vincent Cassel ebenfalls am Set war. Sylvia spielt zwar die Kurtisane, aber hinter dieser Fassade scheint sie nur ihre wahre Identität zu verbergen und sie weis mehr über die Verschwörung, als sie zunächst preisgibt.
Für die Gestaltung der Bestie wandte sich das Filmteam an die Künstler des "Jim Hensons Creature Shop". Mit einer Kombination aus animatorischen Tricks und CGI-Effekten wird die Bestie auf der Leinwand Furcht erregend und verblüffend echt zum Leben erweckt.
Abschließend möchte ich noch kurz auf den Score von Joseph LoDuca eingehen. Er untermalt die düstere Grundstimmung mit den perfekt dazu passenden Klängen. Aber auch ein romantisches Thema, passend zur Liebesgeschichte zwischen Grégoire und Marianne entspringt seiner Feder. Alles in allem ein gelungener Score also.
Fazit: In meinen Augen ist "Le Pacte des loups" einer der besten französischen Filme der letzten Jahre. Er bietet einfach alles, von Abenteuer Spannung und Action, über tolle Lanschaftsaufnahmen und Kostüme bis hin zu einigen Schockeffekten, guter Cinematographie und einem passenden Score. Natürlich will ich die glänzende schauspielerische Leistung nicht unterschlagen, besonders gut hat mir persönlich Mark Dacascos gefallen, sicher nicht wegen seiner grandiosen Mimik, sondern vielmehr durch seine Martial-Arts Fähigkeiten, die dem Film einen gewissen Touch verleihen. Ein absolut sehenswerter Film, den ich nur jedem Fan von Abenteuer- und Actionfilmen ans Herz legen kann.
Zum Schluss noch einige Worte zur DVD, die als 2-Disc Special Edition im Handel erhältlich ist. Sie bietet eine Director’s Cut Fassung des Films, mit eingefügten Teilen die nur im französischen Originalton zu sehen sind. Des Weiteren sind einige Hintergrunddokumentationen zur Entstehung es Films, ein Making Of, geschnittene und verlängerte Szenen, einige Trailer und Interviews, sowie Informationen über Cast und Crew auf der zweiten DVD enthalten.
Viel Spaß bei der Jagd auf die geheimnisvolle Bestie!
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Regisseur
Schauspieler
Samuel Le Bihan, Vincent Cassel, Émilie Dequenne, Monica Bellucci, Jérémie Renier, Mark Dacascos, Jean Yanne, Jean-François Stévenin, Jacques Perrin, Johan Leysen, Bernard Farcy, Hans Meyer, Edith Scob



Kaspian / 14.12.2007 23:33:57
Sehr guter Film, wobei mir das Ende nich gaaaaaaanz gut gefallen hat.
nicht bewertet
Veremar / 15.12.2007 20:09:29
Stimme mit dir überein, was das Ende angeht. Trotzdem ist es wirklich sehenswert!
4 Sternen
Rusty / 17.12.2007 18:22:03
sehr guter film, wobei das ende doch eigentlich mit das beste am film war.
5 Sternen