El Maquinista
The Machinist
Inhalt
30 Kilo für eine Rolle - nicht rauf, sondern abnehmen... hat es sich gelohnt?Trevor (Bale) kann seit einem Jahr nicht mehr richtig schlafen, er leidet an unwahrscheinlich hartnäckiger Schlaflosigkeit. Doch nicht nur seine psychische Stabilität leidet darunter, sondern auch sein Körper. Physisch befindet sich Trevor rein augenscheinlich auf dem absoluten Nullpunkt - oder zumindest kurz davor. Die Waage zeigt 121 Pfund an, Trevor gleicht einem wandelnden Skelett, ist kaum noch zu sehen, wenn er seitlich steht.
Doch es gibt eine Person, die ihm Halt gibt, auch wenn er anfangs dafür bezahlen musste, dies zwar auch weiterhin tut, aber die Prostituierte Stevie (Jason Leigh) hat ihren Stammkunden Trevor längst in ihr Herz geschlossen. Ihre Tür steht ihm praktisch jederzeit offen, er kan einfach bei ihr übernachten (wenn überhaupt möglich, heißt das), über seine Probleme sprechen oder Sex haben... ganz gleich - die Beziehung ähnelt schon der einem verliebten Paar.
Doch ist er nicht bei Stevie, scheint sein Leben Stück für Stück aus der Bahn zu geraten. Merkwürige Dinge geschehen: Trevor lernt einen kräftigen, nun ja, fast dicken, Mann kennen, der sich als neuer Kollege Ivan (Sherian) ausgibt und einen knallroten Wagen fährt. Kurz nach dem ersten Kennenlernen folgt auch schon der erste Zwischenfall, der die kuriosen Ereignisse in Trevors Leben einleitet: der Arbeitskollege Miller (Ironside) möchte eine Maschine in der Fabrik reparieren, in der sie gemeinsam arbeiten. Doch Trevor, der ihm helfen sollte, wird abgelenkt, als er Ivan an der Schweißmaschine beobachtet. Als dieser plötzlich eine erschütternde Geste in seine Richtung macht, kommt Trevor versehentlich an den großen grünen Knopf, der die Maschine, an der Miller arbeitet, in Gang setzt. Was dann folgt ist logisch: Miller verliert seinen linken Arm und die anderen Kollegen meiden Trevor fortan und schätzen ihn als verrückt und irgendwie durchgeknallt ein.
Der endgültige psychische Abstieg beginnt, als mit einem Mal gelbe Zettel auftauchen, die urplötzlich an Trevors Kühlschrank haften - wie von Geisterhand... oder war jemand in seiner Wohnung?
Kritik
Sie werden immer wieder gern als roter Faden in Filmen genommen: Psychosen. Oder Paranoia, auch Schizophrenie (man erinnert sich nur an den genialen Fight Club), eben die psychische Labilität, die -möglich ist es- jeden Menschen überwältigen könnte. Nur was steckt dahinter? Welches Ereignis war ausschlaggebend für einen solchen psychischen Niedergang, den man selbst gar nicht bemerkt?The Machinist ist ein sehr dunkler Thriller, die Atmosphäre ist stets düster, was aber einwandfrei zu den Inhalten des Films passt. Trevors abgemagertes Äußeres als erstes und somit einleitendes, aber auch demnach größtes, Fragezeichen, das über The Machinist schwebt, sorgt wunderbar für die schon von Beginn an nahezu perfekt funktionierende Spannungsspirale, es setzt sie in Gang und lässt sie laufen und laufen und... wir warten gespannt auf die Auflösung, auf das Finale, auf eine Erklärung. Rein auf die Spannung bezogen ist der Film also ein seltenes Kunstwerk, denn nicht immer gelingt es den Verantwortlichen, eine solch unterschwellige Spannung den gesamten Film über am Leben zu erhalten. Hier ist es gelungen. Doch wie gesagt: eher unterschwellig. Es mag auch Menschen geben, denn wie unsere Psyche auf die Dinge, die um uns herum geschehen, unterschiedlich reagiert, reagieren auch die Zuschauer unterschiedlich auf eine bestimmmte Wirkung eines Films, die The Machinist in jene Schublade schieben, in der die langweiligen Filme versauern und sich mit der Zeit hoffentlich in Luft auflösen. Man kann gar nicht so viel zu dem Thema sagen, nur eines noch: es gibt keine Explosionen und auch nicht allzu viel Blut in dem Film, die Ereignisse sind eher von mysteriöser Natur und manch einer kann eben mit dieser Geheimnistuerei umgehen, sich auf diesen Zauber einlassen, ein anderer wieder nicht. So könnte der Film also Gefahr laufen, als langatmig eingestuft zu werden, ich aber empfand ihn als überaus spannend und fesselnd - von der ersten Minute an (also sollte auch Scott Kosar erwähnt werden, der das Drehbuch schrieb).
