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Flying Scotsman - Allein zum Ziel
The Flying Scotsman|
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Inhalt
Flying Scotsman ist das Leinwanddebüt des Regisseurs Douglas Mackinnon und erzählt die sportliche Karriere des ehemaligen schottischen Radrennfahrers Graeme Obree
Der Schotte Graeme Obree (Jonny Lee Miller), in ärmlichen Verhältnissen in Ayrshire aufgewachsen, hat nur ein Ziel: er will als Radrennfahrer bei den Besten der Welt mitmischen.
Tatsächlich gelingt ihm mit Hilfe seiner Frau Anne (Laura Fraser), seinem Kumpel Malky (Billy Boyd) und dem Priester Baxter (Brian Cox) das Unmögliche. Er konstruiert aus Alteisen und den Lagerschalen einer Waschmaschine ein wettbewerbsfähiges Rennrad und stellt quasi über Nacht den Stundenweltrekord im Bahnradfahren auf. Funktionäre des Radsportverbands UCI beschließen jedoch, dass sowohl das konstruierte Fahrrad und seine spezielle Sitzposition nicht den Regeln entsprechen und Obrees Rekord wird wieder aberkannt. Doch Obree gibt den Kampf nicht auf und ihm gelingt ein sensationelles Comeback.
The Flying Scotsman bietet neben einer aufregenden Erfolgsgeschichte auch sensationelle Hochgeschwindigkeits-Aufnahmen aus dem Velodrom und gewährt darüber hinaus auch einen Einblick hinter die Kulissen des Profiradsports.
Kritik
In den 90er Jahren stellte Obree zwei Mal den Stundenweltrekord im Bahnradfahren auf und wurde zweimal Weltmeister in der so genannten Einerverfolgung.
Der aus Trainspotting bekannte Jonny Lee Miller schlüpf in die Titelrolle und schafft es, dem von Depressionen geplagten Obree hinreichend genug Tiefe, wie man so schön sagt, zu verleihen, dass seine Handlungen glaubwürdig erscheinen. An seiner Seite sehen wir Billy Boyd (Der Herr der Ringe) sowie X-Men 2-Bösewicht Brian Cox. Boyd spielt einen guten, wenn nicht den besten Freund der Hauptfigur und avanciert im Laufe des Films sogar zu dessen Manager. Cox hingegen ist zu Beginn der Geschehnisse eher ein Arbeitspartner, der ihm einen Raum und Werkzeug sowie einiges an Bastelmaterial zur Verfügung stellt und erst zum Ende des Film an ernsthafter Nähe zur Hauptfigur gewinnt. Die darstellerischen Leistungen sind allen Fällen ordentlich, da fällt auch Laura Fraser, Ehefrau von Obree, nicht ab.
Regisseur Douglas Mackinnon, der schon einige TV-Spielfilme und etliche TV-Serien realisierte, darunter zum Beispiel Jekyll, The Vice und Bodies, sagt folgendes zur sehr kurzen Drehphase: "Wir arbeiteten vier Wochen in Schottland und zwei in Deutschland. Und es lief genau so ab, wie ich es bei meinen Fernsehprojekten so liebe. Ich hatte einen Stab und eine Besetzung zusammen, die sich mit großer Leidenschaft auf diesen Film stürzten. Es war schon ziemlich seltsam, Graeme die ganze Zeit um uns herum zu haben. Faszinierend fand ich, dass er, wenn wir etwas probten, was Graeme tatsächlich einmal gemacht hatte, sagte: 'Das ist schon richtig, aber wäre es nicht filmischer, wenn wir es so machen würden'. Und dann war ich es plötzlich, der dagegen argumentierte".
Mackinnon insziniert vor allem die Radrennszenen in Form von Schnitten, aber auch längeren Nahaufnahmen vom Gesicht der Hauptfigur sehr energiegeladen, so dass der Druck, der auf der Sportler liegt, für den Zuschauer geradezu spürbar ist. Das klingt nach den typischen Aussagen eines durchaus begeisterten Zuschauers, aber ich meine diese Worte exakt wie ich sie sage. Natürlich kann ich nur von mir sprechen, aber die Anspannung, die mich überfiel, als ich ihm bei dem Versuch, den Rekord zu brechen, zusah, spricht wiederum für sich. Was nicht allein an der gelungenen Inszenierung der Rennszenen liegt, sondern wohl auch am Feilen der Persönlichkeit von Obree, dessen seelische Schattenseite ein notwendig ausführliches Augenmerk erhält. Damit Hand in Hand geht auch sein enormer Ehrgeiz. So dass der Zuschauer weiß, was eine Niederlage für diesen Menschen bedeutet... in etwa dieselbe Demütigung, die er als Kind von seinen Mitschülern erfahren hat. Demütigungen, die sein Gemüt belasten und ihm depressionsartige Tiefpunkte verleihen, welche ihn wiederum bis an den letzten Rand treiben... eine Szene, mit der der Film auch beginnt. Eine Szene, die uns Obree zeigt, wie er durch den Wald läuft, sein Fahrrad und ein Strick dabei.
Die Spannung während der Wettbewerbsszenen, gerade während seiner Versuche, den Rekord zu brechen, ist überwältigend. Diese bereits angesprochene Anspannung ist nicht nur einal so präsent, dass die anschließende Erlösung in Form von Erfolgen an Emotionalität kaum zu übertreffen ist. Diese Seite tut dem Film auch unheimlich gut. Hier hat man die Spannung gut aufgebaut, um die anschließend explosionsartig zu entladen. Das ist zwar kein neues Mittel, um den Zuschauer zu berühren, aber es funktioniert in The Flying Scotsman einwandfrei.
Fazit: irgendwann erscheint dieser Machtkampf zwischen dem individuum Obree und den Geschäftsleuten und "hohen Tieren", die sich im organisatorischen Hintergrund des Radrennsports bewegen, nicht mehr realitätsnah. Sondern eher wie ein Kampf zweier Kinder, die sich jeweils übertreffen wollen. Vielleicht lief es aber auch tatsächlich in dieser beziehungsweise ähnlicher Form ab.
Der Film kann mit gewaltiger Emotionalität glänzen, dieser Aspekt trägt das Sportler-Drama. Filmisch eher simpel gehalten, was an sich kein Negativpunkt ist, was den Film aber letztlich doch gegen Genre-Konkurrenten und Genre-Giganten wie Remember the Titans abfallen lässt. Im Endeffekt ist The Flying Scotsman aber doch ein kleiner Geheimtip, zu dem vielleicht -dazu wäre geraten- der eine oder andere Zuschauer den Weg ins Kino findet.

Kommentare
Gambit521
geschrieben am 23.07.2008 um 05:35:43
Naja wer den Radsport liebt kann sich die Landschaft anschauen