Der Regisseur Brad Anderson ist eher unbekannt und kann nicht wirklich mit populären Filmen aufwarten (The Crazies, Session 9), macht seine Arbeit in The Machinist aber sehr gut.
Christian Bale ist nur zu bewundern, auch wenn es einem schwer fällt, solch lobende Worte in Anbetracht der Tatsache zu finden, dass er rund 30 Kilo abspeckte, um die Rolle des Trevor spielen zu können. Es sieht schon wirklich brutal und äußerst krank aus, was da aus dem sonst so kräftigen Bale geworden ist - man beachte ihn nur als Bruce Wayne in Batman Begins. Also, schon allein aufgrund diesem "Engagement" müsste man Bale auszeichnen, aber auch so macht er seine Sache sehr gut und liefert eine mehr als ordentliche Leistung in schauspielerischer Hinsicht ab.
Jennifer Jason Leigh, die man demnächst auch neben Adrian Brody in dem Mysterie-Thriller The Jacket als Dr. Lorenson sehen kann, hat eine sehr sympathische Rolle, die aber ein wenig zu kurz kommt. Ihre Auftritte sind begränzt, was schade ist, denn die Beziehung zwischen Stevie und Trevor ist schon sehr interessant, kommt aber am Ende doch noch einmal in den inhaltlichen Fokus.
Noch ein Wort zur Musik: super.
Originaltitel ist El Maquinista, denn der Film ist eine sowohl amerikanische, als auch spanische Produktion.
Bei solchen Filmen kommt es schließlich auf die Auflösung an. Was nutzt eine den ganzen Film über andauernde Spannung, wenn sie im Endeffekt durch eine mangelnde, kaum nachvollziehbare Auflösung zerstört wird? The Machinist befriedigt in dieser Hinsicht, wenn das Finale auch nicht vollends überzeugt. Denn es bleiben Fragen offen, die im Nachhinein bei der gedanklichen Reflektion sehr störend wirken. Vor allen eine sehr zentrale Frage drängt sich auf, die ich im Folgenden nennen werde, also wer den Film noch nicht gesehen hat sollte diesen Absatz einfach überspringen und gleich mit dem Fazit weitermachen (Spoiler-Gefahr): wer ist Ivan? Und weiter: was sollte zum Beispiel der Unfall in der Fabrik, ein direkter Zusammenhang mit dem eigentlichen Ereignis in Trevors Vergangenheit ist nicht erkennbar?
Fazit: Der Film ist gut, keine Frage, denn vor allem die Spannung lässt sich sehen (oder besser spüren), eine solch wirksame Spannungsspirale hat man leider nur sehr selten. Optisch ist The Machinist ebenfalls gelungen, die Sets sind gut ausgeleuchtet und korrelieren wunderbar mit der vordergründigen Atmosphäre, die den Film tragen soll. Schauspielerisch vor allem durch Christian Bale (auch: American Psycho) auf einem hohen Niveau. Dann das Finale, und ich gebe ja zu, dass es sehr schwer ist, eine richtig gelungene Auflösung zu liefern, das leider nicht zu hundert Prozent überzeugt, aber dennoch in Ordnung geht und zumindest, wenn auch einige Fragen offen bleiben, die meisten Inhalte im Hauptteil von The Machinist gut zusammenfügt und sinnig erscheinen lässt.
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Regisseur
Schauspieler
Christian Bale, Jennifer Jason Leigh, Aitana Sánchez-Gijón, John Sharian, Michael Ironside, Larry Gilliard, Anna Massey



Kaspian / 28.12.2007 20:36:46
Mir hat das Finale schon sehr gut gefallen...ich fand man hätt viel mehr den Typen mti der kaputten Hand weglassen können. Bale allein sieht scho zu gruselig aus.
nicht bewertet
Timbo / 26.06.2008 23:30:19
sehr sehr geiler Film
Bale hat innerhalb von einem Jahr 30 Kilo zugelegt und wieder einen TOP durchtrainierten Körper um 2005 in Batman Begins zu brillieren. Das macht ihn für mich zum besten Schauspieler im Moment!!!!!!!!!!!!
6 Sternen